
Mangelnden Einsatz kann man Rose Cooper (Reese Witherspoon) sicher nicht vorwerfen. Die Polizistin ist immer mit großem Eifer dabei und achtet peinlich genau darauf, sich an alle Regeln zu halten. Dabei fällt sie jedoch regelmäßig durch eine gewisse Tollpatschigkeit auf, weshalb sie zum Gespött geworden ist. Doch mit ihrer neuen Aufgabe darf sie beweisen, dass mehr in ihr steckt: Sie soll Felipe Riva (Vincent Laresca) und seine Frau Daniella (Sofía Vergara) beschützen, die gegen ein mächtiges Kartell aussagen wollen. Doch es dauert nicht lang, bis das alles schiefgeht: Auftragsmörder töten Felipe und Roses Kollegen. Sie selbst kann mit Daniella entkommen. Doch die beiden Frauen kommen nicht wirklich miteinander klar und die Gangster sind ihnen dicht auf der Spur …
Das alte Buddy-Movie-Konzept
Sie erfreuen sich regelmäßig größerer Beliebtheit: Buddy Movies. Beverly Hills Cop, Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis und zahlreiche andere Filme greifen auf das Prinzip zurück, dass zwei möglichst ungleiche Menschen zusammenarbeiten müssen und sich dabei mit der Zeit näherkommen. Wie das in der Filmbranche so üblich ist, wird dieses Konzept überwiegend auf Männer angewendet, vor allem bei den actionreicheren Varianten. Dabei gibt es keinen Grund, dass nicht auch zwei Frauen die Hauptfiguren sein sollen. Zumindest theoretisch war es daher eine gute Idee, als man Miss Bodyguard konzipierte. Doch trotz des bewährten Prinzips und der prominenten Besetzung war das Ergebnis eine kommerzielle Enttäuschung. Die Kritiken waren sogar katastrophal.
Dabei arbeitete man schon mit einem möglichst großen Kontrast. Daniella ist eine extrovertierte Glamourfrau, der Regeln egal sind und die auf großem Fuß lebt – wobei ihre High-Heel-Sammlung nicht fehlen darf. Rose ist hingegen überkorrekt, klein gewachsen und hat keine Ahnung davon, wie man das Leben genießen kann. Dass es bei zwei so unterschiedlichen Menschen zu Reibungen kommt, ist unausweichlich. Vor allem zu Beginn lässt Miss Bodyguard keine Chance ungenutzt, um Konflikte zu erzeugen. Ebenso obligatorisch ist, dass sich das mit der Zeit ändern wird. Wenn zwei Menschen durch ein Schicksal zusammengeschweißt werden und eine gefährliche Situation gemeinsam durchleben, müssen sie Freundschaft schließen – so die Logik dieser Filme.
Langweilig und einfallslos
Dass hier ein oftmals genutztes Konzept wieder ausgegraben wird, ist dabei kein Problem. Dumm ist nur, wenn man aus diesem Konzept eben so wenig macht. Das fängt schon damit an, dass die beiden Protagonistinnen grauenvoll sind. Sicher, in Buddy Movies ist es oft so, dass zumindest eine der zwei Hauptfiguren anstrengend ist. Wenn aber beide anstrengend sind, darf man sich schon fragen: Warum sollte ich mir das antun? Zumal die Figuren in Miss Bodyguard noch nicht einmal auf lustige Weise anstrengend sind. Oder auf interessante Weise. Viel mehr als Klischees sind dem Drehbuchteam nicht eingefallen. Und es sind nicht einmal viele, die beiden Protagonistinnen sind sehr eindimensional.
Leider halten sich Einfallsreichtum und Witz auch beim Rest stark in Grenzen. Man muss hier schon lange warten, bis da mal etwas Amüsantes geschieht. Und selbst dann ist nicht unbedingt ein herzhaftes Lachen angesagt, eher ein flüchtiges Schmunzeln. Dabei ist das Ensemble schon bemüht, aus diesem Stoff etwas herauszuholen. Es gelingt ihm nur nicht. Miss Bodyguard ist eine müde Actionkomödie, die ganz ohne den Charme anderer Buddy Movies auskommt. Zum Ende hin gibt es zwar Wendungen, die aufzeigen, dass man zumindest versuchte, etwas zu erzählen. Das ist aber zu spät und zu wenig. Der Film ist zehn Jahre später genauso langweilig und schwach, wie er es damals schon gewesen ist. Es reicht dann eben doch nicht, ein altes Konzept nur zu nehmen und mit bekannten Gesichtern zu füllen. So bewährt Buddy Movies sind, Selbstläufer sind sie dann doch nicht.
OT: „Hot Pursuit“
Land: USA
Jahr: 2015
Regie: Anne Fletcher
Drehbuch: David Feeney, John Quaintance
Musik: Christophe Beck
Kamera: Oliver Stapleton
Besetzung: Reese Witherspoon, Sofía Vergara, Robert Kazinsky, Matthew Del Negro, Michael Mosley, Richard T. Jones
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