Edgar Wallace: Der grüne Bogenschütze
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Der grüne Bogenschütze

Edgar Wallace: Der grüne Bogenschütze
„Der grüne Bogenschütze“ // Deutschland-Start: 3. Februar 1961 (Kino) // 22. November 2004 (DVD)

Inhalt / Kritik

Das Garre Castle des Millionärs Abel Bellamy (Gert Fröbe) ist nicht nur luxuriös eingerichtet. Es ist auch reich an Geschichten: So soll der Sage nach der Geist eines grünen Bogenschützen dort sein Unwesen treiben. Als bei einer heimlichen Führung des Sekretärs Julius Savini (Harry Wüstenhagen) durch das Schloss einer der Besucher tatsächlich mit einem grünen Pfeil erschossen wird, ist der Schock umso größer. Was könnte es nur damit auf sich haben? Als es kurze Zeit später zu einem weiteren Mord kommt, übernimmt Inspektor James Featherstone (Klausjürgen Wussow) von Scotland Yard die Ermittlungen. Dabei lernt er unter anderem Valerie Howett (Karin Dor) kennen, die Patentochter von Mr. Howett (Hans Epskamp), der das benachbarte Anwesen Ladys Manor gekauft hat. Denn auch sie hat großes Interesse an dem Schloss und dessen Geheimnissen …

Mysteriöser Einstieg

In den 1960ern waren sie Dauergast in den deutschen Kinos: die Filme nach den Romanen von Edgar Wallace. Nach dem extrem erfolgreichen Einstieg mit Der Frosch mit der Maske (1960), der 3,2 Millionen Besucher und Besucherinnen vorweisen konnte, kamen noch viele weitere Hits. Titel wie Das Gasthaus an der Themse (1962) und Der Hexer (1964) sind zweifelsfrei Klassiker. Die Einspielergebnisse konnten mitunter aber stark schwanken. So konnte Der grüne Bogenschütze, der fünfte Teil der Reihe, 1961 nicht an die Besucherzahlen der Vorgänger anschließen. Nur etwa die Hälfte dessen, was der jeweils direkte Vorgänger und Nachfolger erreicht, das war schon eine ziemliche Enttäuschung.

Dabei kann man sich natürlich immer darüber streiten, ob solche kommerziellen Ergebnisse mit der Qualität zusammenhängen oder nicht. Denn tatsächlich anders als die übrigen Filme ist das hier natürlich nicht. Wie so oft gibt es mysteriöse Morde und reihenweise Figuren, die sich alle ganz verdächtig verhalten. Das Setting eines vornehmen Anwesens ist ebenfalls bewährt, siehe etwa Der Fälscher von London (1961), wo zu Beginn eine Leiche im Schlosspark gefunden wird. Außerdem ist da in Der grüne Bogenschütze noch die titelgebende Figur, eine alte Sage. Denn auch das findet man bei Wallace immer wieder: legendäre Gestalten, düstere Gerüchte, Geschichten, die nur hinter vorgehaltener Hand erzählt werden. Die Filme arbeiten ausgiebigen mit Geheimnissen und mysteriösen Szenarien, aus denen man zu Beginn nicht ganz schlau wird.

Überzogen, aber nicht sehr spannend

Wobei dieser Mystery-Part nicht bis zum Ende durchgezogen wird. Während man zu Beginn noch kräftig rätseln darf, auch weil da verschiedene Stränge miteinander verbunden werden, wird vergleichsweise früh verraten, in welche Richtung das geht. Der grüne Bogenschütze macht sich auch nicht die Mühe, wirklich alles zu erklären, was hier geschieht. Zum Ende hin bleibt da manches offen oder ergibt schlicht keinen Sinn. Das muss einen nicht stören, die Geschichten von Wallace sind praktisch immer bewusst überzogen an der Grenze zum Schwachsinn. Solange das Ganze Spaß macht, ist das kein Problem. Man kann bei diesen Filmen immer in eine Art Parallelwelt eintauchen, die zwar nie die angedeuteten Fantasyelemente ganz ausspielt, aber eben auch nicht in der Realität verankert ist.

Hier ist der Spaß jedoch etwas getrübt. Während der Anfang schon vielversprechend ist und mit stimmungsvollem Ambiente lockt, wird der Krimi später zu einem Abenteuer, bei dem ständig jemand gefangen genommen wird oder doch wieder entkommt. Spannend ist das nicht gerade, was die Schwächen der Geschichte umso stärker hervorstechen lässt. Dass der Film immer mal wieder die Tonalität wechselt und Komik einzubauen versucht, verbunden mit dem Durchbrechen der Vierten Wand, trägt auch nicht unbedingt zum Nervenkitzel bei. Dafür gibt es bei Der grüne Bogenschütze wieder zahlreiche Stars. Gerade Gert Fröbe (James Bond 007: Goldfinger) als schmierig-dubioser Geschäftsmann trägt zum Unterhaltungsfaktor bei. Aber selbst mit seiner Schützenhilfe ist das hier ein nur durchschnittlicher Film.

Credits

OT: „Der grüne Bogenschütze“
Land: Deutschland
Jahr: 1961
Regie: Jürgen Roland
Drehbuch: Wolfgang Menge, Wolfgang Schnitzler
Vorlage: Edgar Wallace
Musik: Heinz Funk
Kamera: Heinz Hoelscher
Besetzung: Gert Fröbe, Karin Dor, Klausjürgen Wussow, Eddi Arent, Harry Wüstenhagen, Stanislav Ledinek, Georg Lehn, Heinz Weiss

Trailer

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Der grüne Bogenschütze
fazit
In „Der grüne Bogenschütze“ wird ein Schloss zum Schauplatz mysteriöser Morde. Der Anfang des Krimis nach Edgar Wallace ist vielversprechend. Später wird der Film aber zu einem überzogenen und nicht sonderlich spannenden Abenteuer. Sinn ergibt das Ganze sowieso nicht wirklich.
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