
Für TV-Produzentin Leah Caldwell (Kelly Rowland) könnte ein Traum wahr werden: Als erste Frau hat sie nach dem Abgang ihres Chefs Dan (Matt Walsh) die Chance, die New Yorker Morgenshow zu leiten! Dummerweise taucht dann aber ihr Ex-Freund Jarrett Roy (Method Man) auf. Nicht nur, dass sie ganz gut darauf hätte verzichten können ihn wiederzusehen, da ihre Beziehung sehr hässlich geendet ist. Er droht ihr auch noch die Show vor der Nase wegzuschnappen. Dabei behauptet er jetzt, ein ganz anderer Mensch zu sein, nachdem er den Ratgeber Relationship Goals gelesen hat – ein Bestseller, der auch in Leahs Umfeld ein Renner ist. So ganz kann sie das nicht glauben. Wohl oder übel muss sie sich der Arbeit wegen aber mit ihm arrangieren …
Aus Liebe zum Ratgeber
Kurz vor dem Valentinstag sind die Streamingdienste traditionell sehr darum bemüht, entsprechend romantische Stoffe fürs Publikum bereitzustellen. Während sich Netflix dieses Jahr überraschend zurückhält, schickt der Konkurrent Amazon Prime Video Relationship Goals ins Rennen. Darin dreht sich alles – der Titel nimmt es bereits vorweg – um Beziehungen. Die wichtigste ist natürlich die der beiden Hauptfiguren, die sich zunächst zwar in einem Konkurrenzverhältnis befinden, bei denen aber sofort klar ist, dass sie füreinander bestimmt sind. Auch sonst spielt Liebe eine große Rolle. Beispielsweise planen die zwei eine Ausgabe zum Valentinstag. Selbst im direkten Umfeld wird viel über das Thema gesprochen, wenn die Freundinnen der Protagonistin die große Liebe suchen.
Und dann wäre da noch Relationship Goals selbst. Dabei handelt es sich um einen realen Ratgeber, verfasst von Michael Todd. Dieser ist nicht einfach ein Autor, sondern hauptberuflich Pastor. Und ein sehr geschäftstüchtiger, immer auf der Suche, ein möglichst großes und zahlungsfähiges Publikum zu erreichen. In dem Film ist es nicht nur so, dass auf das Buch Bezug genommen wird. Ständig wird davon gesprochen, machen die Figuren Werbung dafür, wie es ihr Leben verändert hat. Und damit auch noch ein Gesicht dazukommt, darf Todd selbst auftauchen und sich selbst spielen. Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass Filme Schleichwerbung betreiben, etwa durch Product Placement. Hier wird es aber so dreist, dass selbst der Google-Imagefilm Prakti.com im Vergleich zurückhaltend wirkt. Ob nun Amazon von der Popularität profitieren wollte oder sich dafür bezahlen ließ, lässt sich kaum sagen. Fragwürdig ist es trotzdem.
Generisch
Andererseits ist dieser Aspekt zumindest etwas, das einem in Erinnerung bleibt. Vom Rest des Films kann man das kaum behaupten: Regisseurin Linda Mendoza, die sonst bei sehenswerten Serien wie Survival of the Thickest oder Noch nie in meinem Leben … tätig war, hat eine Liebeskomödie vorgelegt, der mit der Beschreibung „generisch“ noch geschmeichelt wäre. Da ist wirklich nichts, das irgendwie mal eine Persönlichkeit aufweist, etwas wagt oder wenigstens etwas zu erzählen hat. Die Figuren sind langweilig, die Handlung ist es auch. Irgendwann versucht sich Relationship Goals zwar schon noch daran, auch etwas Tieferes anzubieten, wenn die Protagonistin und ihr Vater um ihre verstorbene Mutter trauern. Das ist aber so schematisch und oberflächlich, dass das nicht mehr als ein Eintrag auf einer Checkliste ist. Von den religiösen Aspekten ganz zu schweigen.
Immerhin, die Chemie zwischen Kelly Rowland und Method Man stimmt. Das war nicht unbedingt zu erwarten, beide haben zuweilen kein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer filmischen Projekte. Außerdem war der Rapper vom Wu-Tang Clan nicht unbedingt die naheliegendste Wahl für eine romantische Komödie. Er schlägt sich aber wacker, an ihm liegt es nicht, dass der Film so schwach ist. Klar, wer keine Ansprüche an Tiefe oder Originalität hat, sondern einfach nur sehen möchte, wie zwei attraktive Menschen nach anfänglichen Problemen zusammenkommen, bekommt genau das geboten. Relationship Goals hat aber – Ratgeber hin oder her – nichts über die Liebe zu sagen. Mit wertvollen Erkenntnissen wird keiner am Ende aus dem Film gehen.
OT: „Relationship Goals“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Linda Mendoza
Drehbuch: Michael Elliot, Cory Tynan, Laura Lekkos
Musik: Dara Taylor
Kamera: Federico Cantini
Besetzung: Kelly Rowland, Method Man, Robin Thede, Annie Gonzalez, Dennis Haysbert, Matt Walsh
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