Liebe Sex und andere Disaster L'amore e altre seghe mentali
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Liebe, Sex und andere Desaster

„Liebe, Sex und andere Desaster“ // Deutschland-Start: 9. April 2026 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

45 Jahre ist Guido (Giampaolo Morelli) inzwischen. Doch das mit der Liebe wollte bei ihm nie so wirklich funktionieren. Nachdem er mal wieder eine große Enttäuschung hinter sich hat, beschließt er, sich aus diesem emotionalen Kampf zurückzuziehen. In Zukunft gibt es nur noch ihn und seine sexuellen Fantasien, die er mithilfe neuester virtueller Realität täuschend echt ausleben kann. Dort sagt ihm niemand, was er tun darf. Und er muss nicht befürchten, verlassen zu werden. Seine Freunde halten wenig davon, wie er sich aus dem wahren Leben zurückzieht, sind davon überzeugt, dass er nur die Richtige finden muss. Als er der jungen Kellnerin Julia (Maria Chiara Giannetta) begegnet und ungewollt ihre Entlassung verursacht, scheint das auch keine Zukunft zu haben. Oder vielleicht doch?

Ein Schauspieler auf bekannten Regie-Pfaden

Eigentlich kennt man Giampaolo Morelli ja als Schauspieler. Unter anderem war er in dem tragikomischen Familienchaos Zuhause ist es am Schönsten sowie Love and Bullets, einer kuriosen Mischung aus Komödie, Actionthriller und Musical, zu sehen. Wie viele andere Kollegen und Kolleginnen fühlt aber auch er sich dazu berufen, mehr aus seiner künstlerischen Laufbahn zu machen, und führt deshalb seit einigen Jahren immer mal wieder auch selbst Regie. Hierzulande hat man davon eher weniger mitbekommen, da seine bisherigen Arbeiten nie bei uns erschienen sind. Mit Liebe, Sex und andere Desaster schafft es doch noch mal ein Film von ihm nach Deutschland. Ein großer Gewinn für den hiesigen Markt ist das jedoch nicht.

Die Geschichte, die er bei seinem fünften Langfilm inszeniert, ist dabei eine, die man prinzipiell schon viele Male gesehen hat. Dass da jemand von der Liebe enttäuscht wurde und durch Zufall doch noch jemand findet, der zu ihm passt, ist ein bewährtes Szenario. Und auch, dass zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind, zunächst jedoch ordentlich aneinandergeraten, ist Standard bei Liebeskomödien. Im Herzkino findet man das andauernd. Liebe, Sex und andere Desaster klappert da wirklich ein Klischee nach dem anderen ab. Bei den Figuren gab sich Morelli, der auch am Drehbuch beteiligt war, nicht wirklich viel Mühe – und das obwohl er sich die Hauptrolle selbst auf den Leib geschrieben hat. Da hätte man erwarten können, dass er etwas Interessanteres für sich zu schreiben versucht.

Zu wenig draus gemacht

Wobei es durchaus den einen oder anderen Punkt gibt, der in Erinnerung bleibt. Da ist vor allem die Sache mit der virtuellen Realität, die einem erlaubt, nach Belieben sexuelle Fantasien auszuleben. Das ist in Zeiten von Deepfakes durchaus ein aktuelles Thema und bringt an und für sich interessante Fragen mit sich. Ist es unmoralisch, solche Geräte zu entwickeln, die andere zu Objekten degradieren? Macht es einen Unterschied, ob man sich Sex mit einem anderen Menschen nur vorstellt oder ob dieser durch Technologie plastisch gemacht wird? Liebe, Sex und andere Desaster hat aber an solchen Überlegungen kein Interesse. Der Film soll in erster Linie Spaß machen, darüber nachdenken soll niemand. Der enorme Altersunterschied zwischen den Figuren – Hauptdarstellerin Maria Chiara Giannetta ist 18 Jahre jünger als Morelli – wird ebenso wenig thematisiert.

Natürlich muss ein Film nicht anspruchsvoll sein. Dass dieser an mehreren Stellen mindestens problematisch ist, dürfte der Zielgruppe auch egal sein. Nur sollte dann auch wenigstens der Unterhaltungsfaktor stimmen. Und das ist hier nur bedingt der Fall. Zwar geht Morelli schon mit einem gewissen Sinn für Selbstironie an die Sache heran, wenn der Protagonist schon recht erbärmlich ist. Und bei den Sexfantasien kommt es zu einigen unerwarteten Entwicklungen. Das allein reicht aber nicht aus. Liebe, Sex und andere Desaster ist eine nur mäßige Liebeskomödie, die mit überwiegend langweiligen Witzen arbeitet und nicht unbedingt Lust darauf macht, andere Werke des Teilzeitregisseurs kennenzulernen.

Credits

OT: „L’amore e altre seghe mentali“
Land: Italien
Jahr: 2024
Regie: Giampaolo Morelli
Drehbuch: Giampaolo Morelli, Gianluca Ansanelli
Musik: Francesco Cerasi
Kamera: Davide Manca
Besetzung: Giampaolo Morelli, Maria Chiara Giannetta, Leonardo Lidi, Marco Cocci, Giulia Fiume, Marco Messeri

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Liebe, Sex und andere Desaster
fazit
In „Liebe, Sex und andere Desaster“ stürzt sich ein frustrierter Mann in virtuelle Sexfantasien, bis er eine junge Kellnerin kennenlernt. Das Thema der virtuellen Realität ist zwar interessant, wird aber kaum hinterfragt. Dafür gibt es Liebeskomödien-Klischees und langweilige Witze.
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