Der Film von Tom Tykwer basiert auf der Buchvorlage von Patrick Süskind, dessen Werk ich leider nicht gelesen habe, sondern nur teilweise kenne. Von daher bin ich ohne Erwartungen und Vorkenntnisse ins Kino marschiert und wurde angenehm überrascht.
Der Film spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Inmitten von Armut, Dreck und Kriminalität wächst Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) ohne leibliche Eltern auf. Er wird an eine Gerberei verkauft und zu Kinderarbeit gezwungen. Bis dahin unterscheidet ihn nichts von einem armen Arbeiter dieser Zeit, doch sein ausgeprägter Geruchssinn führt ihn eines Tages zu einem italienischen Parfümeur namens Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman). Letzerer erkennt sofort das Talent des jungen Jean-Baptiste und bezahlt der Gerberei einen stolzen Preis für den Jungen. Von nun an kreiert Grenouille verschiedene Parfums für den Meister Baldini, der dadurch wieder neuen Ruhm in der Gesellschaft erlangt. Jean-Baptiste verfolgt unterdessen jedoch nur ein Ziel: Er will alle Düfte der Welt konservieren. Um dies zu erlernen, wird er nach Gras geschickt, wo die besten Parfümeure ausgebildet werden. Er ist davon besessen, den Duft von Menschen festzuhalten, um damit das ultimative Parfum zu erschaffen. Er glaubt, er kann dies erreichen indem er 13 jungfräuliche Mädchen umbringt und deren Duft festhält.
Der Film ist sicherlich kein Meisterwerk, aber dennoch konnte er mich in den ca. 150 Minuten Laufzeit fesseln. Die Szenerie und die Kostüme eines Frankreichs im 18. Jahrhundert sind sehr detailliert und liebevoll dargestellt. Die schauspielerischen Leistungen sind eher durchschnittlich, bis auf den wunderbaren Dustin Hoffman. Inwiefern der Film dem Buch treu bleibt, kann ich leider nicht beurteilen. Dennoch finde ich die Suche von Jean-Baptiste nach Liebe und Zuneigung und das schlussendliche Scheitern sehr interessant und filmtechnisch relativ gut umgesetzt.



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Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
4.05 (81%) 20 Artikel bewerten

6 Responses

  1. justin slammer

    Klitze kleine Korrektur: Die Mädchen, dir er umbringt sind nicht nur einfach Mädchen, sondern alles Jungfrauen.

    Und lies mal das Buch. Lohnt sich.

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  2. Candide

    Hey!
    Danke für die Korrektur, werde das morgen sofort ausbessern!

    Werde das Buch sicherlich mal lesen, hab aber im Moment absolut keinen Platz für noch ein Buch 😉

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  3. Breakout

    Also bis auf die letzten zwanzig Minuten fand ich den Film durchaus unterhaltsam. Aber was ist das denn bitte auf dem Richtplatz für ein Ende? Ebenso die Szene in Paris.
    Vorher war das für mich einfach ein Film über einen wahnsinnigen Massenmörder, aber mit dieser Wendung ins Fantastische hatte ich nicht gerechnet und es hinterlässt daher irgendwie einen schlechten Nachgeschmack.

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  4. Candide

    Heut im Free-TV gesehen was? 😉

    Es ist schon eine Weile her aber ich glaub du meinst die Orgie?
    Kann mich ehrlich gesagt nicht mehr 100% erinnern aber war das nicht aufgrund des Parfums selbst hervorgerufen? Sicherlich ist es eine Wendung aber es ging ja nicht nur das töten als psychische Störung sondern vor allem um Liebe. Da er diese weder empfinden noch geben kann überlässt Jean-Baptiste sich und sein Schicksal der „geilen“ Meute die so großes Verlangen nach ihm hat dass sie ihn ganz einfach „vernaschen“

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  5. Breakout

    Klar, schließlich hab ich bei der Umfrage auch fürs Fernsehen gestimmt! 😉

    Die Wirkung war durch das Parfurm hervorgerufen, richtig. Nur dass es eben so extrem wirkt, hat mich dann doch etwas überrascht. Es lag halt an meiner Erwartungshaltung, die eine solch eher unrealistische Szene nicht voraus gesehen hat. Und es sind ja meist falsche Erwartungen, die für Enttäuschungen verantwortlich sind.

    Dass Du die Handlung selbst richtig gedeutet haben könntest, will ich gar nicht abstreiten.

    Aber wie Du schon damals geschrieben hast, in vielerlei Hinsicht ein sehenswerter Film. Vorrangig natürlich wirklich die tollen Kulissen, Kostüme, etc.

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  6. movie-struck

    Ich würde behaupten, man sollte das Buch unbedingt gelesen haben. Ich war doch ziemlich enttäuscht von dem Ergebnis des Films. Da, wie sooft, ich mir die Kulissen beim Lesen selbst ausmalen konnte, dass Buch sehr viel ausführlicher ist (natürlich) und der Film einfach nicht meiner Vorstellung gleich kam. Dennoch mal sehenswert.

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