Und täglich grüßt das Murmeltier Groundhog Day

Und täglich grüßt das Murmeltier

Und täglich grüßt das Murmeltier Groundhog Day
„Und täglich grüßt das Murmeltier“ // Deutschland-Start: 29. April 1993 (Kino) // 19. Oktober 2023 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Mit seinen humorvollen Auftritten ist Wettermann Phil Connors (Bill Murray) bekannt geworden, er ist eine Institution im Fernsehen. Allerdings keine sehr glückliche. Eigentlich ist er von allem und jedem genervt. Vor allem nervt es ihn, dass er schon wieder in die Provinz soll, um dort vom Murmeltiertag zu berichten. In Zukunft soll damit Schluss sein. Dieses Mal führt aber noch kein Weg daran vorbei, weshalb er gemeinsam mit Produzentin Rita Hanson (Andie MacDowell) und Kameramann Larry (Chris Elliott) nach Punxsutawney fährt, um von den dortigen Festlichkeiten zu berichten. Das tut er ebenso routiniert wie uninteressiert, danach will er so schnell wie möglich weg. Umso großer ist sein Entsetzen, als er feststellt, dass er eben diesen Tag nochmal lebt, wieder und wieder …

Eine Zeitschleife mit Vorbild-Funktion

Es kommt selten vor, dass ein Film ein Thema oder Motiv so sehr prägt, dass er quasi zum Synonym dafür wird. Und täglich grüßt das Murmeltier ist ein solcher Fall. Natürlich hat es seither zahlreiche Filme und Serien gegeben, die mit einer sogenannten Zeitschleife gespielt haben, bei der sich ein Tag oder ein anderer Zeitabschnitt in einer Endlosschleife wiederholt. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen, in unterschiedlichsten Genres auch: Da ist von Horror (Happy Deathday) über Science-Fiction (Edge of Tomorrow) bis zum Mystery-Drama (Souls) alles dabei. Und doch ist die Komödie von 1993 so prägend gewesen, dass die meisten der Nachfolger einen Vergleich mit dem Kultfilm ertragen müssen. Teilweise suchen sie diesen auch selbst, wenn fleißig beim Vorbild zitiert wird oder Szenen variiert werden, die schon vor 30 Jahren zu sehen waren.

Tatsächlich ist es so, dass man beim Anschauen des Films vermutlich selbst dann lauter Déjà-vus hat, wenn man ihm zum ersten Mal sieht. Da wurde so viel später bei anderen Filmen übernommen, dass Und täglich grüßt das Murmeltier heute kaum mehr den Eindruck hinterlassen würde wie seinerzeit. Die einzelnen Stationen, die Phil unterwegs abläuft, sind zum Standard geworden, fast schon zum Klischee. Ob es die anfängliche Verwirrung ist, der spätere Versuch, das Wissen zu nutzen oder Grenzen auszutesten, oder die Verzweiflung, wenn alles immer gleich bleibt, man findet solche Punkte sehr oft in Zeitschleifen-Geschichten. Die spätere Wandlung zum Gutmenschen war sogar damals schon nicht originell gewesen, solche Läuterungslaufbahnen sind immer wieder beliebt.

Komödie mit Kultstatus

Aber nur weil die Komödie einiges von ihrer Individualität eingebüßt hat, heißt das nicht, dass man hiermit nicht nach wie vor seinen Spaß haben könnte. Die Konfrontationen eines menschenfeindlichen Stadtmenschen mit der gern etwas einfacher gestrickten ländlichen Bevölkerung sind unterhaltsam. Gleiches gilt für die Passagen von Und täglich grüßt das Murmeltier, in denen Phil sein gewonnenes Mittel mit in die Vergangenheit nimmt und auf verschiedene Weisen damit spielt. Mit Bill Murray fand man auch die Idealbesetzung für die Rolle des griesgrämigen Wettermanns, der sich langsam öffnen muss. In Die Geister, die ich rief hatte er fünf Jahre zuvor bereits eine sehr ähnlich angelegte Figur gespielt, die ebenfalls im Rahmen einer Fantasy-Komödie eine Wandlung zum Besseren durchmacht. Kaum jemand schafft es, ein derart witziges und charismatisches Arschloch zu sein.

Grundsätzlich spielt er auch das süßliche Finale gut, wenn seine Figur fürsorglicher und warmherziger wird. Allerdings geht dieser Wandel schon relativ schnell, man muss das nicht unbedingt nachvollziehen. Andere Passagen sind hingegen etwas zu sehr in die Länge gezogen. Regisseur und Co-Autor Harold Ramis, der mit Murray zuvor erfolgreich bei Caddyshack und Ghostbusters – Die Geisterjäger zusammengearbeitet hatte, hat hier so seine Probleme mit dem Pacing. Aber das sind alles Punkte, die sich leicht verschmerzen lassen. Und täglich grüßt das Murmeltier genießt nicht ohne Grund Kultstatus und gilt heute als großer Komödienklassiker. Die Einspielergebnisse mögen im Vergleich zu anderen Filmen damals gar nicht so beeindruckend gewesen sein. Dafür ist der Film sehr zeitlos, egal in der wievielten Wiederholung.

Credits

OT: „Groundhog Day“
Land: USA
Jahr: 1993
Regie: Harold Ramis
Drehbuch: Harold Ramis, Danny Rubin
Musik: George Fenton
Kamera: John Bailey
Besetzung: Bill Murray, Andie MacDowell, Chris Elliott

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
BAFTA 1994 Bestes Original-Drehbuch Harold Ramis, Danny Rubin Sieg

Filmfeste

Berlinale 2023

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Und täglich grüßt das Murmeltier
fazit
Auch wenn vieles von dem, was „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erzählt, so oft kopiert wurde, dass das Original wenig besonders erscheint: Es macht noch immer Spaß, wie ein menschenfeindlicher Wettermann einen Tag wieder und wieder erlebt auf dem Weg zu einem besseren Menschen. Da sieht man dann auch über Probleme beim Pacing hinweg.
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