Lets Go Pokemon Pikachu Evoli Videospiel Nintendo Switch
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Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli!

Lets Go Pokemon Pikachu Evoli Videospiel Nintendo Switch
„Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli!“ // Deutschland-Start: 16. November 2018 (Nintendo Switch)

Inhalt / Kritik

Seit dem gigantischen Erfolg von Pokémon: Rot / Blau im Jahr 1996 gab es nicht gerade wenige Fortsetzungen. Momentan ist man bei der neunten Generation, an weiteren Begegnungsmöglichkeiten mangelte es also nicht. Von den unzähligen Spin-offs ganz zu schweigen. Irgendwann war aber auch das nicht mehr genug, weshalb die findigen Geschäftsleute von Game Freak Remakes der Hauptteile herausbrachten, die visuell und spieltechnisch überarbeitet wurden. Los ging es 2004 mit der Feuerroten Edition und der Blattgrünen Edition, die den obigen ersten Teil für den Gameboy Advance neu auflegte. Weitere 14 Jahre später kehrte das Unternehmen ein weiteres Mal nach Kanto zurück. Mit den für die Nintendo Switch verkauften Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! gab es ein zweites Remake des ersten Titels.

Wie früher, nur anders

Genauer nahm man sich Pokémon: Gelb vor, das 1998 als erweitere Fassung des Auftakts herausgebracht wurde. Der große Unterschied: Taschenmonster Pikachu, welches seit der Veröffentlichung zu dem Aushängeschild des Franchises geworden war, bekam dort eine prominente Rolle und wurde zu einem ständigen Begleiter, anstatt „nur“ eines von 150 Monstern zu sein. Außerdem wurden weitere Bezüge zu der Anime-Serie eingebaut, um deren Popularität zu nutzen. Das ist bei Let’s Go nicht anders. Wobei es dieses Mal eben zwei Fassungen gab, eine mit Pikachu, eine mit Evoli. Damit kamen dann auch die versionsspezifischen Besonderheiten zurück: Es gibt eine Reihe von Monstern, die entweder bei Pikachu oder Evoli auftauchen, aber nicht in beiden. Es musste also wieder mal getauscht werden, um an alle Kreaturen zu kommen.

In den 20 Jahren seit Gelb hat sich natürlich eine Menge getan. Einiges ist optischer Natur: Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli! hat wie die vorangegangenen Spiele den Sprung in die dritte Dimension geschafft. Was seinerzeit nur durch eine Übertragung in das N64-Spiel Pokémon Stadium möglich war – seinen Lieblingen bei dynamischen Kämpfen zusehen – funktioniert hier innerhalb desselben Spiels. Bei anderen Teilen der Reihe wurde die Optik zuletzt ziemlich kritisiert. Hier funktioniert das aber gut. Klar, ein technologisches Wunderwerk ist das nicht. Es handelte sich um das erste Pokémon Spiel für die Switch, da machte man sich erst noch mit der Hardware vertraut. Aber sowohl die Charaktere wie auch die Landschaften haben die Frischekur gut überstanden. Es ist schon charmant, wenn man hier durch die Landschaften läuft, sich mit anderen Trainieren misst, mit unterschiedlichsten Leuten redet und den Monstern beim Herumtollen in ihrem natürlich Habitat zuzusehen.

Sammeln statt kämpfen

Damit einher gehen zwei andere große Neuerungen im Vergleich zum Original. Zum einen gibt es keine verpflichtenden Zufallskämpfe mehr. Zwar tauchen auch bei Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli! die Pokémon nach dem Zufallsprinzip auf. Man ist aber nicht gezwungen, gegen diese zu kämpfen. Genauer ginge das nicht einmal. Anders als bei den übrigen regulären Hauptteilen sind die Zufallsbegegnungen lediglich dafür da, dass die Monster gefangen werden – vergleichbar zum Handyspiel Pokémon Go. Erfahrungspunkte gibt es aber auch dafür. Man braucht diese auch, um stark genug für die Pflichtkämpfe zu werden, weshalb man nicht wirklich drumherum kommt, ständig Monster zu fangen, die man eigentlich gar nicht will. Das ist ein ungewöhnliches Prinzip. Es kann auch nervig sein, da eine weitere Änderung beinhaltet, die Switch im Handheld-Modus so zu bewegen, damit das Monster in der Mitte ist.

Als einmaliges Gimmick war das okay, um den bekannten Titel noch einmal neu zu denken. Unbedingt wiederholen musste man das aber nicht. Da hat es im Laufe der Franchise-Geschichte spannendere Neuerungen gegeben. Insgesamt ist Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli! aber ein durchaus spaßiger Teil der Reihe. Als nostalgische Rückbesinnung auf die Anfänge funktioniert das alles gut, man darf in Erinnerungen schwelgen. Gleichzeitig ist es etwas einsteigerfreundlicher, wenn der Fokus stärker auf das Fangen gelegt wird, anstatt immer zu kämpfen und dabei die ganzen Pokémon-Typen im Kopf haben zu müssen. Man kann auch sehr viel Zeit mit diesem Spiel verbringen. Wer nur die Hauptgeschichte durchspielen will, bei der es wie so oft um das Sammeln von Arena-Orden geht, braucht so 30 bis 40 Stunden. Bis man aber wirklich alle Pokémon beisammen hat und diese so trainiert hat, dass sie den eigenen Vorstellungen entsprechen, vergeht deutlich mehr Zeit.

Credits

OT: „Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Eevee!“
Land: Japan
Jahr: 2018
Director: Junichi Masuda
Producer: Shigeru Ohmori, Hitoshi Yamagami, Akira Kinashi, Mikiko Ohashi, Takanori Sowa, Shin Uwai
Designer: Masafumi Saito
Texte: Hitomi Sato, Ryota Muranaka
Musik: Shota Kageyama
Publisher: Nintendo
Entwickler: Game Freak
Plattformen: Nintendo Switch

Bilder

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fazit
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