
Die Schulzeit ist nun vorbei, es beginnt das Leben an der Universität! Für die meisten zumindest. Bartleby (Justin Long) ist einer der wenigen, die das mit der weiteren Bildung nicht auf die Reihe bekommen, es hagelt eine Absage nach der anderen. Und auch Hands (Columbus Short), Glen (Adam Herschman) und Rory (Maria Herschman) sind nicht angenommen worden. Als tun die vier das, was alle in ihrer Lage tun würden: Sie erfinden einfach eine Uni. Gemeinsam mit Bartlebys bestem Freund Schrader (Jonah Hill) entsteht so das fiktive South Harmon Institute of Technology (S.H.I.T.), Campus und Dekan inklusive, welches das Quartett aufnimmt und das auch schriftlich bestätigt. Damit kehrt dann endlich Ruhe ein bei den jeweiligen Familien, in dem Glauben, dass der Nachwuchs nun untergekommen ist. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als Hunderte weitere Loser sich online bei der Uni einschreiben, weil sie glauben, dass diese real ist …
Selbst ist die Bildung
Wer bei anderen keine Arbeit findet, gibt sich selbst eine. Diese Idee stand hinter der Ich-AG, bei denen Arbeitslosen geholfen wurde, eigene Unternehmen zu gründen und sich damit selbst eine Perspektive zu schaffen. Doch gilt das auch für eine universitäre Ausbildung? S.H.I.T. – Die Highschool GmbH folgt diesem ungewöhnlichen Gedankengang, wenn vier junge Menschen, die vor verschlossenen Türen stehen, einfach selbst ein College gründen. Genauer tun sie so als ob. Im Hinblick auf die Ausbildung ist das eher weniger produktiv. Aber darum geht es ja auch nicht. Eigentlich freut sich der Protagonist ja darauf, dass er nichts tun muss und dabei gleichzeitig dem strengen Blick seines Vaters entkommt, der ihn bis zu dem Zeitpunkt strafend ansieht.
Von diesem Szenario ausgehend konnte man die unterschiedlichsten Richtungen einschlagen. S.H.I.T. – Die Highschool GmbH machte daraus primär eine Jugendkomödie um Leute, die das Leben genießen wollen und dabei eine Menge Chaos anrichten. Dazu gehören übliche Klischees wie die Schulschönheit, die auf einmal Gefühle für den Protagonisten entwickelt und dafür den beliebteren Konkurrenten ausschlägt. Sonderlich einfallsreich ist das jetzt nicht gerade. Der Humor ist zwischendurch schon immer mal wieder etwas plump. Und eigentlich sieht Justin Long auch zu gut aus, als dass man ihn ganz glaubwürdig für eine solche Loser-Rolle nehmen kann. Ansonsten ist die Besetzung aber natürlich schon gut, zudem prominent: Neben Justin Long und Jonah Hill ist auch Blake Lively zu sehen, alle drei standen damals noch am Anfang ihrer Karrieren.
Unter den Möglichkeiten geblieben
Der Film hat aber auch inhaltliche Stärken. Da ist zum einen das herrlich bescheuerte Szenario, auf das man erst einmal kommen muss. Dann und wann kann sich S.H.I.T. – Die Highschool GmbH sogar dazu hinreißen, sich wirklich mit dem angesprochenen Thema auseinanderzusetzen. So wird die Schein-Universität nicht nur zum Auffangbecken für all diejenigen, die im herkömmlichen System keinen Platz finden. Die jungen Menschen können – auch aufgrund fehlender Rahmenbedingungen und Konzepte – sich an allem Möglichen ausprobieren. Einiges davon ist natürlich absoluter Quatsch, das Publikum soll ja lachen. Hin und wieder schimmert dabei aber schon eine Kritik an der herkömmlichen Bildung durch, die sich zu wenig auf Individuen einlässt und damit jede Menge Potenzial vergeudet.
Leider gilt das aber auch für den Film an sich. Da sind immer mal wieder Szenen dabei, die deutlich machen, was man aus diesem Szenario und diesem Ensemble hätte machen können. Doch diese Richtungen werden nie konsequent genug eingeschlagen, die satirischen und nachdenklichen Anschläge zu wenig genutzt. So bleibt mit S.H.I.T. – Die Highschool GmbH eine doch immer mal wieder amüsante und an und für sich sympathische Komödie, die man sich auch zwei Jahrzehnte später noch gut anschauen kann. Aber es bleibt eben auch etwas Enttäuschung zurück, dass da nicht mehr als ein mittelmäßiger Streifen draus wurde, der gute Ideen mit altbackenen Witzen kreuzte.
OT: „Accente“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: Steve Pink
Drehbuch: Adam Cooper, Bill Collage, Mark Perez
Musik: David Schommer
Kamera: Matthew F. Leonetti
Besetzung: Justin Long, Jonah Hill, Blake Lively, Maria Thayer, Anthony Heald, Lewis Black
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