Send Help
© 20th Century Studios

Send Help

Send Help
„Send Help“ // Deutschland-Start: 29. Januar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Wenn es um Zahlen geht, macht Linda Liddle (Rachel McAdams) so leicht niemand etwas vor. Geradezu manisch besessen und detailverliebt geht sie ihrer Arbeit nach und wurde dadurch zu einer unersetzlichen Stütze ihres Unternehmens. Das sah auch ihr Chef so und stellte ihr eine Beförderung in Aussicht: In Zukunft soll sie als Vize-Präsidentin richtig viel Verantwortung übernehmen. Dummerweise ist der Chef aber tot und sein Sohn Bradley Preston (Dylan O’Brien) hat das Geschäft übernommen. Und der kann nicht sehr viel mit der zwar gewissenhaften, aber auch aufdringlichen und sozial weniger begabten Angestellten anfangen – also kriegt ein Kumpel seinen Job. Doch dann stürzt der Privatjet ab, der die Führungskräfte zu einem wichtigen Geschäftstermin bringen sollte, und nur Linda und Bradley überleben. Auf einer einsamen Insel gestrandet, müssen die beiden um ihr Überleben kämpfen und kommen sich dabei mit der Zeit näher …

Crowdpleaser statt Horror

Eine Zeit lang sah es so aus, als wäre Sam Raimi nur noch daran interessiert, an großen Franchises zu arbeiten, welche die Massen anziehen. Gleich vier Filme drehte er in den vergangenen 25 Jahren für Marvel, dazu kam noch Die fantastische Welt von Oz. Das war sehr ertragreich, für ihn wie die Studios. Wer den US-Regisseur aber vor allem mit dem Horrorgenre in Verbindung bringt, das ihn einst so bekannt gemacht hat, wurde wenig bedacht. Lediglich Drag Me to Hell (2009) erinnerte an die Anfangstage. Da dürften sich so manche Fans gefreut haben, als Send Help angekündigt wurde. Schließlich hieß es im Vorfeld, dass er hiermit zu Horrorgenre zurückkehrt. Die schlechte Nachricht: Das stimmt so nicht, da muss man beim Genre schon sehr großzügig sein. Die gute Nachricht: Spaß macht der neueste Film Raimis trotzdem.

So ist die Geschichte ein echter Crowdpleaser, wenn eine gemobbte Angestellte es ihrem Chef mal richtig beweisen kann. Dieser muss nicht nur erkennen, dass sie über mehr Fähigkeiten verfügt, als ihm vorher bewusst war. Er ist zudem von ihr abhängig, da er auf der Insel selbst nichts auf die Reihe bekommt. Send Help handelt dann auch maßgeblich davon, wie sich die Hierarchie dynamisch verändert und dem arroganten Thronfolger nach und nach die Kontrolle entgleitet. Das erinnert in mehrfacher Hinsicht an Triangle of Sadness. Auch dort stranden die Figuren nach einem Unglück auf einer einsamen Insel, wo dann auf einmal eine einfache Angestellte das Kommando übernimmt, weil die Reichen nichts auf die Reihe bekommen. Während es bei der preisgekrönten Satire aber die unterschiedlichsten Charaktere und damit eine ausgefeilte Gruppendynamik gibt, da sehen wir hier über weite Strecken nur zwei Figuren.

Unterhaltsam mit Längen

Das sich wandelnde Verhältnis zwischen den beiden Hauptfiguren geht mit tonalen Schwankungen und sich verschiebenden Genregrenzen einher. Über weite Strecken ist der Film in erster Linie eine Komödie, die mit überzeichneten Figuren arbeitet. Zwischendurch wird es aber auch mal ernster, es gibt Anflüge einer Romanze. Verbunden wird das mit Elementen eines Survivalabenteuers. Aber auch Thriller ist nicht verkehrt. Man muss auf Letzteren aber warten. Sehr lange warten sogar. Eines der größten Mankos von Send Help ist tatsächlich die Länge, zwischenzeitlich zieht sich der Film zu sehr. Dafür ist der Showdown überraschend kurz und nicht annähernd so brutal, wie man das vorher hat erwarten dürfen.

Trotz dieser Mängel ist der Genremix aber durchaus sehenswert. Zum einen streift dieser eine Reihe wichtiger Themen, wenn es etwa um Geschlechterbilder geht, die Auswirkungen von Autorität und moralische Fragen. Vor allem aber hat Raimi ein fantastisches Duo vor die Kamera gelockt. Rachel McAdams (Spotlight) als bemühte Nervensäge und Dylan O’Brien (Twinless) in der Rolle des sexistischen Schnösels bringen so viel Spielfreude mit, dass die Schwächen nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Und auch wenn Send Help sicher noch ein ganzes Stück böser hätte ausfallen dürfen, ist es doch schön, wie der Regisseur hier zumindest teilweise zu seinen Wurzeln zurückkehrt und seine Figuren dabei zunehmend alle Hemmungen fallen lassen.

Credits

OT: „Send Help“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift
Musik: Danny Elfman
Kamera: Bill Pope
Besetzung: Rachel McAdams, Dylan O’Brien

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Send Help
fazit
In „Send Help“ stranden eine sozial ungeschickte Zahlenmeisterin und ihr sexistischer Schnösel-Chef gemeinsam auf einer einsamen Insel. Der Film ist zwar nicht das angekündigte Horror-Comeback von Sam Raimi, sondern vielmehr eine Abenteuerkomödie mit Thrillerelementen und hat auch mit Längen zu kämpfen. Das Ganze macht aber schon Spaß, auch weil die Besetzung die pure Spielfreude ist.
Leserwertung0 Bewertungen
0
7
von 10