
Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass die Leiche der Schülerin Alberte Schneider (Marie Boda) tot in einem Baum gefunden wurde. Der Fall wurde als tragischer Unfall eingestuft und bald zu den Akten gelegt. Für den ermittelnden Christian Habersaat (Peter Mygind) war aber immer klar, dass mehr an der Geschichte sein musste, weshalb er all die Zeit auf eigene Faust nach der Wahrheit suchte. Als er mit seiner Pensionierung noch immer keine Antwort gefunden hat, kommt es zu einer Verzweiflungstat. Sein befreundeter Kollege Carl Mørck (Ulrich Thomsen), der in Kopenhagen das Sonderdezernat Q leitet, hatte seine Hilfsgesuche immer abgelehnt. Jetzt, da er tot ist, beschließt Mørck doch noch, gemeinsam mit Assad (Afshin Firouzi) und Roses (Sofie Torp) der Sache nachzugehen. Dabei führt die Spur zu einer Sekte, zu der die Tote gehörte und die von Atu (Joachim Fjelstrup) und dessen Vertrauter Pirjo (Hedda Stiernstedt) geleitet wird …
Die späte Suche nach der Wahrheit
Auch wenn Jussi Adler-Olsen im Laufe seiner Karriere eine Reihe von Romanen geschrieben hat, am bekanntesten ist der Däne dann doch für seine Thrillerreihe um Carl Mørck und das auf alte Fälle spezialisierte Sonderdezernat Q. Diese umfasst inzwischen elf Bände und wurde auch mehrfach adaptiert. Da war zunächst die vierteilige Reihe, die 2013 mit Erbarmen begonnen hat und in der Nikolaj Lie Kaas in der Rolle des heruntergekommenen Ermittlers zu sehen war. 2021 kam es zu einem Reboot: Bei Erwartung – Der Marco-Effekt übernahm Ulrich Thomsen die Hauptrolle. 2025 folgte noch die britische Netflix-Serie Dept. Q, diesmal durfte Matthew Goode den Polizisten spielen. Während Fans dort noch auf eine zweite Staffel warten, darf Thomsen noch einmal ran und mit Verheißung – Der Grenzenlose ein zweites Mal auf Mörderjagd gehen.
Das Prinzip ist dabei immer dasselbe. Ein alter Fall, den niemand lösen konnte, landet über Umwege bei Mørck und seinem Team, welches nach harter Arbeit und hohem Einsatz doch noch die Antworten findet. Das Genre schwankt dabei zwischen Krimi und Thriller hin und her. Prinzipiell geht es zwar immer darum, die Tatperson herauszufinden, sprich der klassische Whodunit. Aber dabei geraten die Ermittelnden zuweilen selbst in Gefahr oder müssen jemanden befreien, der in Gefangenschaft geraten ist. Bei Verheißung – Der Grenzenlose ist der Schwerpunkt schon stark das Rätsel an sich, wenn jahrelang offen war, wer der Schülerin das angetan hat. Erst später, als die drei der Lösung näherkommen, geraten sie in brenzlige Situationen. Das Publikum soll dann mitfiebern, wenn zumindest in der Theorie die Suche nach der Wahrheit den Tod bedeuten kann.
Erneut nicht wirklich spannend
Allerdings ist die Zahl der Verdächtigen dann doch zu überschaubar, als dass man da viel rätseln könnte. Zwar wird schon versucht, zwischendurch eine Alternative aufzubauen. Aber der Fokus auf der Sekte, deren Figuren immer wieder in eigenen Szenen beleuchtet werden, lässt keinen wirklichen Zweifel daran, dass die Antwort dort zu finden ist. Die Frage ist nur: Warum sollten Leute, die offensichtlich der Sonne besondere Kräfte zuschreiben, jemanden ermorden wollen? Die Auflösung gibt es in Verheißung – Der Grenzenlose ganz klassisch erst zum Schluss. Und sie ist nicht so wirklich überzeugend, da wird auf überzogenes Drama rund um bescheuerte Leute gesetzt.
Insgesamt ist der Film auch nur mäßig spannend, es gelingt nur dann und wann aus diesem Szenario Nervenkitzel herauszuholen. Die Szenen rund um den Sektenführer, der – wie sollte es auch anders sein? – gern mit verschiedenen Frauen ins Bett geht, ziehen Verheißung – Der Grenzenlose in die Länge. Aber auch bei den Ermittelnden passiert nicht so wahnsinnig viel Interessantes. Richtig schlecht ist der Thriller zwar nicht. Ein paar nette Einfälle und hübsche Settings sind schon dabei. Man darf aber nicht zu viel darüber nachdenken, teilweise wird es arg unsinnig. Wer unbedingt einen düsteren Genrevertreter voll kaputter Menschen sehen möchte, kann reinschalten. Aber das hat hier schon ziemlich viele Schwächen, nach einem verheißungsvollen Beginn baut der Film ab.
OT: „Den grænseløse“
AT: „Jussi Adler-Olsen: Verheißung“
Land: Dänemark, Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Ole Christian Madsen
Drehbuch: Jakob Weis
Vorlage: Jussi Adler-Olsen
Musik: Jonas Struck, Lasse Ziegler
Kamera: Jørgen Johansson
Besetzung: Ulrich Thomsen, Afshin Firouzi, Sofie Torp, Hedda Stiernstedt, Joachim Fjelstrup, Helle Fagralid, Søren Malling, Rasmus Bjerg
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