
Es hätte ein reiner Routineausflug ins All sein sollen. Doch als der Astronaut Maksim Bortnikov (Aleksandr Kuznetsov) nach Reparaturarbeiten auf seine Forschungsstation zurückkehren will, wird diese von einem Protonensturm getroffen und fast vollständig zerstört. Auch der Anzug von Maksim wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Und was nun? Gestrandet in den Weiten des Weltraums ist seine einzige Chance auf eine sichere Rückkehr die künstliche Intelligenz Anna, die ihm den Weg in die Sicherheit weisen soll und sein einziger Kontakt ist. Doch das ist alles nicht so einfach, da überall Weltraumschrott umher schwebt und die beiden es irgendwie schaffen müssen, durch die Gefahrenzone zu kommen …
Gefangen im Weltall
Bevor sich Russland kulturell auf der Weltbühne ins Aus geschossen hat, machte das Land international durch seine wachsende Präsenz im Science-Fiction-Genre auf sich aufmerksam. Ob in Identity – Cyberpunk Wars (2024) ein Mann ohne Gedächtnis zur Kampfmaschine wird, in Forgotten Experiment (2023) zwei Bruchpiloten in einem Nebel der Zeitlosigkeit gefangen sind, in Coma (2020) eine Welt aus Erinnerungsbruchstücken von Komapatienten entsteht oder in Attraction (2017) Außerirdische zur Erde kommen, in den letzten Jahren haben unzählige und zum Teil sehr ungewöhnliche Genrevertreter ihren Weg zu uns gefunden. Die Qualität war teilweise bescheiden, die Vielfalt war aber beeindruckend. Mit Free Fall wird diese Liste nun um einen weiteren Titel ergänzt.
Die Grundgeschichte ist dabei jedoch weniger originell, als es bei einigen der obigen Beispiele der Fall war. Dass jemand im Weltall verunglückt und nun irgendwie wieder zur Erde, einem anderen Planeten oder einer Raumstation kommen muss, findet man in diesem Genre immer mal wieder. Das bekannteste Beispiel dürfte Gravity sein. In dem mit mehreren Oscars ausgezeichneten Survival-Abenteuer musste Sandra Bullock einen Weg zurück zur Erde finden. Auch Operation Mars oder Solis erzählten davon, wie sich jemand durch das Nichts manövrieren muss und nur eine Stimme die Verbindung zur Außenwelt darstellt. Bei Free Fall sind es theoretisch mehrere Stimmen, die dem Protagonisten bei der Mission helfen wollen. Wirklich relevant ist aber nur die von Anna, der künstlichen Intelligenz.
Spannend bis zum Schluss
Das Ergebnis ist etwas zwiespältig. Auf der einen Seite ist das Thema natürlich sehr aktuell. Regisseur und Co-Autor Oleg Urazaykin nutzt Anna auch nicht nur als reines Gimmick, sondern machte sich tatsächlich Gedanken dazu, was es heißt, wenn ein rein objektives Wesen über das Schicksal von Menschen zu entscheiden hat. Der Nachteil ist, dass es auf diese Weise in Free Fall kaum Ruhe gibt, weil ein reger Austausch zwischen den beiden Figuren herrscht. Eigentlich leben diese Filme ja auch von dem Gefühl der Isolation und dass man in den unendlichen Weiten auf sich allein gestellt ist. Das kommt hier ziemlich kurz, da waren andere Filme weiter. Außerdem wird der Protagonist dadurch oft selbst zum Objekt reduziert, der nur passiv zuschauen kann. Hauptdarsteller Aleksandr Kuznetsov (Why Don’t You Just Die!, Zwei Staatsanwälte) macht zwar das Beste aus der Situation. Aber schauspielerisch auftrumpfen kann er so kaum, zumal man auch nur dann und wann sein Gesicht sieht.
Dafür bekommt das Publikum anderweitig ziemlich viel zu sehen. Auffällig ist, wie farbenfroh die russische Produktion geworden ist. Auch an Effekten wurde nicht gespart, da ist schon eine ganze Menge los. Das Ergebnis sieht zwar ziemlich künstlich aus, wie bei vielen dieser Science-Fiction-Filme. Und groß drüber nachdenken, was da gerade geschieht, sollte man sowieso nicht. Aber Free Fall ist durchaus ein unterhaltsamer Genrebeitrag geworden, bei dem man bis zum Schluss mitzittern darf, was wohl alles geschehen wird und ob es der Pechvogel noch einmal heil aus der Sache schafft. Sofern man nicht aus Prinzip russische Filme meidet und diese Art Geschichten gern sieht, lohnt sich daher schon ein Blick.
OT: „Svobodnoe padenie“
Land: Russland
Jahr: 2025
Regie: Oleg Urazaykin
Drehbuch: Oleg Urazaykin, Alexey Medvedev, Vladimir Stolbenko
Musik: Leonardo Perez
Kamera: Fedor Lyass
Besetzung: Aleksandr Kuznetsov
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