Schwarz wie Schnee Noir Comme Neige
© Atlas Film

Schwarz wie Schnee

„Schwarz wie Schnee“ // Deutschland-Start: 2. Dezember 2022 (DVD)

Inhalt / Kritik

Eigentlich kommen die Menschen ins Skiresort Morzine-Avoriaz, um dort eine gute Zeit zu haben. Für einen jungen Mann endet eine feuchtfröhliche Nacht jedoch tödlich, als er volltrunken in klirrender Kälte erfriert. Ein trauriger Unfall oder steckte doch mehr dahinter? Da der Tote im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz unterwegs war, sollen die französische Polizeibeamtin und Gebirgsexpertin Constance Vivier (Clémentine Poidatz) und ihr Schweizer Kollege Andreas Meyer (Laurent Gerra) gemeinsam den Fall übernehmen. Bei Constance hält sich die Begeisterung in Grenzen, eigentlich möchte sie mit der Geschichte nichts zu tun haben – zumal sie mit dem Verstorbenen kurz zuvor aneinandergeraten war, was niemand wissen soll. Ihr Chef Alain Bisset (Thierry Frémont) besteht jedoch darauf, dass sie dabei ist. Tatsächlich stellt sich bald heraus, dass der Tod kein Einzelfall ist, als noch eine zweite Leiche gefunden wird …

Grenzüberschreitende Mördersuche

Es gehört zu den beliebtesten Szenarien im Krimibereich bzw. den damit verwandten Genres überhaupt: Zwei Figuren, die sehr unterschiedlich sind, werden gezwungen, gemeinsam an einem Fall zu arbeiten, und müssen dabei lernen, ihre Differenzen zu überwinden. In US-amerikanischen Buddy Movies wie Beverly Hills Cop und Lethal Weapon wurde das Prinzip oft und gern verwendet. Im deutschsprachigen Bereich kennt man das etwa aus der Reihe Die Toten am Bodensee, die kürzlich mit Unter Wölfen den bereits 15. Film vorgelegt hat. Sie bietet sich auch deshalb für einen Vergleich an bei Schwarz wie Schnee, da in beiden Fällen grenzüberschreitend ermittelt wird. Waren es dort die deutsche und die österreichische Polizei, die gemeinsame Sache machen mussten, kommen hier französische und schweizerische Ermittelnde zusammen.

Ganz so sehr auf Kontrast ging man bei der französischen Produktion aber nicht. Da gibt es zwar ein paar Rangeleien, was Zuständigkeiten angeht. Das war es mehr oder weniger aber auch schon. Da ist keine Antipathie, die es zu überwinden gilt, gibt es keine unvereinbaren Persönlichkeitszüge, die für Reibungen sorgen. Das mag man als nicht genutztes Potenzial empfinden: Die Ermittlungen laufen so glatt, dass man den Aspekt der Multinationalität auch mehr oder weniger hätte weglassen können. Für Fans klassischer Krimis muss das hingegen keine schlechte Nachricht sein. Schwarz wie Schnee konzentriert sich dadurch auf die Ermittlungen an sich und hält sich dabei an das Prozedere des Genres. Da werden Spuren gesucht, Leute befragt, während zwischendurch weitere Leichen auftauchen, um die Dringlichkeit zu erhöhen.

Atmosphärischer Ausflug in die Berge

Damit gewinnt man sicherlich keine Punkte für gesteigerte Originalität. Aber es funktioniert gut. So dürfen die Zuschauer und Zuschauerinnen lange miträtseln, worum es sich bei diesen Morden handelt. Gerade wenn es danach scheint, als sei die Antwort zum Greifen nah, geht es mit einer anderen Richtung weiter. Auf die Lösung werden sie dabei von sich aus jedoch eher nicht kommen. Relevante Informationen werden lange vorenthalten, bevor sie dann plötzlich vor dem Publikum ausgeschüttet werden. Schwarz wie Schnee hat es an den entsprechenden Stellen schon recht eilig. Das Drehbuchteam kümmerte es zudem nicht sonderlich, ob die erzählte Geschichte glaubwürdig ist. Man muss die eigentliche Erklärung nicht unbedingt nachvollziehen können.

Aber auch wenn der Krimi im Hinblick auf den Inhalt vielleicht nicht der ganze große Wurf ist, so macht es doch durchaus Spaß, ihn sich anzusehen. Dazu trägt auch das stimmungsvolle Setting maßgeblich bei. Eingeschneite Berge sind immer ein dankbarer Standort, sind sie doch gleichermaßen idyllisch wie lebensfeindlich und bieten die Möglichkeit für etwas andere Verfolgungsjagden. Dass in Schwarz wie Schnee die Kälte zur Mordwaffe wird, ist eine reizvolle Alternative zu den herkömmlichen Tatwerkzeugen. Auch schauspielerisch kann man sich nicht beklagen. Gerade Clémentine Poidatz ist als toughe Polizistin gut besetzt und wird zur Identifikationsfigur, wenn sie sich mit großem Einsatz durch den Schnee kämpft.

Credits

OT: „Noir Comme Neige“
Land: Frankreich
Jahr: 2021
Regie: Éric Valette
Drehbuch: Anne-Charlotte Kassab, Olivier Berclaz, Nabil Drissi
Musik: Mike Theis, Alice Lewis
Kamera: Claude Garnier
Besetzung: Laurent Gerra, Clémentine Poidatz, Thierry Frémont

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Schwarz wie Schnee
fazit
„Schwarz wie Schnee“ ist ein klassischer Krimi, bei dem die französische und die schweizerische Polizei im eingeschneiten Berggrenzgebiet einen Serienmörder jagt. Inhaltlich ist das nicht der ganz große Wurf. Atmosphärisch ist das aber schon gelungen, was der Film neben dem reizvollen Setting auch einer engagierten Hauptdarstellerin verdankt.
Leserwertung175 Bewertungen
3.9
6
von 10