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Das gestohlene Bild

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„Das gestohlene Bild“ // Deutschland-Start: 8. April 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Als Auktionator im berühmten Auktionshaus Scottie’s hat André Masson (Alex Lutz) schon die unterschiedlichsten Menschen getroffen und dabei unglaubliche Erfahrungen gemacht. Doch als er mit seiner Exfrau Bettina (Léa Drucker) nach Mulhouse fährt, glaubt er seinen Augen nicht. Denn bei dem einfachen Fabrikarbeiter Martin (Arcadi Radeff), der dort mit seiner Mutter lebt, steht er plötzlich vor einem Original-Gemälde von Egon Schiele, das verschollen war und von dem alle ausgingen, dass es zerstört ist. 10 Millionen Euro dürfte es bei der Auktion mindestens geben, vielleicht sogar zwölf. Die Sache hat aber einen Haken: Es handelt sich um Raubkunst. Während nun die komplizierten Verhandlungen mit den eigentlichen Erben beginnen, muss sich Masson zudem mit seiner neuen Praktikantin Aurore (Louise Chevillotte) herumplagen …

Dass die Nationalsozialisten Juden und Jüdinnen nicht nur verfolgt und ermordet haben, sondern auch im großen Stil bestohlen, ist kein Geheimnis. Dabei geht es nicht nur um Geld und Wertsachen. Auch Kunst wechselte unter Zwang den Besitzer, erst sehr viel später konnte – und auch nur mit viel Aufwand – ein Teil dieses Unrechts wieder rückgängig gemacht werden. Immer wieder greifen Filme dieses Thema der Raubkunst auf. Die Frau in Gold etwa erzählte davon, wie eine in die USA geflohene Frau nach Österreich zurückkehrt, um vor Gericht ihren Besitz zurückzufordern. Der deutsche Beitrag Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben wiederum erinnerte an die gleichnamige Witwe des Malers Max Liebermann, die im hohen Alter enteignet wurde. Mit „Das gestohlene Bild“ kommt nun ein weiterer Film zu dem Thema zu uns, dieses Mal aus Frankreich.

Dieser geht allerdings in eine andere Richtung als die beiden obigen Titel. Ein großer Unterschied ist die Tonalität. Eigentlich ist Raubkunst ein sehr ernstes Thema, weshalb die zwei genannten Filme auch schwere Dramen waren. Hier geht es hingegen überraschend humorvoll zu. Schon eine frühe Szene, in der eine blinde alte Frau über Schwarze herzieht, ohne zu wissen, dass ihre Bedienstete ebenfalls schwarz ist, ist mit einer bewussten Komik verbunden. Und auch später wird es in „Das gestohlene Bild“ immer mal wieder witzig. Mal ist es eine Situationskomik, die zur Erheiterung beiträgt. Mal sind es die Figuren, die zum Teil recht schräg angelegt sind. Gerade Aurore zeigt schon einige Verhaltensauffälligkeiten, die auch nie ganz erklärt werden. Klamaukig wird es dabei aber nicht,

Man kann Regisseur und Drehbuchautor Pascal Bonitzer (Jetzt oder gleich, Mörderische Gesellschaft) auch nicht vorwerfen, dass er das Thema als solches nichts ernst nimmt. So zeigt der junge Martin ein moralisches Bewusstsein, wenn er sich weigert, von dem millionenschweren Gemälde zu profitieren. Es wird in „Das gestohlene Bild“ auch durchaus darüber gesprochen, was während des Dritten Reichs geschehen ist und welches Unrecht die Menschen erleiden mussten. Anders aber, als man es erwarten könnte, ist dieser Rückblick nicht der Mittelpunkt der Geschichte. Bonitzer interessiert sich viel mehr für die Figuren, ihre Verhältnisse untereinander sowie die Arbeit, die sie verrichten.

Auch das ist sehenswert. Nicht nur, dass man hier einen Blick hinter die Arbeit eines Auktionshauses bekommt, was verbunden ist mit einem großen Konkurrenzkampf und diversen Mauscheleien. Die Figuren selbst sind ebenfalls spannend, Bonitzer gab sich schon Mühe, diesen mehr Konturen zu verleihen, als man es angesichts des Themas hätte erwarten können. „Das gestohlene Bild“ ist deshalb auch primär als Geschichte über eine Reihe von Menschen zu verstehen, die der Zufall zusammengebracht hat. Manchen wird das dann vielleicht zu wenig Beschäftigung mit der Raubkunst sein, zu wenig Mahnung und Moral. Aber es ist doch ein gelungenes und gut gespieltes Werk, weshalb es schön ist, dass dieses doch noch bei uns zu sehen ist.

Credits

OT: „Le Tableau volé“
IT: „Auction“
Land: Frankreich
Jahr: 2023
Regie: Pascal Bonitzer
Drehbuch: Pascal Bonitzer
Musik: Alexeï Aïgui
Kamera: Pierre Milon
Besetzung: Alex Lutz, Léa Drucker, Nora Hamzawi, Louise Chevillotte, Arcadi Radeff, Matthieu Lucci

Bilder

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Das gestohlene Bild
fazit
In „Das gestohlene Bild“ entdeckt ein Auktionator ein verschollenes Gemälde, welches sich als Raubkunst herausstellt. Der Film begegnet dem ernsten Thema mit erstaunlich viel Humor. Er ist auch stärker an den Figuren interessiert. Das Ergebnis ist sehenswert und gut gespielt, bietet dabei einen Blick hinter die Kulissen eines Auktionshauses.
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