The Marksman – Der Scharfschütze
© Leonine

The Marksman – Der Scharfschütze

Inhalt / Kritik

The Marksman
„The Marksman – Der Scharfschütze“ // Deutschland-Start: 20. August 2021 (DVD/Blu-ray)

Mit Immigranten kann Jim Hanson (Liam Neeson), der an der Grenze von Arizona und Mexiko lebt, nicht wirklich viel anfangen. Tatsächlich hat er es sich zur Aufgabe gemacht, illegale Einwanderer zu melden, wann immer er ihnen begegnet. Wahrscheinlich hätte er auch den 11-jährigen Miguel (Jacob Perez) und seine Mutter Rosa (Teresa Ruiz) rauswerfen lassen, denen er bei einer seiner Patrouillen begegnet. Zum seinem Ärger lässt sich aber auch ein mexikanisches Kartell blicken, welches auf der Jagd nach den beiden ist. Dadurch kommt es zu einer Schießerei, bei der der ehemalige Scharfschütze mitmischt. Dabei kommt nicht nur Rosa ums Leben. Hanson erschießt zudem den Bruder von Mauricio (Juan Pablo Raba), der die Führung der Kartell-Killer hat und dadurch mit beiden eine Rechnung offen hat, die mit Blut gezahlt werden soll …

Und wieder ein Actionthriller mit Liam Neeson

Obwohl Liam Neeson mit 69 Jahren längst im Rentenalter angekommen sind, hat der einst als Charakterdarsteller zu Ruhm gekommene Actionstar ganz offensichtlich nicht vor, sich zur Ruhe zu setzen. So dreht der nordirische Schauspieler einen Film nach dem anderen, nahezu alle aus seinem Hausgenre, dem Actionthriller. Die Settings und Szenarien schwanken dabei natürlich schon. Bei Honest Thief spielte er zuletzt einen Ex-Bankräuber, der von einem korrupten FBI-Agenten verfolgt wird. In The Ice Road hat er es als Truckfahrer mit Verbrechern zu tun, obwohl er doch eigentlich nur Leben retten wollte. So richtig viel Abwechslung bot seine Filmografie in den letzten Jahren aber nicht. Bei den meisten seiner Titel hat man das Gefühl, sie vorher schon gesehen zu haben.

Das gilt dann auch für The Marksman – Der Scharfschütze, den neuesten Film des Veteranen. Über seine Figur verrät der Titel dabei mehr oder weniger alles, was es über ihn zu wissen gibt. Klar gibt es noch ein bisschen drumherum. Eine tote Frau zum Beispiel. Oder auch seine Stieftochter Sarah Pennington (Katheryn Winnick), die beim Grenzschutz arbeitet. Letztendlich hätte es aber beides nicht gebraucht. Regisseur und Co-Autor Robert Lorenz hat für diesen Aspekt keine wirkliche Verwendung. Stattdessen degradiert er Neeson zum alten, grimmigen Bären, der dauernd einen auf schroff macht, aber eigentlich tief im Inneren ein Guter ist. Man sieht das nur nicht sofort, weil er ständig damit beschäftigt ist, irgendwelche bösen Menschen abzuknallen.

Immer auf den bösen Mexikaner

Dazu hat er in The Marksman – Der Scharfschütze mal wieder die Gelegenheit. Dieses Mal sind es mexikanische Verbrecher, denen er zeigen muss, wo der Hammer hängt. Oder eben das Gewehr. Wer dabei am Ende draufgeht, ist ihm eigentlich egal. Dem Publikum ebenfalls: Die Gegenseite ist so einseitig darauf festgelegt, die Bösen zu sein, dass alles andere keine Rolle spielt. Man hätte auch den Namen Mauricio weglassen können, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Ein bisschen besser sieht es aus, was das Verhältnis der beiden Hauptfiguren angeht. Immer wieder baut Lorenz ruhige Momente ein, die von der Annäherung der beiden erzählen. Auch das ist nicht originell, vielmehr Standard bei solchen Geschichten. Sie sind aber gut genug gespielt, dass es zumindest an der Stelle menschelt.

Mehr als Durchschnitt ist dennoch nicht drin, da auch bei der Action Genügsamkeit herrschte. Lorenz, der überwiegend als Produzent tätig ist und hier erst seine zweite eigene Regiearbeit vorlegt, macht seine Sache durchaus ordentlich. The Marksman – Der Scharfschütze erfüllt die Anforderungen, die man realistischerweise an einen solchen Film haben kann. Aber er macht eben auch nicht mehr als das, da fehlen dann doch die inszenatorischen Ideen, um aus diesem Actionthriller mit Neeson mehr zu machen als aus den vielen vorangegangenen. Wer den Anspruch gar nicht hat, dass das hier mehr sein soll, sondern einfach nur das Standardprogramm einfordert, der kommt schon auf seine Kosten. Der Rest kann sich den Film mehr oder weniger sparen.

Credits

OT: „The Marksman“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Robert Lorenz
Drehbuch: Robert Lorenz, Chris Charles, Danny Kravitz
Musik: Sean Callery
Kamera: Mark Patten
Besetzung: Liam Neeson, Jacob Perez, Katheryn Winnick, Juan Pablo Raba, Teresa Ruiz

Trailer

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Und mal wieder ein Actionthriller mit Liam Neeson. In „The Marksman – Der Scharfschütze“ spielt er, wie der Titel schon ankündigt, einen ehemaligen Scharfschützen, der einen mexikanischen Jungen vorm Kartell schützen muss. Das ist solide umgesetzt, mehr aber auch nicht, da sowohl bei den Figuren wie auch inszenatorisch jedwede nennenswerte Einfälle fehlen.
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