
James Sunderland (Jeremy Irvine) ist seit dem Ende seiner Beziehung mit Mary Crane (Hannah Emily Anderson) nur noch ein Schatten seiner selbst. Immer wieder trinkt er und verliert die Fassung, kann dabei sogar gewalttätig werden. Daran kann auch seine Therapeutin (Nicola Alexis) nichts ändern, die ihm immer wieder gut zuspricht. Als er einen Brief von Mary erhält, die ihn bittet, nach Silent Hill zurückzukehren, zögert er daher auch nicht lange. In der Stadt angekommen, muss er jedoch feststellen, dass der Ort praktisch nicht mehr wiederzuerkennen ist. Alles ist zerstört, die Menschen sind verschwunden, dafür streifen Monster durch die Straßen und lauern ihm in den Gebäuden auf. Doch James ist fest entschlossen, seine große Liebe wiederzufinden …
Adaption eines Games-Klassikers
Nachdem Silent Hill zuletzt als Videospiel ein Comeback gefeiert hat, ist der Zeitpunkt eigentlich gut, um dem kultigen Franchise im Kino zum Comeback zu verhelfen. So war Silent Hill 2006 eine der besseren Games-Adaptionen, war von einem Meisterwerk zwar entfernt, gefiel aber durch die Atmosphäre. Sechs Jahre später gab es mit Silent Hill: Revelation eine Fortsetzung, die auf wenig positive Resonanz stieß. Nun meldet sich Regisseur Christophe Gans, der seinerzeit den ersten Film inszeniert hatte, mit einem neuen Anlauf zurück und wählte für Return to Silent Hill als Vorlage Silent Hill 2, das bei Fans einen ganz besonderen Status hat. Der Klassiker von 2001 gilt nicht nur als bester Teil der Reihe, sondern findet sich ganz allgemein immer wieder auf den Listen der besten Videospiele aller Zeiten wieder. Das sind schon große Fußstapfen, in die der Franzose da treten möchte.
Leider stellt er sich dabei als nicht sonderlich trittfest heraus. Dabei sind es eine ganze Reihe von Problemen, die den dritten Film in der Reihe plagen. Schon die erste Begegnung der beiden Hauptfiguren irritiert. Nachdem James Mary fast umgefahren hat, ist eine Romanze nicht unbedingt die naheliegendste Folge. Vor allem verwundert aber, dass die verstreuten Klamotten aus dem Koffer ein Grund dafür sein sollen, dass Mary nicht in den Bus steigt und stattdessen nach Hause geht. Die 15 Sekunden hätte der Busfahrer sicher noch gewartet. Natürlich ist die Szene insofern nicht wichtig, weil der Fokus ja auf anderen Aspekt liegt. Aber es ist symptomatisch für Return to Silent Hill, das emotionale Szenen erzeugen möchte und daran komplett scheitert. Das liegt auch an der Besetzung, die es irgendwie schafft, weniger menschlich als die Computerspiel-Figuren zu wirken.
Langweilig und hässlich
Aber auch der Horroraspekt überzeugt nicht. Zwar investiert Gans schon viel Zeit, lässt ein Monster nach dem anderen auftreten. Neben dem ikonischen Pyramide Head kommen diverse andere Kreaturen zum Einsatz. Nur wird das Ganze nie spannend. Tatsächlich ist der Film über weite Strecken sogar richtig langweilig. Return to Silent Hill springt ungelenk zwischen Flashbacks, die das gemeinsame Leben von James und Mary zeigen, und den Monstermomenten hin und her. Wo man bei den Spielen noch wirklich mitfieberte, weil man als Normalo überhaupt nicht dafür gedacht ist, gegen diese Wesen kämpfen zu können – die Hilflosigkeit unterschied die Spiele immer von den Resident Evil Kollegen –, da hat man hier nie das Gefühl, dass wirklich etwas geschehen könnte.
Ein Grund dafür ist die Optik: Return to Silent Hill ist ein geradezu erschreckend hässlicher Film. Wo es Gans vor zwanzig Jahren noch gelungen war, eine unwirkliche Version der Realität zu erschaffen, da sieht das hier immer nach einem Computerspiel aus. Und keinem besonders aktuellen Computerspiel: Die Kreaturen sind billig modelliert, die Settings sind teils fürchterlich. Das ist schade, wenn nicht gar ärgerlich. Natürlich gibt es immer wieder mäßige Horrorfilme, auch solche, die noch einmal deutlich schlechter sind als dieser hier. Aber angesichts der Vorlage, die es schaffte Grauen und Gefühle miteinander zu verbinden, ist es schon enttäuschend, dass die Adaption weder das eine noch das andere hinbekommt. Dass die Geschichte teilweise abgewandelt wurde, macht die Sache nicht besser.
OT: „Return to Silent Hill“
Land: Frankreich, UK, Deutschland, Serbien, USA
Jahr: 2026
Regie: Christophe Gans
Drehbuch: Christophe Gans, Sandra Vo-Anh, Will Schneider
Musik: Akira Yamaoka
Kamera: Pablo Rosso
Besetzung: Jeremy Irvine, Hannah Emily Anderson, Evie Templeton
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