Der Psycho Coach – Mörderische Therapie Psycho Therapy: The Shallow Tale of a Writer Who Decided to Write About a Serial Killer
© Pandastorm Pictures

Der Psycho Coach – Mörderische Therapie

Der Psycho Coach – Mörderische Therapie Psycho Therapy: The Shallow Tale of a Writer Who Decided to Write About a Serial Killer
„Der Psycho Coach – Mörderische Therapie“ // Deutschland-Start: 10. April 2026 (digital)

Inhalt / Kritik

So richtig gut läuft es bei Keane (John Magaro) gerade nicht. Nicht nur, dass seine Ehe mit Suzie (Britt Lower) schon seit Längerem kriselt, auch wenn ihm das nicht wirklich bewusst ist. Beruflich läuft es ebenfalls nicht. Eigentlich will der Autor bei seinem zweiten Buch unbedingt über einen Neandertaler schreiben. Es interessiert sich aber niemand für seine Geschichte, zudem kämpft er mit einer Schreibblockade. Da tut sich unerwartet eine Alternative auf: Der ehemalige Serienmörder Kollmick (Steve Buscemi) bietet ihm an, ihn mit seinen Erfahrungen künstlerisch zu inspirieren. Zunächst will Keane davon nichts wissen. Als es jedoch zu einem Missverständnis kommt und Suzie den Fremden für einen Eheberater hält, lässt sich Keane doch noch auf diesen sonderbaren Deal ein, solange der Killer die Scharade aufrechterhält …

Zum Totlachen

Eigentlich ist das ja schon eine ziemlich abgründige Angelegenheit, wenn ein Mensch regelmäßig andere tötet. Kein Wunder also, dass die Figur des Serienmörders üblicherweise in Thrillern oder Horrorfilmen sein Unwesen treibt. Das heißt aber nicht, dass man mit einer solchen nicht auch seinen Spaß haben könnte. Beispiele für Komödien findet man daher auch immer mal wieder. Demnächst läuft etwa How to Make a Killing – Todsicheres Erbe an, wo ein Mann seine Verwandtschaft aus dem Weg räumt, um an das große Familienerbe zu kommen. Serial Mom – Warum lässt Mama das Morden nicht? genießt sogar Kultstatus, wenn eine Vorstadt-Vorzeige-Mutter andere abmurkst, wenn sie sich in ihren Augen falsch verhalten. Mit Der Psycho Coach – Mörderische Therapie kommt nun ein weiterer Film bei uns heraus, der mit dem Motiv eines Killers das Publikum erheitern möchte.

Wobei die US-Produktion verschiedene Wege einschlägt, um das Ziel zu erreichen. Anfangs meint man noch, dass es hier in erster Linie darum geht, wie der kriselnde Autor mit den Geschichten des Killers sein Geld machen wird. Das hätte sich durchaus auch als Satire auf die True-Crime-Besessenheit funktionieren können, gerade im Kontrast zu Keanes Herzensgeschichte, für die sich niemand interessiert. Das Motto: Man muss an die niederen Instinkte des Publikums appellieren, wenn man Erfolg haben möchte. Der Psycho Coach – Mörderische Therapie lässt diesen Aspekt aber erstaunlich früh fallen. Stattdessen geht es dann um die im Titel bereits vorweggenommene Verwechslung, wonach der Killer für einen Eheberater gehalten wird. Der Part ist tatsächlich lustig, wenn der Mann seine mörderischen Erfahrungen irgendwie zu psychologischen Beratungen nutzen möchte – mit absurden Ergebnissen.

Unschlüssig, aber unterhaltsam

Leider wird diese Verwechslungskomödie aber auch nicht sehr lange fortgeführt. Stattdessen gibt es tatsächlich noch Thrillerelemente, wenn die beratende Muse den Autor ein bisschen tiefer in die Materie einführen will. Grundsätzlich ist das zwar schon in Ordnung. Es führt aber dazu, dass man bei dem Film irgendwann kaum noch sagen kann, wovon er denn eigentlich handeln soll. Außerdem hat Regisseur und Drehbuchautor Tolga Karaçelik bei seinem englischsprachigen Debüt seine Probleme mit dem Tempo. Der Psycho Coach – Mörderische Therapie kommt einfach nicht so richtig in die Gänge, wie man das von einem solchen Firm erwarten sollte. Wenn er schon eskalieren möchte, hätte das gern noch etwas mehr sein dürfen.

Und doch ist das hier durchaus einen Blick wert. Die schwarzhumorige Thrillerkomödie, die auf dem Tribeca Film Festival 2024 ihre Weltpremiere hatte, hat eine Reihe schön gemeiner Einfälle, die einen bei Laune halten. Schauspielerisch funktioniert das auch alles: Sowohl John Magaro als weltfremder Autor, Britt Lower in der Rolle der unterkühlten Ehefrau und Steve Buscemi, der einen mitteilungsbedürftigen Killer spielt, haben ihren Anteil daran, dass das hier insgesamt unterhaltsam geworden ist. Zwar ist Der Psycho Coach – Mörderische Therapie nicht der ganz große Geheimtipp geworden. Spaß macht es aber durchaus, wie ein bislang unscheinbares Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird.

Credits

OT: „Psycho Therapy: The Shallow Tale of a Writer Who Decided to Write About a Serial Killer“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Tolga Karaçelik
Drehbuch: Tolga Karaçelik
Musik: Nathan Klein
Kamera: Natalie Kingston
Besetzung: John Magaro, Steve Buscemi, Britt Lower

Bilder

Trailer

Filmfeste

Tribeca Film Festival 2024

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Der Psycho Coach – Mörderische Therapie
fazit
In „Der Psycho Coach – Mörderische Therapie“ drängt sich ein Serienmörder in das Leben eines glücklosen Autors und wird von dessen Frau für einen Paartherapeuten gehalten. Das Szenario ist sicherlich ungewöhnlich, gefällt mit einigen schönen Ideen. Die Thrillerkomödie kann sich aber nicht ganz entscheiden, was sie eigentlich erzählen will, und kommt nie wirklich in die Gänge.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10