In der Serie Home Before Dark lernen wir Hilde Lisko (Brooklynn Prince) kennen, die in die Fußstapfen ihres Vaters Matthew (Jim Sturgess) treten und Journalistin werden möchte. Gelegenheiten dazu gibt es genug, schließlich gehen in der Kleinstadt einige seltsame Dinge vor sich, die aufgeklärt werden müssen. Zum Start der zweiten Staffel am 11. Juni 2021 auf Apple TV+ unterhalten wir uns mit den beiden über ihre Figuren, die Aufgaben des Journalismus und das Geheimnis einer guten Geschichte.

Ihr spielt in der Serie Vater und Tochter. Könnt ihr uns etwas über die Beziehung eurer beiden Figuren verraten? Wie verändert sich diese in der zweiten Staffel?

Jim Sturgess: Es liegt ein wenig in der Natur einer zweiten Staffel, dass sie die Beziehung zwischen Figuren erweitert, auch weil wir uns jetzt alle besser kennen. Nach unseren Erfahrungen mit der ersten Staffel hatten wir unsere eigene Sammlung von Erinnerungen und Erfahrungen, die wir zusammen gemacht haben. Und diese gemeinsam verbrachte Zeit hat auch das Verhältnis zwischen Hilde und Matt bereichert. Wir hatten uns nach der ersten Staffel eine ganze Weile nicht mehr gesehen und uns deshalb vermisst. Von daher war es schön, als wir bei der zweiten Staffel wieder zusammenkamen, die ganze Familie. Wir fühlten uns selbst mehr wie eine Familie. Und das war großartig.

Brooklyn Prince: Wir haben sehr viel von uns selbst in diese Figuren gesteckt. Und das merkt man auch in der Serie. Ich glaube, dass Hilde es sehr zu schätzen weiß, dass Matt nicht von oben herab mit ihr redet oder sie wie ein Kind behandelt.

Die Figur Hilde auf der realen Hilde Lysiak, die selbst Nachwuchsjournalistin ist. Wie sehr fühlst du dich mit ihr verbunden?

Brooklyn Prince: Ich fühle mich sowohl der Serienfigur wie auch der realen Hilde verbunden. Die TV Hilde ist natürlich eine Figur, die ich spiele und die ein Teil von mir ist. Aber ich habe auch im Laufe der Zeit ein gutes Verhältnis mit der echten Hilde aufgebaut und mich mit ihr ausgetauscht, wer Hilde in der Serie ist. Aber wir reden natürlich auch über Sachen, die nichts mit Home Before Dark zu tun haben. Deswegen würde ich sagen, dass ich zu beiden ein gutes Verhältnis habe.

Hilde macht sich genau wie du schon sehr früh einen Namen. Wie ist es für dich, vor der Kamera aufzuwachsen?

Brooklyn Prince: Ich war schon immer jemand, der sehr kreativ ist und eine große Vorstellungskraft hat. Deswegen war es für mich so, dass in meinem Leben immer etwas gefehlt hatte, als ich noch nicht Schauspielerin war. Für mich ist Schauspielerei etwas, das ich bis ans Ende meines Lebens machen möchte. Ich empfinde es daher als Glück, vor der Kamera stehen zu dürfen, mit Leuten wie Jim zu arbeiten und Serie wie diese zu drehen – gerade als Kind.

In Home Before Dark spielt ihr Journalisten, deren Arbeit darin besteht, Geschichten zu erzählen. Ihr seid als Schauspieler aber auch selbst Geschichtenerzähler. Was ist das Geheimnis einer guten Geschichte?

Brooklyn Prince: Ich glaube, dass es viele Geheimnisse einer guten Geschichte gibt. Sie braucht eine gute Botschaft, mit der sich die Menschen identifizieren können. Wenn eine Geschichte eine Botschaft hat, spricht sie die meisten an, bewegt sie oder regt auch die Fantasie an. Und das macht für mich eine gute Geschichte aus.

Jim Sturgess: Ich kann da nicht viel hinzufügen. Für mich ist eine gute Geschichte, wenn sie wahrhaftig ist und ich eine Verbindung zu ihr spüre.

Ein Thema, das in dem Zusammenhang kurz angesprochen wird, ist das Ende von Printmedien als Nachrichtenquelle. Wie steht ihr dazu? Welche Bedeutungen haben Zeitungen noch in einer Zeit der Fake News?

Jim Sturgess: Ich denke, dass der traditionelle Journalismus heute wichtiger denn je ist. Gerade im Zusammenhang mit der Serie ist uns noch einmal bewusst geworden, wie wichtig der Umgang mit der Wahrheit ist. Wir leben in einer Zeit, in der die unglaublichsten Verschwörungstheorien verbreitet werden, etwa zum Corona Virus oder der angeblich gestohlenen Wahl in den USA. Deshalb ist die Botschaft von Home Before Dark für mich so wichtig, dass es inmitten des Lärms, in dem jeder sagen kann, was er will, auch eine Wahrheit braucht, die auf Fakten basiert und nicht nur auf Meinungen. Und ein guter Journalismus kann das.

In der Kleinstadt, in der die Serie spielt, will aber nicht jeder diese Wahrheit hören. Wie wichtig ist dieser Schauplatz für Home Before Dark?

Jim Sturgess: Die Stadt steht stellvertretend für eine Einstellung zu den Themen, die wir in der Serie ansprechen. Ob es nun Rassismus ist, Gender Fluidity oder Umwelt, die Stadt verkörpert, was die Menschen in der Welt da draußen zu den Themen denken könnte. Themen, mit denen sich dann auch Hilde auseinandersetzt. Insofern sollte der Ort immer auch ein Spiegel sein für die Realität, in der wir leben.



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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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