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© ZDF/Vince Valitutti/Disney+

Nautilus – Staffel 1

„Nautilus“ // Deutschland-Start: 3. April 2026 (ZDFneo)

Inhalt / Kritik

Indien, 1857: Die von Crawley geleitete (Damien Garvey) British East India Trading Company hat das streng geheime U-Boot Nautilus bauen lassen und dafür auf die wenig freiwilligen Kräfte von Sträflingen gesetzt. Dessen Entwickler Gustave Benoit (Thierry Frémont) ahnte dabei nicht, dass das Fahrzeug auch militärischen Zwecken dienen soll. Umso größer ist der Schock, als er die Wahrheit erfährt. Doch dann kommt es ohnehin anders. Nemo (Shazad Latif), einer der Gefangenen, nimmt Crawley als Geisel, bevor er an Bord der Nautilus flieht. Schließlich hatte er Benoit geholfen und kennt sich mit dem U-Boot aus. Auf der Flucht rammt Nemo ein Schiff der Company und nimmt anschließend Humility Lucas (Georgia Flood), deren Begleiterin Loti (Céline Menville) und den jungen Blaster (Kayden Price) aus den Rettungsbooten an Bord. Doch Crawley will sich die Nautilus nicht ohne Weiteres nehmen lassen …

Vorgeschichte des Roman-Klassikers

Mehr als 120 Jahre ist Jules Verne inzwischen schon tot. Doch seine Romane sind unsterbliche Klassiker, das Abenteuergenre sähe ohne die Fantasie des französischen Autors ganz anders aus. Immer wieder wurden die Bücher daher verfilmt, erste Adaptionen gab es bereits zu Lebzeiten. Einige davon wurden selbst zu Klassikern, etwa Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von 1959. In den letzten Jahren war aber nicht mehr viel zu holen. Für Aufmerksamkeit sorgte noch die Serie In 80 Tagen um die Welt (2021), auch weil es eine recht freie Interpretation des Abenteuers um eine gefährliche Weltreise war. Ähnlich großzügig geht auch die Serie Nautilus mit dem Stoff um, die eher als eine Art Vorgeschichte dient. Ursprünglich wurde diese für Disney+ produziert, nach Fertigstellung wollte der Streamingdienst diese aber nicht mehr – was durchaus als böses Omen gewertet werden darf.

Dabei ist die britische Produktion durchaus einen Blick wert. Natürlich darf man nicht erwarten, dass das hier sehr originalgetreu ist. Das ergibt sich allein schon durch den Aspekt der Vorgeschichte. Hinzu kommen einige moderne Elemente. Beispielsweise ist die Serie schon eine Kritik an Kapitalismus und Imperialismus, wenn die Company, die in der Realität eine Zeit lang das größte Unternehmen der Welt war, als Antagonist genutzt wird. Auch Themen wie die Unterdrückung von Frauen werden mit der Geschichte verbunden. Eine politische Serie ist Nautilus zwar nicht, darum geht es hier nicht primär. Aber die Elemente sind durchaus vorhanden, was mit Sicherheit wieder einige Zuschauer und Zuschauerinnen stören wird. Hinzu kommt, dass Kapitän Nemo hier ein Inder ist. Das war er zwar auch in Vernes späterem Werk Die geheimnisvolle Insel, ist also keine Erfindung der Serie. Bei 20.000 Meilen unter dem Meer war das aber noch offen.

Altmodisches Abenteuer

Ansonsten ist das hier tatsächlich eine klassische, wenn nicht sogar altmodische Abenteuerserie. Da gibt es gefährliche Tiere, versunkene Schätze oder auch mythische Zivilisationen, also alles, was das Herz begehrt. Die Serie wandelt dabei an der Grenze zum Fantastischen oder auch zum Science-Fiction, ohne jedoch zu weit zu gehen. Nautilus führt nichts ein, was man nicht schon von anderen Genrevertretern kennt. Obwohl man sich viele Freiheiten nahm, im Vergleich zum Original, verzichtete man darauf, wirklich etwas einzuführen, was ganz anders geworden wäre. Verne orientierte sich bei seinen Reisen durchaus an dem, was real existierte, auch wenn er das dann übersteigerte oder neu anordnete.

Die britische Serie macht dabei tatsächlich Spaß und sieht auch recht gut aus. Sicherlich wäre an der einen oder anderen Stelle mehr drin gewesen. Abgesehen von dem Protagonisten, der später eine despotische Art zeigt und dadurch ambivalenter wird, gibt es hier keine vertieften Figuren. Die meisten sind einfach nur irgendwie da. Manche erfüllen Funktionieren oder entsprechen Stereotypen. Bei einigen hat es nicht einmal dafür gereicht. Außerdem wird die ständige Verfolgungsjagd über zehn Folgen ausgebreitet doch ein bisschen ermüdend. Insgesamt ist es aber schön, dass es Nautilus trotz der holprigen Entstehungsgeschichte zu uns geschafft hat. Und es wäre der Serie zu wünschen, dass die am Ende angeteaserte Fortsetzung kommt. Derartige Abenteuergeschichten werden heutzutage schließlich kaum noch erzählt.

Credits

OT: „Nautilus“
Land: UK
Jahr: 2024
Regie: Michael Matthews
Drehbuch: James Dormer
Vorlage: Jules Verne
Musik: Nainita Desai
Kamera: Ben Nott
Besetzung: Shazad Latif, Georgia Flood, Céline Menville, Thierry Frémont, Luke Arnold, Jacob Collins-Levy, Damien Garvey, Kayden Price, Benedict Hardie, Arlo Green

Bilder

Trailer

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Nautilus – Staffel 1
fazit
Frei nach Jules Verne fliehen in „Nautilus“ eine Gruppe von Menschen in einem neuartigen U-Boot vor einem verbrecherischen Unternehmen. Die Serie kombiniert ein altmodisches Abenteuer mit modernen Themen wie etwa einer Kritik an Kapitalismus und Imperialismus. Das macht tatsächlich Spaß, selbst wenn in mancher Hinsicht mehr möglich gewesen wäre.
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