Clock Disney+
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Clock

Clock Disney+
„Clock“ // Deutschland-Start: 28. April 2023 (Disney+)

Inhalt / Kritik

38 ist Ella Patel (Dianna Agron) inzwischen, aber Nachwuchs ist bei ihr und ihrem Mann Aidan (Jay Ali) nicht in Sicht. Für sie selbst ist das kein Problem, ihre biologische Uhr meldet sich noch immer nicht zu Wort – was ihren Vater Joseph (Saul Rubinek) sehr sehr unglücklich macht. Auch ihre Freundinnen können das nicht nachvollziehen. Vielleicht ist sie ja krank? Das zumindest wird ihr nahegelegt, sei es doch ein fester Bestandteil von Frauen, dass sie das Verlangen nach eigenen Kindern haben. Da Ella selbst nicht wirklich weiß, ob da nicht etwas dran sein könnte, lässt sie sich darauf ein, sich von Dr. Elizabeth Simmons (Melora Hardin) behandeln zu lassen. Die hat auch eine Idee, was getan werden könnte. Im Rahmen eines Experiments soll Ella eine künstliche biologische Uhr eingesetzt werden. Tatsächlich spürt diese nach der Prozedur eine Veränderung in sich – und hat zunehmend eigenartige Visionen …

Eine (Nicht-)Mutter in der Krise

Eigentlich sollte man ja meinen, dass in einem derart umkämpften Geschäftsfeld wie dem Video-on-Demand-Streamen die Anbieter ihr Programm richtig offensiv bewerben, um ein Publikum anzuziehen. Und doch finden sich immer wieder Beispiele, dass Titel so versteckt veröffentlicht werden, dass man hiervon nichts mitbekommt. Bei Disney+ kommt das immer mal wieder vor, etwa letzten Herbst bei dem Horrorfilm Matriarch, der auf einmal im Sortiment auftauchte. Nun kommt mit Clock der nächste Genrebeitrag, von dem niemand etwas zu wissen scheint. Bei der offiziellen Ankündigungsliste fehlte der Film, auch die Presseseite kennt ihn nicht. Das ist selten ein gutes Zeichen, riecht geradezu nach billig produzierter Wegwerfware.

Tatsächlich ist auch der aktuelle Neuzugang nicht besonders. An mangelnden Ambitionen liegt das jedoch nicht. Regisseurin und Drehbuchautorin Alexis Jacknow hat sich sogar ein wichtiges Thema ausgesucht, welches sie in Clock untersucht: das der Mutterschaft. Zuletzt haben das eine Reihe von Horrorwerken getan. Neben dem obigen Matriarch gab es beispielsweise den Kurzfilm Weathering über eine Frau, die nach einer Fehlgeburt in ein Loch fällt. Nanny erzählt von einer Frau, die sich von ihrem Kind entfremdet, welches sie in der Heimat zurücklassen musste. In all diesen Fällen haben wir es mit einer Protagonistin zu tun, die in einer persönlichen Krise steckt und im Anschluss bizarre und unheimliche Visionen hat, welche ihr zusetzen und die einen an ihrer geistigen Gesundheit zweifeln lassen.

Wo ist die Spannung?

Grundsätzlich ist so etwas natürlich schon machbar. Dass eine Hauptfigur nicht mehr weiß, was real ist und was nicht, gehört zu den gebräuchlichsten Pfeilern des Horrorgenres. Verbunden wird das in Clock mit Jump Scares, einem weiteren Standardelement. Nur ist Jacknow hierbei nichts eingefallen, wofür es nun unbedingt diesen Film gebraucht hätte. Gerade weil das alles so bewährt ist, fällt das Ergebnis ziemlich langweilig aus. Da ist praktisch keine Szene, bei der tatsächlich mal so etwas wie Spannung aufkommt. Auch bei den unheimlichen Symbolen, die sie einbaut, ist nicht wirklich etwas dabei, welches dabei helfen würde, dass man sich später noch einmal an den Film erinnert.

Das grundsätzliche Thema ist dabei natürlich schon interessant, wenn sich der Film mit Kinderwunsch und sozialem bzw. gesellschaftlichem Druck beschäftigt. Die Sache hat nur zwei Probleme. Zum einen kann man in einer Zeit, in der die Geburtenraten in den meisten Ländern rückläufig sind, nicht wirklich behaupten, dass Frauen kollektiv zum Kinderkriegen genötigt würden. Zum anderen gelingt es Jacknow nicht, dieses Thema mit dem Horroraspekt plausibel zu verknüpfen. Wo bei den obigen Filmen das Trauma und die Alpträume noch schlüssig ineinandergreifen, wirkt das bei Clock eher so, als habe man zwei Werke einfach zusammengeworfen. Bei einem Kurzfilm – tatsächlich basiert das hier auf einem – mag das noch funktionieren. Auf 90 Minuten ausgedehnt wird es jedoch irgendwann zu deutlich, dass es kein richtig durchdachtes Konzept gab.

Credits

OT: „Clock“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Alexis Jacknow
Drehbuch: Alexis Jacknow
Musik: Stephen Lukach
Kamera: Martim Viam
Besetzung: Dianna Agron, Jay Ali, Melora Hardin, Saul Rubinek

Trailer

https://www.youtube.com/watch?v=5h3WqGDpeYs

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Clock
fazit
Eine Frau lässt sich eine künstliche biologische Uhr einsetzen, weil ihr der natürliche Kinderwunsch fehlt, und hat daraufhin unheimliche Visionen. Die Grundidee von „Clock“ ist sicher originell, der fertige Film ist es nicht. Ein Großteil besteht aus repetitiven Genreelementen, die Verbindung des Themas und des Horrors funktioniert zudem nicht wirklich.
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