Kritik

Ooops 2 Land in Sicht

„Ooops! 2 – Land in Sicht“ // Deutschland-Start: 24. September 2020 (Kino) // 11. März 2021 (DVD/Blu-ray)

Der schlimmsten Katastrophe konnten sie entkommen, an Bord ihrer Arche haben die Tiere die große Flut überlebt. Doch was nun? Seit Wochen sind sie bereits auf hoher See unterwegs, ohne dass sie irgendwo Land gefunden hätten. Doch nicht allein, dass die Nerven so langsam etwas brach liegen und man sich wegen der bedeutungslosesten Kleinigkeiten an die Gurgel geht, wird langsam auch die Nahrung knapp. Als dann auch noch der Nestrier Finny und seine beste Freundin Leah, eine Grymp, mit den verbleibenden Vorräten über Bord gehen, ist das Unglück komplett. Während sie auf ihrem brüchigen Floß ausharren und auf ein Wunder warten, machen sie bald eine überraschende Entdeckung …

Ein bisschen überraschend ist es schon, fünf Jahre nach Ooops! Die Arche ist weg doch noch eine Fortsetzung des Animationsfilms sehen zu dürfen. Andererseits war dieser erfolgreich genug, zudem auch durchaus unterhaltsam. Außerdem bringt die Geschichte um eine Arche voller Tiere, die über das Meer schippert, genügend Stoff für mehrere Filme mit. Möglichkeiten für Abenteuer sind auf jeden Fall vorhanden. Der zweite Teil lässt sich dann auch grob in dieses Genre einordnen, allerdings verbunden mit jeder Menge Humor. Schließlich geht es in erster Linie darum, dass das junge Zielpublikum hierbei seinen Spaß hat.

Hohes Chaos auf hoher See
Dementsprechend sind die erwachsenen Tiere dann auch nur Nebenfiguren in Ooops! 2 – Land in Sicht. Zum Auftakt dürfen Finny und Leah zwar ihre Konflikte mit den Eltern haben. Und natürlich werden Letztere in einer Parallelhandlung auch unter allen Umständen versuchen, den verschollenen Nachwuchs wieder ausfindig zu machen. Im Mittelpunkt stehen aber eindeutig die Knirpse und die brenzligen Situationen, in welche sie geraten. Das kann dann ausgesprochen actionreich werden. Zeitweise wird es hier sogar derart turbulent, dass einem schon etwas schwindlig werden kann. Schließlich ist nicht nur das Meer gefährlich, es finden sich auch andere Anlässe ums Überleben zu kämpfen.

Tatsächlich spannend ist Ooops! 2 – Land in Sicht dabei eher weniger. Zum einen ist ohnehin klar, dass das alles gut ausgehen muss und wird. Zum anderen ist das Chaos immer so überdreht, dass man es kaum ernstnehmen kann. Insgesamt ist der Film ein bisschen rastlos geworden, nimmt sich damit selbst die Chance, die diversen Themen zu vertiefen. Denn die gibt es durchaus. Da wäre zum einen die im ersten Teil aufgeworfene Frage, was dieses seltsame Wesen Nestrier überhaupt sein soll, welche hier eine Fortsetzung findet. Dann kommt es wenig überraschend zu diversen Konflikten zwischen den pflanzenfressenden und den fleischfressenden Tieren, welche auf engstem Raum in der Arche zusammenhocken. Aber auch grundsätzliche moralische Überlegungen werden im Laufe des Abenteuers aufgeworfen.

Wo sind all die Tiere hin?
Aus Rücksichtnahme vor dem Zielpublikum bleibt es aber an der Oberfläche. Während dies durchaus verständlich ist, sind andere Punkte schon etwas schwieriger. So ist es beispielsweise schade, dass die anderen Tiere so wenig in dem Film zu tun bekommen. Die dürfen allenfalls mal wie die bemitleidenswerte Taube, die zur Entdeckung einer neuen Welt auserkoren wurde, allenfalls als vereinzelter Running Gag auftauchen. Lediglich eine Qualle, welche in Ooops! 2 – Land in Sicht neu eingeführt wird, hat eine prominentere Rolle. Tatsächlich relevant ist aber auch sie nicht. Sie wurde wohl lediglich deswegen eingebaut, weil sie so niedlich ist.

Ohnehin sind die Designs bzw. die Optik im Allgemeinen gelungen. War diese schon bei Ooops! Die Arche ist weg überraschend gut, wurde in den letzten Jahren noch mal viel Feinarbeit geleistet. Das dynamische Wasser und das detaillierte Fell der Tiere wurden weiter verstärkt, auch bei Animationen und den Lichteffekten kann man nicht meckern. Die europäische Coproduktion zeigt, dass auch mit einem geringeren Budget, als es bei den großen Animationsstudios in den USA üblich ist, einiges auf die Beine stellen kann. Wer den ersten Teil mochte, wird sich daher wie zu Hause fühlen, bei der Mischung aus Abenteuer, Chaos, Slapstick und ein bisschen Herz. Man muss diesen aber nicht zwangsläufig gesehen haben: Teil zwei baut auf dem Vorgänger auf, ist jedoch grundsätzlich eigenständig, lässt zudem Raum für weitere Filme.

Credits

OT: „Ooops! The Adventure Continues“
Land: Luxemburg, Irland
Jahr: 2020
Regie: Toby Genkel, Sean McCormack
Drehbuch: Richie Conroy, Mark Hodkinson
Musik: Craig Stuart Garfinkle, Eimear Noone

Bilder

Trailer

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Ooops! 2 – Land in Sicht
„Ooops! 2 – Land in Sicht“ schließt nahtlos an den Animationsfilm um Tiere auf der Arche an und zeigt diese in einem neuen Abenteuer. Das ist temporeich und mit viel Humor aufgepeppt, dabei jedoch klar an eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet. Gerade bei den diversen angeschnittenen Themen wäre mehr Tiefe möglich gewesen. Dafür gefällt erneut die Optik, sowohl technisch wie auch in Hinblick auf die Designs ist das hier gut umgesetzt.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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