
Als während des Vietnamkriegs 1968 ein Green-Beret-Platoon spurlos verschwindet, ist der Druck groß, diese wiederzufinden. Zu diesem Zweck wird die US-Spezialeinheit „Vulture Squad“ unter der Leitung von Sergeant First Class Ryan Baker (Ryan Kwanten) hinterhergeschickt, in der Hoffnung, die Kameraden vielleicht noch irgendwie retten zu können. Dabei ahnt die Truppe nicht, was sie in dem Dschungel erwartet. Nicht nur, dass dort die menschlichen Gegner unterwegs sind, mit denen die Vereinigten Staaten im Krieg sind. Baker und die anderen entdecken dort auch eine Reihe von Dinosauriern. Aber sie finden auch eine unerwartete Hilfe in Gestalt der russischen Wissenschaftlerin Sofia Wagner (Sofia Wagner), die mehr über die gefährlichen Urzeitechsen weiß …
Dinos gehen (fast) immer
Es dürfte nur wenige Tiere geben, welche die Menschen mehr fasziniert als Saurier. Obwohl wir ihnen nie begegnet sind und unser Wissen anhand von rekonstruierten Fossilien mühselig zusammengestellt wird, dürften die meisten von ihnen schon einmal gehört haben. Manche Exemplare sind so bekannt, dass sie quasi Teil der Popkultur geworden sind, selbst bei Leuten, die sich sonst eher weniger für Zoologie interessieren. Insofern ist es kein Wunder, dass immer wieder Filme gedreht werden, in denen diese Urzeitwesen noch einmal zum Leben erweckt werden. Ein Selbstläufer sind solche Produktionen aber nicht. Während der Platzhirsch Jurassic Park regelmäßig traumhafte Einspielergebnisse erzielt, zuletzt Jurassic World: Die Wiedergeburt, tut sich die Konkurrenz schwer. Die meisten landet auch direkt im Heimkino, siehe The Jurassic Games: Extinction, The VelociPastor – Die Klaue Gottes oder jetzt eben Primitive War.
Wie das große Vorbild der obigen Blockbusterreihe gibt es auch hier eine literarische Vorlage. Genauer nahm man den gleichnamigen, 2017 veröffentlichten Roman von Ethan Pettus, der auch and er Drehbuchadaption beteiligt war. Das Buch erschien im Eigenverlag, was bereits ein Hinweis darauf ist, dass man inhaltlich nicht die ganz große Kunst erwarten sollte. Offensichtlich fanden sich aber genügen Fans, um mehrere Fortsetzungen zu rechtfertigen sowie eben die Filmversion Primitive War. Umgesetzt wurde diese von Luke Sparke, der sich im Science-Fiction-Genre auskennt. Bislang setzte er bei Filmen wie Scurry – They Come From Below und Occupation auf Außerirdische als Bedrohung. Jetzt sind es Dinosaurier, die wie die Gegner in seinen anderen Werken plötzlich einfach da sind und nun Jagd auf die Menschen machen.
Preisgünstig und inhaltlich sparsam
Die Idee, ein solches Dinoabenteuer mit dem Vietnamkrieg zu verbinden, wirkt kurios. Und tatsächlich gelingt es auch nicht, diese beiden Themen sinnvoll zu verknüpfen. Man versuchte es nicht einmal. An manchen Stellen wird zwar auf den Krieg Bezug genommen und die damit verbundene wenig schmeichelhafte Historie der USA. Wirklich wichtig ist das für die Handlung aber nicht. In Primitive War dürfen die Helden abwechselnd gegen die Russen und Dinos kämpfen. Die menschlichen Feinde hätten aber auch Terroristen oder andere Nationalitäten sein können, das bleibt alles austauschbar. Und selbst bei den Helden verzichtete man darauf, Arbeit zu investieren. Überwiegend sind sie lediglich Dinofutter. Zwar müssen Charaktere in dieser Art Film nicht zwangsläufig tiefgründig sein. Bei einem Streifen, der über 130 Minuten lang ist, hätte aber auf jeden Fall mehr passieren dürfen.
Die Alternative wäre gewesen, den Film zu kürzen. Denn so richtig spannend ist dieser in der vorliegenden Form nicht. Das heißt nicht, dass da nichts geschieht. Anfangs lässt man sich noch ein wenig Zeit, bis klar ist, worum es eigentlich geht und wogegen gekämpft werden muss. Im weiteren Verlauf geht es prinzipiell aber schon ordentlich zur Sache. Leider ist die Optik dabei nur durchwachsen. Natürlich darf man hiervon nicht dasselbe erwarten wie von den großen Leinwanddinos, Primitive War hat da einfach nicht das Budget. Zuweilen sieht es aber schon etwas billig aus. Hinzu kommt, dass man sich überwiegend mit den üblichen Dinoarten begnügte, anstatt auch mal andere zu zeigen. Das ist schade. Wie variantenreich diese Urwelt war, führte kürzlich die Dokuserie Die Dinosaurier vor Augen. An der Stelle mehr Eigenes zu zeigen, hätte geholfen, hieraus mehr zu machen als eine kuriose B-Movie-Kopie.
OT: „Primitive War“
Land: Australien
Jahr: 2025
Regie: Luke Sparke
Drehbuch: Ethan Pettus, Luke Sparke
Vorlage: Ethan Pettus
Musik: Frederik Wiedmann
Kamera: Wade Muller
Besetzung: Ryan Kwanten, Tricia Helfer, Nick Wechsler, Jeremy Piven
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