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Maret

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„Maret“ // Deutschland-Start: 30. März 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Als die 44-jährige Maret (Susanne Wolff) ihr Gedächtnis verliert, sind es nicht nur die Erinnerungen an ihr Leben, die ihr fehlen. Sie weiß auch nicht, wer sie überhaupt als Mensch war, mit ihrer Vergangenheit ist auch ihre Persönlichkeit verschwunden. Aber vielleicht gibt es ja eine Abhilfe, wenn es nach Dr. Moore (Iben Hjejle) geht. So verspricht die Neurochirurgin, dass eine neuartige Operation Maret dabei helfen könnte, wieder zu sich zu finden. Die experimentelle Technik könnte aber auch dazu beitragen, dass sie ein anderer Mensch wird. Dabei ist sie sich gar nicht sicher, ob sie das überhaupt will. Also versucht sie, mithilfe ihres Freunds Thomas (Stephan Kampwirth) und anderen Menschen, erst einmal ihre Vergangenheit zu rekonstruieren …

Auf der Suche nach sich selbst

Man kennt das Szenario aus zahlreichen Filmen und Serien: Die Hauptfigur kommt zu sich und hat ihr Gedächtnis verloren, weiß nicht, wie sie an diesen Ort gekommen, weiß oft nicht einmal mehr, wer sie ist. Im Laufe des Films versucht sie dann, diese Erinnerungen zurückzuholen und dabei auch zu verstehen, was vorgefallen ist. Gerade in Thrillern kommt dieses Motiv zum Einsatz und wird dann mit einem großen Mystery-Teil verbunden. Denn irgendetwas Schreckliches ist dann vorgefallen, ein dunkles Geheimnis wartet auf seine Enthüllung. Aber es geht auch anders. Manche nehmen das Szenario, um sich stärker mit den Figuren und ihren Beziehungen auseinanderzusetzen. Die Hollywood-Produktion Für immer Liebe wurde damit zu einem echten Überraschungshit. Ein neueres Beispiel ist Maret, welches eher weniger Aufmerksamkeit erhalten hat.

Dabei hat der Film durchaus interessante Aspekte. Es dauert allerdings eine Weile, bis man dort ankommt. So wird zunächst viel Zeit investiert, um die Neurochirurgin und ihre experimentelle Operation vorzustellen. Diese ist zwar auch nicht unspannend, wenn wir später erfahren, dass damit auch die Persönlichkeit gezielt beeinflussen kann. Die Vorstellung ist gleichzeitig vielversprechend und unheimlich. Denn wenn wir da eingreifen und uns selbst umprogrammieren, wird schon eine Grenze überschritten. Maret handelt von dem Thema Selbst-Optimierung, welches in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist. Normalerweise beschränkt sich das auf äußerliche Faktoren oder zumindest etwas, das sich irgendwie messen und vorzeigen lassen kann. Aber ein besserer Mensch, wie soll das aussehen?

Interessante Grundgedanken

Leider verfolgt Regisseurin und Co-Autorin Laura Schroeder diesen Ansatz nicht sehr weit. Was zunächst wie ein Science-Fiction-Thriller klingt, spielt später keine wirkliche Rolle mehr. Die Geschichte befasst sich dann doch primär mit der Vergangenheit der Protagonistin, nicht einer potenziellen verbesserten Zukunft. Erneut geht es in Maret darum, das Vorherige zu rekonstruieren, ohne aber daraus dann einen wirklichen Genrebeitrag zu machen. Da gibt es kein großes Geheimnis. Man erfährt, dass die Titelfigur nicht besonders glücklich oder nett war, das war es dann auch schon. Wer hier auf spannende Entdeckungen wartet, wird enttäuscht, darum geht es gar nicht.

Tatsächlich spannend sind nur die Grundsatzüberlegungen, was eigentlich eine Persönlichkeit ausmacht und woher diese kommt. Ist sie etwas Natürliches, das uns von Anfang an mitgegeben wurde? Oder ist sie doch das Ergebnis dessen, was wir erlebt haben? Wenn die Gedächtnislose darüber nachdenkt, ob sie die Erinnerungen rekonstruieren soll, geht es eben auch um die Frage, ob es einen Neuanfang geben kann, losgelöst von sich selbst. Insofern gibt einem Maret schon einiges mit, worüber man nachdenken und diskutieren kann. Hauptdarstellerin Susanne Wolff (Styx, Unfamiliar) überzeugt zudem in der Rolle eines Menschen auf der Selbstsuche. Durch die Unschlüssigkeit der Geschichte geht aber viel Potenzial verloren, das Drama ist auch ein bisschen lang für das, was letztendlich erzählt wird.

Credits

OT: „Maret“
Land: Luxemburg, Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Laura Schroeder
Drehbuch: Judith Angerbauer, Laura Schroeder
Musik: Pascal Schumacher
Kamera: Laurent Brunet
Besetzung: Susanne Wolff, Iben Hjejle, Álvaro Cervantes, Laura Tonke, Stephan Kampwirth, Filip Peeters

Bilder

Trailer

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Maret
fazit
In „Maret“ verliert eine Frau ihr Gedächtnis, eine experimentelle Operation könnte ihr helfen, sie selbst zu werden – oder jemand anderes. Der Film geht zunächst in eine Science-Fiction-Richtung, handelt aber primär von der Frage, wie Identität aufgebaut ist. Das hat viele interessante Ansätze, verpasst es jedoch, das auch konsequent zu verfolgen.
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