
Seitdem der ehemalige Marinesoldat Max (Kellan Lutz) bei einem Einsatz ein Schädeltrauma erlitten hat, ist das mit dem Kämpfen für ihn vorbei. Stattdessen versucht er, noch einmal von vorne anzufangen und ein ruhiges Familienleben zu führen. Damit ist es jedoch schlagartig vorbei, als der lokale Gangsterboss Ellis (Jeff Fahey) seinen Bruder und seine Frau ermordet und zusätzlich seine kleine Tochter entführt. Auch wenn Max eigentlich nicht wieder kämpfen wollte, bleibt ihm keine Wahl. Und so macht er sich auf die Suche nach den Verbrechern, um das Kind zu befreien und Rache zu üben. Dabei kreuzt sich sein Weg mit dem des Polizisten Santiago (Efren Ramirez), der seinerseits Jagd auf die Gangsterbande macht …
Und wieder ein Rachethriller
Kennt ihr den schon? Einem Menschen wird großes Unrecht zugefügt, etwa durch den Mord an seiner Familie, weshalb dieser auszieht, um sich an den Schuldigen zu rächen und dabei deutlich mehr Leute tötet, als er selbst verloren hat. Dieses Konzept wird gefühlt wöchentlich ausgegraben und mit wenig Variation wieder unters Volk gebracht. Meistens ist diese Hauptfigur ein Mann, meistens hat sie entweder einen militärischen Hintergrund oder arbeitete für die Polizei, um so rechtfertigen zu können, warum sie so gut kämpfen kann. In den letzten Monaten haben Titel wie Marco, Fist of the Warrior oder Demon City auf dieses Format zurückgegriffen und damit bewiesen, dass diese Idee auf der ganzen Welt populär ist. Und so auch in den USA, die uns Palido – Revenge will find you beschert haben.
Schon bei der Kurzzusammenfassung dürften die meisten herauslesen, dass der Actionthriller sich nicht darum schert, eine eigene Geschichte zu erzählen. Diese wirkt mehr wie ein Formular, wo dann nur noch die Namen ausgetauscht werden müssen. Der Mord an der Familie, die Entführung des Kindes, der militärische Hintergrund – da wurde die übliche Checklist abgearbeitet. Und auch die Sache mit dem Trauma ist völlig einfallslos, gefühlt greift inzwischen jeder zweite Rachethriller darauf zurück. Palido – Revenge will find you will sich wie viele andere ersparen, etwas in die Charakterzeichnung zu investieren. Der Verlust der Familie, die Rache und das Trauma müssen reichen, um aus der Kampfmaschine einen Menschen zu machen.
Langweilig
Bei manchen Filmen gelingt es, durch die Besetzung etwas von dieser Inhaltsleere abzulenken. Hier nicht. Kellan Lutz (Speed Kills, Desert Dawn – Es gibt kein zurück) bringt nicht genügend schauspielerische Präsenz oder das Charisma mit, um in der Hinsicht etwas zu reißen. Er ist einfach nur da. Veteran Jeff Fahey bleibt ein wenig mehr in Erinnerung. Aber auch er schafft es nicht, aus der Figur jemand Prägnantes zu machen. Regisseur und Drehbuchautor Javier Reyna hatte daran einfach kein Interesse. Dann und wann gibt es zwar Flashbacks in Palido – Revenge will find you und auch Passagen, die offensichtlich darauf aus sind, dass der Film neben den eigentlichen Kämpfen etwas erzählen kann. Dann sollte man aber auch etwas zu erzählen haben.
Die Zielgruppe wird das vermutlich auch nicht so wirklich stören, dieser kommt es primär darauf an, dass der Film spannend ist. Das ist er aber nicht wirklich. Nicht nur, dass Palido – Revenge will find you ein wenig lethargisch ist und ewig braucht, um mal in die Gänge zu kommen. Wenn es dann doch mal losgeht und Action angesagt wird, ist das auch nicht der große Hingucker. Die Choreografie ist bescheiden, die Spezialeffekte sind es ebenfalls. Das heißt dann nicht, dass das hier eine unzumutbare Katastrophe ist. Das Segment hat durchaus schon Schlechteres gesehen. Aber eben auch Aufregenderes. Die meiste Zeit über ist hier Langeweile angesagt, was vermutlich die größte Sünde ist, die ein solcher Film begehen kann. Wenn man schon einen dummen Film sieht, sollte dieser wenigstens Spaß machen.
OT: „Due Justice“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Javier Reyna
Drehbuch: Javier Reyna
Musik: Marcus Trumpp
Kamera: Brandon Ruiz
Besetzung: Kellan Lutz, Jeff Fahey, Efren Ramirez, Manu Intiraymi, Niko Foster, Tonantzin Esparza
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