Der Film wurde zu einem Zeitpunkt gedreht, als Martin Scorsese große gesundheitliche Probleme hatte und der festen Überzeugung war, es sei sein letzter Film. Die Idee zum Streifen stammte aber eigentlich von Robert De Niro, der dann auch die Hauptrolle übernahm und für seine brillante Interpretation des Boxers Jake La Motta einen Oscar gewann.
Wie ein wilder Stier wurde in Schwarz-Weiß gedreht und nur einige wenige Amateur-Aufnahmen – die im Film Jakes Bruder Joey macht (Joe Pesci) – sind in Farbe. Die Story handelt vom Leben des Boxers Jake La Motta und dessen privaten Problemen. Die Geschichte basiert also auf wahren Begebenheiten und erzählt den Aufstieg des jungen Boxers aus der Bronx und dem anschließenden glanzlosen Fall. De Niro spielt wirklich hervorragend, als ob die Rolle für ihn gemacht wäre. Es wird dabei kein Blatt vor dem Mund genommen und es wird die Brutalität gezeigt, die La Motta tatsächlich gegen jeden und alles richtete, sogar gegen seine bezaubernde Ehefrau Vickie (Cathy Moriarty). Als Jake endlich den Weltmeistertitel erreicht, geht sein Leben den Bach runter. Er wird mehr und mehr paranoid, missbraucht Alkohol und wird fetter und fetter. Schließlich wird er Entertainer in einem von ihm selbst eröffneten Lokal, doch kurze Zeit später wird er verhaftet wegen Unzucht mit Minderjährigen. Nachdem er vom Gefängnis entlassen wird, tritt er nur noch als Ansager in diversen Striplokalen auf. Seine Frau hat ihn samt Kindern verlassen, sein Bruder will nichts mehr mit ihm zu tun haben und die Boxer-Welt hat ihn schon längst vergessen. Der Film endet mit der Einsamkeit des Hauptdarstellers.
In knapp über 2 Stunden Laufzeit schafft es Scorsese ein weiteres Mal, mich zu beeindrucken, und die Schwarz-Weiß Bilder passen perfekt zum Stil der 1940/50er Jahre, in denen der Film handelt. Die musikalische Untermalung ist dabei sehr traurig aber gelungen.

Wie ein wilder Stier
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