Inhalt / Kritik

„Die Konkubine“ // Deutschland-Start: 30. Juli 2021 (DVD/Blu-ray)

Da sie ihre Position am Hofe in Gefahr sieht, versucht die Konkubine (Park Ji-young) des amtierenden Königs ihren Machtbereich auszuweiten, indem sie ihren Sohn Sung-won (Kim Dong-wook) für den Thron vorschlägt. Da dieser sich von ihr führen lässt und ihren Vorschlägen zustimmt, hat sie freie Hand, was die Geschäfte am Hofe angeht sowie bei der Auswahl seiner Braut, die den Sitz ihrer Familie im Königshaus weiter festigen soll. Entgegen den Wünschen seiner Mutter verliebt er sich in Hwa-yeon (Jo Yeo-jeong), Tochter eines einflussreichen Aristokraten, deren Herz aber einem anderen Mann, Kwon-yoo (Kim Min-jun), gehört. Da deren Beziehung aber nicht dem Stand er jungen Frau entspricht, wollen sie fliehen, was in einer Tragödie endet. Aus Wunsch des Prinzen wird Hwa-jeon dann doch an den Hof als Konkubine geholt.

Fünf Jahre später ergibt sich für Konkubine des Königs eine einmalige Gelegenheit, als dieser an einer mysteriösen Krankheit leidet, die ihn letztlich das Leben kostet. Da sie nun Sung-won auf den Thron setzen kann, der aber letztlich ihr die Leitung des Staates überlässt, scheint ihr Wunsch nach Macht und Einfluss in Erfüllung zu gehen, wäre da nicht Hwa-jeon, die mittlerweile nicht nur zu Prinzessin geworden ist, sondern Sung-won ein Kind gebar. Aus Furcht vor einer Gefahr von ihr versucht Sung-wons Mutter Hwa-jeon zu isolieren, gegen heftigen Protest ihres Sohnes, der immer mehr gegen die Bevormundung seiner Mutter aufbegehrt. Als Hwa-jeon unter den Vertrauten des neuen Königs dann auch noch ihren totgeglaubten Geliebten Kwon-yoo erkennt, ahnt sie bereits, dass dieser Rache will für das erlittene Unrecht, welches er erfahren durfte.

Intrigen am Hofe

In seiner Heimat lief das Historiendrama Die Konkubine von Regisseur Kim Dae-sung bereits 2012 und wurde dort zu einem kommerziellen wie auch kritischen Erfolg, wobei besonders die Schauspieler mit vielen Auszeichnungen für ihr Darstellungen geehrt wurden. Dae-sung setzte damit gewissermaßen einen Trend, den unter anderem Park Chan-wook mit seinem gefeierten Werk Die Taschendiebin fortsetzte, wenn auch dieser international mehr Anerkennung erfuhr als der Film seines Kollegen. Die Konkubine erzählt von der Welt am Hofe während der Joseon Dynastie, die 500 Jahre lang das politische, wirtschaftliche wie auch kulturelle Leben Koreas prägte und deren Spuren noch heute sichtbar sind.

Wie in vielen Filmen, welche sich mit historischen Themen auseinandersetzen, ist die Welt des Könighauses eine, in der Konflikte zwischen Stellung und Gefühl sowie Neigung und Pflicht das Leben bestimmen. Die Stabilität nach außen hin wird schon bald ausgehöhlt von der eigentlichen Enge, weiß doch am Ende niemand, wem zu trauen ist und welcher hinter dem Rücken des Anderen eine neuerliche Intrige plant. Vor allem ästhetisch schlägt sich dieses Thema nieder, beispielsweise in den Bildkompositionen Hwang Ki-seoks, die in Kombination mit Kim Dae-sungs Inszenierung von dem Kontrast zwischen der oberflächlichen Pracht und dem Reichtum sowie der Begrenztheit des Bewegungsspielraums der Figuren erzählen. Auf den Zuschauer wirkt dies klaustrophobisch bis hin zu feindlich, bemerkt man schnell, die weitreichenden Konsequenzen von Intrigen, welche nicht bloß dem Zeitvertreib dienen, sondern Abbild einer Raubtiermentalität sind, die nur auf Machterhalt und Reputation aus sind. In dieser Hinsicht mag auch vieles dafür sprechen, die fiktionale historische Realität von Die Konkubine als einen Spiegel der heutigen Geschäftswelt zu betrachten.

Regeln und Gepflogenheiten

Neben der durch die Intrigen noch verkomplizierte Handlung legt Kim Dae-sungs Inszenierung wie auch das Drehbuch, an dem er mitschrieb, großen Wert auf die Darstellung bestimmter Abläufe und Gepflogenheiten am Hofe. Besonders in dem angespannten Verhältnis zwischen Sung-won und seiner Mutter, der Konkubine des Königs, lässt sich dies beobachten, muss er doch für jeden Teil seines Tagesablaufs eine ganze Reihe von Routinen durchlaufen, welche sogar vor intimen Bereichen wie dem Ehebett nicht Halt machen. Auf der einen Seite Machtdemonstrationen, sind diese auch ein Mittel der Demütigung, was sich hinter dem Deckmantel der Tradition und der Form versteckt.

Das Recht auf die eigenen Gefühle und letztlich auch auf den eigenen Körper sind in Die Konkubine zentrale Metaphern für den Konflikt zwischen Neigung und Pflicht. Während das eigentliche Volk komplett ausgeblendet wird in der Geschichte, scheint die Welt des Hofes sich nur um sich selbst zu drehen, um Machterhalt und Aufstieg, was die Gewalt des Finales wie das logische Ende eines sich bereits früh anbahnenden Konflikts erscheinen lässt, der durch Lügen und Intrigen noch verstärkt wurde.

Credits

OT: „Hugoong: Jewangui Chub“
Land: Südkorea
Jahr: 2012
Regie: Dae-sung Kim
Drehbuch: Yoon-jeong Hwang, Dae-seung Kim, Mee-jung Kim
Musik: Yeong-wook Jo
Kamera: Ki-seok Hwang
Besetzung: Yeo-jeong Jo, Dong-wook Kim, Min-jun Kim, Ji-young Park, Eun-ji Jo, Geung-young Lee, Jung Chan

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Die Konkubine
„Die Konkubine“ ist eine kunstvoll gefilmtes und schauspielerisch überzeugend gespieltes Historiendrama. Kim Dae-sung erzählt von Macht, Verrat und Intrigen am Hofe, was immer wieder fasziniert, auch wenn die kompliziert-verwobene Handlung durchaus zu einer wiederholten Sichtung einlädt.
8von 10

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