Night Swim
© Universal Pictures

Night Swim

Night Swim

Inhalt / Kritik

Ray Waller (Wyatt Russell) lebte für den Baseball. Doch inzwischen gehört das der Vergangenheit an, aufgrund einer neurodegenerativen Erkrankung kann er den Sport nicht länger ausüben. Ihm bleibt nur, sich auf die fortschreitende Krankheit einzustellen. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause entscheiden er und seine Frau Eve (Kerry Condon) sich daher für ein Haus, zu dem ein alter, seit Jahren nicht mehr genutzter Pool gehört. Schwimmen, so die Hoffnung, soll ihn bei der Therapie unterstützen. Ihre Kinder Izzy (Amélie Hoeferle) und Elliot (Gavin Warren) sind begeistert, der Familie, die bislang ständig von einem Ort zum nächsten zog, scheint endlich ein Zuhause gefunden zu haben. Tatsächlich macht Ray auch bemerkenswerte Fortschritte, die Krankheit scheint gestoppt und sich sogar zu verbessern. Dabei ahnen sie nicht, dass dies mit einem hohen Preis verbunden ist, denn der Pool enthält ein tödliches Geheimnis …

Böses Wasser!

Das Böse lauert überall. Zumindest in Horrorfilmen dürfen die unmöglichsten Wesen und Orte zur Bedrohung für die Protagonisten und Protagonistinnen werden. Ob nun besessene Puppen sind, verrückt spielende Fahrstühle, übergriffige Bäume, Kreuzfahrtschiffe oder auch bissige Tomaten, es gibt nichts, das es nicht gibt. Mit Night Swim kommt nun ein weiteres Beispiel dafür, dass in dem Genre mehr oder weniger alles möglich ist. Sicher, es gab schon vorher Beiträge, bei denen Wasser auf die eine oder andere Weise eine Rolle spielte. Bei Dark Water etwa hingen die unheimlichen Vorkommnisse eng mit Wasser zusammen. Dass dieses aber selbst die Quelle des Bösen ist und ein Swimming Pool zu einer Todesfalle wird und zahlreiche Menschenopfer einfordert, auf die Idee muss man erst einmal kommen.

Der Aufbau der Geschichte ist dafür umso konventioneller. So beginnt der Film damit, dass wir den Pool das erste Mal bei der Arbeit sehen und er ein kleines Mädchen verschluckt, bevor die eigentlichen Figuren auftauchen. Und auch bei diesen hält sich Regisseur und Drehbuchautor Bryce McGuire an die vorgefertigten Bahnen. Hier mal etwas Seltsames, dort wird es bedrohlicher, während wir tiefer in die Vorgeschichte eintauchen und Leute befragt werden, die früher selbst vergleichbare Erfahrungen gemacht werden. Die gibt es immer, jemand muss ja verraten, was gespielt wird. Und natürlich glaubt in Night Swim zuerst niemand den Kindern, die als erstes darauf kommen, was gespielt wird. Kinder sind wie alte Menschen, die können leicht ignoriert werden. Bis die Hölle losbricht und es eigentlich schon zu spät ist.

Kein stimmiges Konzept

Es ist aber gar nicht mal so sehr das Formelhafte, was dem Film schadet, auch wenn einige Szenen recht langweilig geworden sind. Schlimmer ist, dass hier niemand darüber nachgedacht hat, eine in sich stimmige Geschichte zu erzählen. Klar, Horrorfilme müssen nicht sinnvoll oder realistisch sein. Im Gegenteil: Sie leben oft davon, wahnsinnige Sachen auszupacken. Das bedeutet aber nicht, dass es beliebig werden sollte. So passiert in Night Swim immer wieder etwas, das in keinem Bezug zu dem eigentlichen Szenario steht. Da kann dann zum Beispiel das Wasser an einem beliebigen anderen Ort auch Kräfte entwickeln, obwohl in einer anderen Szene darauf Wert gelegt wird, dass die Figur sich nicht zu weit vom Pool entfernen darf. Außerdem konnte man sich nicht entscheiden, ob das Böse nun ein eigenständiges, physisches Wesen ist oder lieber mit einer Form der Besessenheit arbeitet. Die regelmäßigen Halluzinationen funktionieren auch nicht.

Letzten Endes merkt man, dass das hier ursprünglich ein Kurzfilm war, der irgendwie auf Spielfilmlänge ausgebreitet werden sollte. Night Swim ist so ein Sammelsurium von Ideen, die überhaupt nicht zusammenpassen und nur dem Motto folgen: Hauptsache etwas mit Wasser. Das ist schade, weil es zwischendurch durchaus ordentliche Szenen gibt, die das Setting zu nutzen wissen. Mit Kerry Condon (The Banshees of Inisherin, Saints & Sinners – Heilige und Sünder) fand man zudem eine hervorragende Hauptdarstellerin, die ihre Vielseitigkeit bewiesen hat. Aber das reicht nicht aus, um die Schwächen des Drehbuchs auszugleichen. So kurios das Szenario ist, so wenig befriedigend ist das Ergebnis, die Mischung aus Langeweile und Irritation verleitet dazu, dass man hier seine Badesachen packen und wieder gehen möchte.

Credits

OT: „Night Swim“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Bryce McGuire
Drehbuch: Bryce McGuire
Musik: Mark Korven
Kamera: Charlie Sarroff
Besetzung: Wyatt Russell, Kerry Condon, Amélie Hoeferle, Gavin Warren

Bilder

Trailer

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Night Swim
fazit
Ein Swimmingpool als Ort des Bösen? Sicher, kann man machen. Der Ablauf des Films ist aber sehr viel weniger kurios als das Setting, da gibt es viel langweiliges 08/15. Ärgerlich ist zudem die Beliebigkeit, wenn es kein in sich stimmiges Konzept gibt und die einzelnen Szenen nicht zusammenpassen.
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