Wahrheit & Verrat – Truth & Treason
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Wahrheit & Verrat – Truth & Treason

„Wahrheit & Verrat – Truth & Treason“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Deutschland, 1941: Schon länger ist sich der 16-jährige Helmuth Hübener (Ewan Horrocks) bewusst, dass da mit seiner Heimat nicht alles in Ordnung ist. So weiß er durch das heimliche Hören ausländischer Sender, dass die Bevölkerung über vieles im Unklaren gelassen wird. Vor allem aber der Umgang mit der jüdischen Bevölkerung ist für ihn inakzeptabel. Als einer seiner Freunde verschleppt wird, gründet er zusammen mit Karl-Heinz Schnibbe (Ferdinand McKay) und Rudolf Wobbe (Daf Thomas) eine Widerstandsgruppe. Zu dritt verfassen die drei antifaschistische Flugblätter, die sie verteilen. Doch diese Aktionen bleiben auch beim Regime nicht unbemerkt. Gestapo-Mann Erwin Muessener (Rupert Evans) macht sich auf die Jagd nach den Verfassern, die für die Nationalsozialisten Landesverräter sind …

Erinnerung an einen Widerständler

Dass im Dritten Reich Widerstand gegen die Obrigkeit gefährlich war, ist bekannt. Und doch haben sich zahlreiche Menschen gefunden, die sich nicht mit der Situation abfinden wollten und auf die eine oder andere Weise gegen das Regime kämpften. Das ist für Filme natürlich ein dankbares Thema, wenn Leute für die gute Sache ihr Leben aufs Spiel setzen. Eines der bekanntesten Beispiele dürfte Die weiße Rose über die gleichnamige Widerstandgruppe sein. In den letzten Jahren setzten Werke wie Bonhoeffer und In Liebe, Eure Hilde diesen mutigen Menschen ein Denkmal. Mit Wahrheit & Verrat – Truth & Treason kommt nun ein weiterer Film zu uns, der eine solche Erinnerungskultur betreibt und die Leistungen und den Einsatz Einzelner würdigen möchte.

Richtig groß war das Wirken von Helmuth Hübener dabei zwar nicht. Zusammen verfassten die Widerständler rund 60 Flugblätter, jedes davon hatte eine Auflage von 3 bis 5 Exemplaren. Richtig weit kommt man damit nicht. Aber es geht in Wahrheit & Verrat – Truth & Treason auch nicht darum, irgendwelche kriegsentscheidenden oder gesellschaftlich relevante Aktionen zu würdigen. Man konzentriert sich vielmehr auf die Jugendlichen und den Mut, den diese aufbringen mussten. Dass sie mit ihren Aktionen gar nicht so viel bewegen konnten, macht diesen umso beeindruckender. Sein Leben aufs Spiel zu setzen, ohne zu wissen, ob das etwas bringt, einfach weil es einem das eigene Gewissen so sagt, das ist immer beeindruckend. Und es ist gerade auch in einer Zeit beeindruckend, in der Faschismus und Diskriminierung wieder auf dem Vormarsch sind.

Heiligsprechung statt Tiefgang

Regisseur und Co-Autor Matt Whitaker, der mehr als zwanzig Jahre zuvor bereits einen Dokumentarfilm zu dem Thema gedreht hatte und seit Ewigkeiten einen Spielfilm machen wollte, fällt allerdings auch nicht wirklich viel mehr ein als das. Besonders enttäuschend ist, wie wenig er zu seinen Protagonisten zu sagen hat. So verzichtet Wahrheit & Verrat – Truth & Treason fast vollständig auf eine Charakterisierung der jungen Männer. Auch bei den jeweiligen Familiengeschichten wird mit Informationen geknausert, man konzentriert sich fast vollständig auf die Aktivitäten an sich. Und eben die Würdigung an sich, der Film kommt einer Heiligsprechung gleich. Von dieser darf man natürlich ergriffen sein. Sehr viel Substanz hat das aber nicht.

Dafür gefällt der Film schauspielerisch. Neben den drei Nachwuchsdarstellern, die ihre Figuren trotz der spärlichen Informationen lebendig werden lassen, überzeugt gerade  Rupert Evans (The Boy) in der Rolle des Gegenspielers. Er hat auch eine etwas interessantere Rolle abbekommen, da es hier zumindest noch so etwas wie Nuancen gibt. Insgesamt ist Wahrheit & Verrat – Truth & Treason ganz ordentlich geworden. Ein Publikum, das solche inspirierenden Werke gern sieht und gar nicht so tief in die Materie einsteigen will, kann es hiermit schon einmal versuchen. Im Bereich der Widerstandsfilme hat es aber schon interessantere Beispiele gegeben, mehr als gehobener Durchschnitt ist das hier nicht.

Credits

OT: „Truth & Treason“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Matt Whitaker
Drehbuch: Ethan Vincent, Matt Whitaker
Musik: Aaron Zigman
Kamera: Bianca Cline
Besetzung: Ewan Horrocks, Ferdinand McKay, Daf Thomas, Nye Occomore, Rupert Evans

Bilder

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Wahrheit & Verrat – Truth & Treason
fazit
„Wahrheit & Verrat – Truth & Treason“ erinnert an eine Gruppe deutscher Jugendlicher, die im Dritten Reich mit Flugblättern Widerstand leisteten. Der Film konzentriert sich dabei auf die Heiligsprechung, interessiert sich aber nicht wirklich für die eigenen Figuren. Das Ergebnis ist dank des Ensembles jedoch ordentlich.
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