Sloborn Staffel 3 TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
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Sløborn – Staffel 3

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„Sløborn – Staffel 3“ // Deutschland-Start: 2. Februar 2024 (ZDFneo)

Inhalt / Kritik

Evelin (Emily Kusche) und ihre Brüder Alex (Ron Renzenbrink), Lukas (Phileas Heyblom) und Peter (Maximilian Brauer) haben sich in dem Krankenhaus eingelebt, das ihre neue Heimat geworden ist, und gehen dort verschiedenen Aufgaben nach. Im Großen und Ganzen haben sie sich mit der Situation arrangiert, zumal das zu einer Festung umgebaute Gebäude ihnen den notwendigen Schutz bietet. Und doch ist die Lage alles andere als gut. Langsam neigen sich die Vorräte dem Ende zu, es fehlt an allem. Devid (Aaron Hilmer) und sein Spähtrupp finden dort draußen nur noch wenig Verwertbares. Während Herm (Adrian Grünewald) und andere an einem Plan arbeiten, um das Krankenhaus mit neuer Energie zu versorgen, erfährt Devid, dass offensichtlich Evelins Vater Richard (Wotan Wilke Möhring) noch immer lebt und nach einem Heilmittel gegen die Taubengrippe sucht …

Das Ende einer Eventserie

Während der Corona-Pandemie gab es nicht wenige Filme und Serien, die in irgendeiner Form dieses Ereignis aufgreifen wollten, das die ganze Welt in Atem hielt. Manche schilderten den Alltag während dieser Ausnahmesituation. Andere spannen die Geschichte weiter und wollten daraus Nervenkitzel-Unterhaltung machen. Und dann gab es noch die Fälle, die eigentlich gar nichts mit der akuten Pandemie zu tun hatten und nur der Umstände wegen veröffentlicht wurden, in der Hoffnung, von dem allgegenwärtigen Thema profitieren zu können. Bei Sløborn war es letztendlich reiner Zufall, dass die schon länger geplante Serie rund um eine tödliche Pandemie ausgerechnet dann auf ZDFneo ausgestrahlt wurde, als parallel da draußen eine erschreckend ähnliche Geschichte vor sich ging.

Der Popularität hatte es nicht geschadet, die erste Staffel schlug im Juli 2020 ganz gehörig ein und wurde zu einem großen Publikumserfolg. Bei Staffel 2, die Anfang 2022 folgte, war das Interesse schon spürbar gesunken, auch weil das alles bestimmende Corona an Bedeutung verloren hatte. Noch einmal zwei Jahre später ist die dritte und letzte Staffel da und dürfte beim Publikum auf nur wenig Resonanz stoßen. Zumindest ist die reale Pandemie, die seinerzeit den Ruhm mitbestimmte, heute eher ein Hindernis. Wer will schon 2024 noch daran denken? Wobei das zurückgehende Interesse an Sløborn vielleicht nicht nur an den Umständen liegt. Hinzu kommt, dass die Serie nach dem spannenden Einstieg deutlich weniger interessant geworden ist.

Die Suche nach einer Geschichte

Der Reiz der ersten Staffel lag noch darin, wie die bekannte Welt von einem Moment zum nächsten zusammenbricht und die Menschen in ihrer Panik nicht wissen wohin. Überall lauerten Gefahren, im Minutentakt starb jemand – und niemand wusste warum. Einen solchen Angriff auf das Nervenkostüm kann natürlich keine Geschichte dauerhaft halten, weshalb es grundsätzlich nicht verkehrt war, dass es in der zweiten Staffel von Sløborn darum ging, sich in dieser zerstörten Welt etwas aufzubauen. Das bedeutet dann zwar weniger akute Lebensgefahr, hätte aber schon auch spannend werden können. Anstatt aber etwas Profundes zur menschlichen Natur oder dem Aufbau neuer Gesellschaften zu sagen, gab es eine Ansammlung von langweiligen bis nervigen Figuren, deren Streitigkeiten ebenso nichtssagend wie repetitiv waren.

Bei der dritten Staffel sieht es wieder besser aus. Gestritten wird zwar auch hier wieder, wenn es darum geht, sich in der zerstörten Welt zurechtzufinden. Das ist aber etwas zielgerichteter als das übertriebene Drama im Mittelteil. Insofern kann man sich Sløborn jetzt schon wieder einigermaßen anschauen, sofern man Gefallen an solchen Survival-Endzeit-Szenarien hat. Nur hat Christian Alvart (Freies Land), der die ersten beiden Male noch Regie und Drehbucharbeit mit anderen teilte und diesmal allein verantwortlich ist, auch da nicht wirklich etwas Spannendes zu erzählen. Das größte Problem ist, dass die Serie beim letzten Drittel kein wirkliches Ziel mehr verfolgt. Da passiert zwar ständig irgendetwas. Abgesehen von der Suche nach dem Vakzin ist da aber keine Richtung drin, man reist umher und bleibt doch auf der Stelle stehen. Das ist zwar weniger nervig als beim letzten Mal. Interessant ist aber anders, es gibt keinen zwingenden Grund, warum man die Fortführung der Pandemie unbedingt anschauen müsste. Ganz zum Schluss gibt es zwar noch eine lohnenswerte Auseinandersetzung zur Frage, wie viel das Individuum für das Wohl der Gruppe beisteuern muss. Bevor das aber richtig diskutiert wird, ist die Serie schon vorbei.

Credits

OT: „Sløborn“
Land: Deutschland, Dänemark
Jahr: 2024
Regie: Christian Alvart
Drehbuch: Christian Alvart
Musik: Christoph Schauer, Max Filges
Kamera: Christian Alvart
Besetzung: Emily Kusche, Adrian Grünewald, Aaron Hilmer, Ron Relzenbrink, Maximilian Brauer, Phileas Heyblom, Lucia Wernze, Katinka Auberger, Alexandra Haar, Lena Maria Eikenbusch, Wotan Wilke Möhring, Zoran Pingel, Manuel Harder, Ole Lagerpusch, Lea van Acken, Safinaz Sattar, Luna Mohmand, Sascha Reimann, Alexander Scheer

Bilder

Trailer

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Sløborn – Staffel 3
fazit
Nach der nervigen zweiten Staffel ist „Sløborn“ bei der dritten und letzten wieder verträglicher. Aber auch irgendwie nichtssagend. Die wenigen interessanten Themen werden kaum ausgearbeitet. Stattdessen laufen die Figuren ewig durch die Gegend, ohne mal voranzukommen, der Thriller irrt ziellos umher auf der Suche nach einer Auflösung.
Leserwertung19 Bewertungen
4.6
5
von 10