Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper TV Fernsehen ZDF Mediathek
© ZDF/Mark Bourdillon

Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper

Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper TV Fernsehen ZDF Mediathek
„Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper“ // Deutschland-Start: 22. Januar 2023 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Viele Jahre hat sich Warren Kaine (Aran Bell) gemeinsam mit Gleichgesinnten darauf vorbereitet, für den Weltuntergang gewappnet zu sein. Seinen eigenen Tod konnte er jedoch nicht verhindern: Das Mitglied der Prepper-Gruppe ist ausgerechnet in dem Bunker gestorben, der ihn hätte schützen sollen. Ein Zufall ist das nicht. Vielmehr stellt Rechtsmedizinerin Fleur Perkins (Annette Badland) fest, dass jemand die Luftzufuhr im Bunker manipuliert hat, um Kaine gezielt zu töten. Doch wer könnte es auf ihn abgesehen haben? Und aus welchem Grund? Inspector Barnaby (Neil Dudgeon) und Sergeant Jamie Winter (Nick Hendrix) tauchen daraufhin tief in die Welt der Apokalypse-Erwartenden ein – und machen dort unerwartete Entdeckungen …

Alles Spinner hier

„Die spinnen die Briten“, hieß es seinerseits in dem dazugehörigen Asterix-Comic, in dem die Gallier die Insel unsicher machten. Wenn man sich Inspector Barnaby anschaut, ist man geneigt, diesem Urteil zuzustimmen. Zumindest in den letzten Folgen, die das ZDF für das hiesige Publikum lizenziert hat, ist die Quote an skurrilen bis bescheuerten Leuten sehr hoch. In Die Piraten von Midsomer lernen wir eine Reihe schräger Figuren kennen, die an einer Theateraufführung arbeiten. Mord ist keine Hexerei nimmt uns mit in eine esoterisch interessierte Parallelgesellschaft, bei der mit Toten gesprochen und Tarot-Karten gelegt wird. Bei Weltuntergang für einen Prepper sind es nun die sogenannten Prepper, die einen eigenen Auftritt bekommen. Menschen also, die sich auf den Weltuntergang vorbereiten wollen und dafür keine Kosten und Mühen scheuen.

Der Film macht sich erwartungsgemäß darüber lustig und porträtiert die Leute als einen verschrobene Haufen, der nicht so ganz in der Realität lebt. An manchen Stellen überlässt es Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper dem Publikum, diesen Schluss selbst zu ziehen. An anderen darf es das Umfeld der Apokalypsen-Erwartenden sein, das dieses Urteil fällt. So konnte die Familie des Verstorbenen diesen Plänen nur wenig abgewinnen. Aber sie liebten ihn dennoch. Die Frage, die sich für das Publikum aus all dem ableitet, ist damit, ob diese Prepper-Geschichte überhaupt in einem Zusammenhang mit dem Mord steht. Gab es einen Streit innerhalb dieser Gruppe? Hat nur jemand einen günstigen Augenblick genutzt, um Kaine zu ermorden?

Unterhaltsam und tragisch

Eine Antwort auf diese Fragen gibt es erwartungsgemäß erst zum Schluss. Vorher heißt es, die verschiedenen Leute kennenzulernen, die in einem Zusammenhang mit dem Toten standen, und deren Verhältnisse untereinander zu verstehen. Das ist wie bei den vorangegangenen Filmen unterhaltsam, bekommt später aber einen sehr ernsten, tragischen Ton. Das war beim Vorgänger auch schon so. Wo dort der Wandel aber sehr abrupt war, da funktioniert das bei Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper besser. Die Begründung für die Morde ist auch um einiges nachvollziehbarer als die doch recht weit hergeholten Auflösungen der letzten beiden Male. Als reiner Krimi ist das hier deshalb auch besser geeignet, das Finale ist befriedigender, obwohl es eine Überraschung beinhaltet.

Über die Glaubwürdigkeit kann man sich aber auch dieses Mal streiten. Das war Drehbuchautor Jeff Povey wohl nicht so wahnsinnig wichtig. Die einzelnen Morde sind zudem irgendwie etwas umständlich. Wenn es nur darum ging, die entsprechenden Menschen zu töten, wäre das auch einfacher und mit einem geringeren Risiko gegangen. Aber es trägt zum Reiz von Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper und der Reihe insgesamt bei, dass das hier alles nicht ganz normal ist. Da es zudem wieder Spaß macht, dem Team bei der Arbeit zuzusehen – bei den Polizisten wie auch der Rechtsmedizinerin ist immer etwas Komik drin –, lohnt sich der britische Dauerbrenner als Alternative zu vielen deutschen Kollegen. Fans schalten beim inzwischen 133. Teil sowieso wieder ein.

Credits

OT: „Midsomer Murders: The Blacktrees Prophecy“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: Roberto Bangura
Drehbuch: Jeff Povey
Musik: Evan Jolly
Kamera: Al Beech
Besetzung: Neil Dudgeon, Nick Hendrix, Fiona Dolman, Annette Badland, Aran Bell, Sonita Henry, Cora Kirk, Pal Aron, Stu Levy, Tej Obano, Robert Cavanah, Holly Aird, Kate Robbins, Cayvan Coates, Carly-Sophia Davies, Chelsea Mather

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Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper
fazit
„Inspector Barnaby: Weltuntergang für einen Prepper“ ist ein erneut sehenswerter Teil des britischen Dauerbrenners, wenn es diesmal um Leute geht, die sich auf einen drohenden Weltuntergang vorbereiten wollen. Die Geschichte mag nicht ganz glaubwürdig sein, ist aber unterhaltsam und später ziemlich ernst.
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