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Der Gigant aus dem All

„Der Gigant aus dem All“ // Deutschland-Start: 16. Dezember 1999 (Kino) // 15. September 2016 (Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Als es 1957 zu einer Reihe von Stromausfällen kommt, beschließt der 9-jährige Hogarth Hughes, der Sache nachzugehen. Tatsächlich findet er die Ursache: Ein riesiger, außerirdischer Roboter ist auf die Erde gestürzt und hat sich in Stromkabeln verheddert, die ihn nun zu töten drohen. Hogarth befreit ihn aus seiner Notlage und beginnt im Anschluss, viel Zeit mit ihm zu verbringen. Anfangs ist die Kommunikation der beiden etwas schwierig, da sie nicht wissen, wie sie miteinander reden sollen. Doch nach und nach kommen sie sich näher und beginnen Freundschaft zu schließen. Allerdings ist der Junge nicht der Einzige, der die Anwesenheit des Roboters bemerkt hat. Die Regierung will ebenfalls wissen, was sich da abgespielt hat und schickt deshalb den Agenten Kent Mansley los. Und der würde alles dafür tun, um seine Mission zu einem Ende zu bringen …

Publikumsliebling mit Anlaufschwierigkeiten

Mit Die Unglaublichen (2004) und Ratatouille (2007) hat Brad Bird zwei große moderne Animationsklassiker inszeniert, weshalb sein Name bis heute bei Fans hoch im Kurs steht. Dabei war die Karriere des US-amerikanischen Regisseurs fast schon vorbei, noch bevor sie richtig angefangen hat. Denn sein Debüt Der Gigant aus dem All stand von Anfang an unter keinem guten Stern. So gab es bereits 1991 erste Pläne, das 1968 veröffentlichte Kinderbuch von Ted Hughes zu adaptieren. Danach machten diese aber mehrere Veränderungen durch. Während der Produktion wurden dann das Budget und die Produktionszeit reduziert, nachdem zuvor Das magische Schwert – Die Legende von Camelot vom selben Studio an den Kinokassen enttäuschte. Am Ende gelang es zwar, mit diesem niedrigen Budget zu arbeiten. Doch trotz guter Kritiken war auch diese günstigere Variante ein Verlustgeschäft.

Aber wie das so ist mit Filmen: Manchmal brauchen sie ein wenig, um ihr Publikum zu finden. Inzwischen gilt Der Gigant aus dem All dann auch als äußerst gelungenes Science-Fiction-Werk, das zu Unrecht untergegangen ist. Die Geschichte ist dabei natürlich nicht so wahnsinnig originell. Es gibt viele Filme, in denen Kinder sich mit irgendwelchen nicht-menschlichen Wesen anfreunden, die von anderen verfolgt werden. Das wohl bekannteste Beispiel für ein solches Szenario dürfte E.T. – Der Außerirdische (1982) sein, das seinerzeit weltweit das Publikum rührte. In eine ähnliche Richtung ging zuletzt Die Legende von Ochi (2025), eine etwas schrägere Variante eines solchen Szenarios. Der Gigant aus dem All ist da im Vergleich konventioneller, weniger eigensinnig. In vielfacher Hinsicht folgt der Film dem üblichen Weg.

Unterhaltsam und herzerwärmend

Aber das muss ja kein Manko sein, solange die Umsetzung stimmt. Und das tut sie hier. So gibt es eine Reihe komischer Szenen. Gerade zu Beginn, wenn die beiden Hauptfiguren sich kennenzulernen und es zu Missverständnissen und Verständigungsschwierigkeiten kommt, ist das unterhaltsam. Trotz seiner Größe und der potenziellen Gefahr ist der Riesenroboter eine Art Riesenbaby, das nicht weiß, wie es sich zu verhalten hat. Aber auch einige der Nebenfiguren – neben dem gleichermaßen paranoiden wie skrupellosen Agenten ist auch der Künstler Dean McCoppin eine echte Bereicherung – tragen zu dem Spaß bei. Und natürlich ist Der Gigant aus dem All auch ein herzwärmender Film, wenn es um die Themen Freundschaft und Selbstbestimmung geht. Themen, die ein Vierteljahrhundert später genauso gut funktionieren.

Das gilt auch für die Optik. Dass der Film mit Budgetkürzungen und Unterbesetzung zu kämpfen hat, merkt man ihm nicht an. Der Gigant aus dem All setzt dabei auf eine Mischung aus traditionellem Zeichentrick und computergenerierten Inhalten – der Gigant selbst. Solche Mischung können schnell furchtbar aussehen, wie diverse Animes aus den 2000ern zeigen, wo die verschiedenen Bestandteile einfach nicht zusammenfanden. Hier funktioniert das hingegen sehr gut, das Zusammenspiel des Jungen und seines riesigen Freundes ist überzeugend gelöst. Die flüssigen Animationen und die stimmungsvollen Hintergründe sind noch immer sehenswert und haben ihren Anteil daran, dass das hier ein rundes Debüt wurde, dem glücklicherweise noch weitere Filme von Bird folgten.

Credits

OT: „The Iron Giant“
Land: USA
Jahr: 1999
Regie: Brad Bird
Drehbuch: Brad Bird, Tim McCanlies
Vorlage: Ted Hughes
Musik: Michael Kamen

Trailer

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Der Gigant aus dem All
fazit
In „Der Gigant aus dem All“ schließen ein Junge und eine riesiger, außerirdischer Roboter Freundschaft. Die Romanadaption folgt sicherlich überwiegend bewährten Pfaden. Aber sie macht Spaß, ist herzerwärmend und sieht ein Vierteljahrhundert später noch immer toll aus.
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