Der Fall Marianne Voss Tv Fernsehen ZDF arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© arte/ZDF/Stefan Erhard

Der Fall Marianne Voss

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„Der Fall Marianne Voss“ // Deutschland-Start: 22. März 2024 (arte) // 25. März 2024 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Verzweifelt sucht Karsten Voss (Jörg Schüttauf) seine Ehefrau Marianne (Valerie Koch), die seit Stunden nicht mehr nach Hause gekommen ist. Wo könnte sie nur stecken? Bei der Polizei wird er zunächst abgewimmelt, nach einer so kurzen Zeit könne sie gar nicht tätig werden. Doch der ehemalige Bürgermeister einer brandenburgischen Kleinstadt besteht darauf, dass etwas geschehen sein muss. Später bestätigt sich aber der schlimmste Verdacht, als ihre Tochter Heike (Hannah Ehrlichmann) die Leiche im Wald entdeckt. Doch wer könnte sie getötet haben? Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, gerät ausgerechnet Karsten selbst in Verdacht, die Frau getötet zu haben, mit der er rund 50 Jahre verheiratet war …

Basierend auf einer wahren Geschichte

An Mord und anderen Verbrechen mangelt es im Fernsehen und im Kino natürlich nicht, jede Woche werden neue Geschichten rund um dieses Thema erzählt. Aber es geht doch eine besondere Faszination von solchen aus, die auf wahren Fällen basieren. Vor allem Netflix ist in der Hinsicht sehr umtriebig, da erscheinen jeden Monat irgendwelche Dokus. Fiktionalisierte Fassungen mit richtigen Schauspielern und Schauspielerinnen sind aber ebenfalls beliebt, siehe etwa Boston Strangler oder Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer. Nun geht mit Der Fall Marianne Voss auch mal wieder eine deutsche Produktion auf Publikumsfang. Wobei der auf arte und im ZDF ausgestrahlte Film keine direkte Adaption ist. Vielmehr ließ er sich von dem Fall Brigitte Scholl inspirieren, die Ende 2011 in einem Wald erdrosselt und vergraben wurde.

Wie der Fall ausgegangen ist, das ist bekannt. Zwar gibt es bis heute schon auch offene Fragen, da es keine eindeutigen Beweise gab, nur Indizien. Man könnte daher zu einem anderen Schluss kommen, als es das Gericht damals kam. Darum geht es in Der Fall Marianne Voss aber nicht. Hier soll nicht spekuliert werden, das Publikum darf zwar rätseln, muss es aber nicht unbedingt. Ebenso wenig gibt es hier neue Erkenntnisse, die den mittlerweile mehr als zehn Jahre zurückliegenden Fall in einem neuen Licht erscheinen lassen. Es ist nicht einmal so, dass die Ermittlungen für sich genommen wahnsinnig spannend wären. Die fallen recht kurz aus. Wer sich nur auf den True-Crime-Faktor interessiert, der ist hier also eher an einer falschen Adresse und könnte von dem Film enttäuscht sein.

Rückblick auf eine Ehe

Dabei ist er durchaus sehenswert. Tatsächlich ist er trotz eher sparsamer Genre-Elemente spannender, als es viele Krimis sind. So erzählt Regisseurin Uljana Havemann (Der Alte und die Nervensäge) primär die Geschichte eines Paares von den glücklichen Anfängen bis zum traurigen Ende. Zu diesem Zweck wechselt sie wiederholt zwischen zwei Zeitebenen. Die aktuelle handelt von der Gerichtsverhandlung, wo Karsten Voss der Prozess gemacht wird. Dieser wird jedoch immer wieder von Flashbacks unterbrochen, welche die Ehe wiedergeben. Der Fall Marianne Voss kombiniert auf diese Weise Krimi mit Drama, erzählt von Mord, aber eben auch von einer langsam zerbrechenden Beziehung. Letzteres steht in einem starken Kontrast zum öffentlichen Image der beiden, die als Traumpaar bekannt waren. Karsten selbst war beliebt, eine Lichtgestalt, die der Kleinstadt nach der Wende den Aufschwung bescherte.

Umso tragischer ist, wie das alles mit der Zeit den Bach runtergeht. Schritt für Schritt folgt der Film dem Paar und damit auch der Kleinstadt, die zahlreiche Veränderungen durchmachen. Indem das Ende vorgegeben ist, hat das natürlich etwas Fatalistisches. Gerade weil man weiß, wie böse die Entwicklung später sein wird, gehen die Bilder aus glücklichen Tagen zu Herzen. Insgesamt ist der Film sehenswert, auch wegen Jörg Schüttauf (Stasikomödie), der eine ambivalente Figur spielt. Karsten ist jemand, der anderen etwas Gutes tun möchte, dabei aber auch fordernd sein kann, wie die Geschichte um seine Geliebte zeigt. Der Fall Marianne Voss erzählt das alles ruhig, ohne viel dramatisieren zu wollen, vertraut auf den Inhalt und das Ensemble, hinterlässt damit mehr Eindruck als so manch anderer Film, der es darauf anlegt.

Credits

OT: „Der Fall Marianne Voss“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Uljana Havemann
Drehbuch: Karin Kaçi
Musik: Johannes Repka
Kamera: Stephan Wagner
Besetzung: Jörg Schüttauf, Valerie Koch, Thorsten Merten, Hannah Ehrlichmann, Steffi Kühnert, Bernhard Schütz, Marie-Lou Sellem, Ponny Distakul

Bilder

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Der Fall Marianne Voss
fazit
„Der Fall Marianne Voss“ erzählt basierend auf einer wahren Geschichte von dem Mord einer Frau. Dabei ist der Film aber mehr Drama als Krimi, wenn er eine Ehe porträtiert von den glücklichen Anfängen bis zum traurigen Ende. Das bietet True-Crime-Fans vielleicht nicht das, was sie erwarten, ist aber sehenswert.
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