
Als ein rätselhafter Riss auftaucht, scheint das Ende der Menschheit besiegelt zu sein. Denn daraus strömen gefährliche Monster, welche nach und nach alle Menschen töten oder sie durch eine Verletzung mutieren lassen. Ein Ehepaar (Luke Evans, Milla Jovovich) und deren Tochter Milla (Billie Boullet) haben bislang überleben können. Doch als die Breakers genannten Wesen ihr Dorf überfallen, wird die Familie getrennt. Während Vater und Tochter mit einem kleinen Boot zu einer abgelegenen Insel flüchten, bleibt die Mutter zurück. Gemeinsam bereiten sich die beiden in ihrem neuen Zuhause für den Ernstfall vor, sollten die Breakers sie auch dort finden. Stattdessen taucht eines Tages das Mädchen Rosie (Mila Harris) auf, welches Milla unter ihre Fittiche nimmt …
Wo ist die Action?
Worldbreaker ist ein Film, der einen gleich in mehrfacher Hinsicht in die Irre führt. So meint man anfangs noch, dass es sich hier um ein Fantasyabenteuer handelt, welches in einer mittelalterlichen Welt spielt. Schließlich sehen wir hier, wie Leute mit Schwertern Jagd auf Monster machen. Stattdessen entpuppt sich das Werk als Science-Fiction-Vision, die in der Gegenwart spielt. Aber wie man das von solchen Endzeitgeschichten kennt, die Zivilisation bricht relativ schnell zusammen. Was gerade noch modern war, zerfällt wieder in archaische Muster. Dafür halten die Menschen hier ausnahmsweise mal zusammen, während sie sonst gern schnell übereinander herfallen, sobald es ernst wird und die Vorräte knapp werden.
Aus dem Grund ist das hier zumindest in der Theorie einer dieser Genrebeiträge, bei denen die Menschheit zusammenrückt und gegen außerirdische Invasoren kämpft – Independence Day und Konsorten lassen grüßen. In der Praxis ist davon aber kaum etwas zu sehen. So werden die Kämpfe zwar immer wieder angeteasert. Das geschieht aber lediglich in den Erzählungen des Vaters, nicht im Rahmen der Handlung selbst. Tatsächlich passiert hier so wenig, dass man zwischendurch schon die Vermutung hat, dass Worldbreaker irgendwann den Twist auspackt: Es gibt überhaupt keine Aliens. Der Vater will damit nur dafür sorgen, dass die Tochter gefügig ist und sich an seine Regeln hält. Vielleicht ist er auch nur ein Spinner. Ein tatsächlicher Charakter ist er hingegen nicht, hat wie seine Frau keinen Namen. Man erfährt nur, dass er ein toller Geschichtenerzähler sein soll.
Seltsam nichtssagender Film
Regisseur Brad Anderson (The Silent Hour, Fractured), eigentlich sehr erfahren im Thrillergenre, schafft es dann auch nicht, mit diesem Material irgendwie Spannung zu erzeugen. Dass die anfänglichen Szenen um die Kämpfe etwas seltsam sind, erklärt sich zwar dadurch, dass es sich eben um Erzählungen handelt. Das macht sie aber nicht besser. Und gerade, wenn es dann doch mal zur Sache gehen könnte, endet der Film. Es wird daher nicht wenige geben, die beim Abspann von Worldbreaker sehr frustriert sind, geradezu verärgert. Denn was als eine Mischung aus Action, Science-Fiction und Horror angekündigt wurde, ist über längere Zeit dann doch eher ein Drama über einen Vater und eine Tochter im Ausnahmezustand.
Auch das hätte interessant sein können. Nur hätte man auch bei einem solchen existenzialistischen Drama mehr machen können – und müssen. Da ist nicht nur die besagte sehr sparsame Figurenzeichnung, welche eine stärkere Identifikation erschwert. Es gibt auch keine nennenswerten Themen, die in dieser Einöde behandelt werden. Dabei hätte es durchaus verschiedene Ansätze gegeben, wie aus diesem Szenario etwas herausgeholt werden kann. Stattdessen ist Worldbreaker auf eine seltsame Weise nichtssagend. Das Setting ist für sich genommen ganz ansprechend, da gibt es ein paar nette Aufnahmen. Und Luke Evans bringt zumindest das Charisma mit, dass man dem Erzählbär mit dem ungewohnten Vollbart doch irgendwie zuhört. Nur lohnt sich das alles nicht wirklich. Am Ende bleibt in erster Linie die Verwirrung, was genau man mit diesem Film eigentlich erreichen wollte.
OT: „Worldbreaker“
Land: USA, UK
Jahr: 2025
Regie: Brad Anderson
Drehbuch: Joshua Rollins
Musik: Matthew Rodgers
Kamera: Daniel Aranyó
Besetzung: Luke Evans, Milla Jovovich, Billie Boullet, Mila Harris
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