Kritik

„Robin Hood – König der Diebe“ // Deutschland-Start: 5. September 1991 (Kino) // 6. Dezember 2019 (Mediabook)

Robin von Locksley (Kevin Costner) ist ein britischer Adliger, der zu Zeiten der Kreuzzüge in Jerusalem gefangen gehalten wurde. Es gelingt ihm, sich zu befreien und zwei weitere Gefangene zu retten. Einer von ihnen opfert sich auf dem Fluchtweg, der Andere, Azeem Edin Bashier Al Bakir (Morgan Freeman), dankt ihm für die edelmütige Tat und schwört ihm ewige Treue für die Zukunft. Gemeinsam reisen sie zurück nach Britannien, wo sich Robin wieder seinen Ländereien und seiner Familie widmen möchte. Nach Jahren des Fortbleibens muss er jedoch feststellen, dass er bereits für tot erklärt wurde und seine Heimat beschlagnahmt und verwahrlost ist. Voller Erschütterung findet er seinen Vater am Strick baumelnd vor dem Familienschloss. Der Letzte, der noch dort lebt, ist der Familiendiener Duncan (Walter Sparrow), der vom Sheriff von Nottingham (Alan Rickman) des Augenlichts beraubt wurde. Duncan erzählt den beiden Rückkehrern von den Geschehnissen im Schloss, die den Entschluss fassen, sich an dem Sheriff zu rächen, der für viel Leid und Armut in der ganzen Region verantwortlich ist. Zu zweit gegen eine ganze Armee anzutreten, das wird nicht einfach. Doch im Sherwood Forest findet sich weit mehr als nur Bäume und Tiere.

Mit Robin Hood – König der Diebe hat Kevin Reynolds einen der wichtigsten Filme seiner Karriere geschaffen und mit einem spektakulären Schauspielerensemble eine altertümliche Ballade wieder lebendig gemacht. Die legendäre Figur des Robin Hood existierte bereits im 13./14. Jahrhunderts. Es gibt verschiedene Quellen, aus denen Geschichten über diese Figur hervorgehen, doch ist ein spezifisches Entstehungsdatum nicht nennbar. Ursprünglich wurde der Name Robin Hood als Synonym für „Gesetzesbrecher“ genutzt, was sich später auch recht präzise so in den Geschichten um die Gestalt wiederspiegelt. In Reynolds Interpretation wird jedoch aus dem Gesetzesbrecher viel mehr ein Verteidiger der eigenen Werte und des schwachen Volkes.

Prachtvolles Setting in einem zeitlosen Abenteuer
Obwohl es mittlerweile unzählige filmische Interpretationen aus den verschiedensten Filmstudios gibt, schafft es Robin Hood – König der Diebe noch immer zu begeistern. Dies rührt wohl vor allem daher, dass geschickt Humor, Abenteuer, Trash und Atmosphäre miteinander verknüpft sind. Immer wieder ist erkennbar, dass viele Szenen noch mit einem deutlich geringeren Budget verarbeitet sind, als es in der heutigen Zeit für Abenteuerproduktionen üblich ist. Dies spiegelt sich vor allem in den Effekten nieder, die noch ohne umschweifende Computeranimationen und Green-Screens auskommen mussten. Doch das macht sie keineswegs schlechter.

Gleichzeitig wird versucht, aus den simplen und trotzdem gewaltigen Settings alles herauszuholen. So erhält fast schon jeder einzelne Zweig und Stein einen wichtigen Auftritt. Ein breites Spektrum an Schauplätzen ist das Resultat: Eine alte Ruine, einsame Landhäuser, ein schlichter Wald, ein Fluss und eine recht alte Festung sind die wesentlichsten Orte für die gesamte Handlung. Diese Plätze werden mit längeren Kamerafahrten und vielen Totalen effektiv in Szene gesetzt.

Die klassische Geschichte untersetzt mit namhaften Darstellern
Die Handlung hingegen bietet nicht viel spektakulären Erzählstoff, denn diese orientiert sich sehr an der klassischen Robin-Hood-Geschichte. Ausgestattet mit vielen kleinen visuellen Extras hangelt sich die Story an den gleichen Figuren mit ähnlichen Absichten entlang, verleiht diesen jedoch eine interessante Leichtigkeit. Diese stammt wohl zu großen Teilen auch von dem tollen Cast. Mit Kevin Costner, Morgan Freeman und Alan Rickman sind drei große Schauspieler in gewohnt lässiger Manier zu sehen. Vor allem Rickman begeistert als ekliger und schmieriger Antagonist. Die dargebotene Kaltherzigkeit der Figur bewegt sich fernab vom klassischen Schauspiel und trifft damit genau den richtigen Ton, um die Leichtigkeit der anderen Darsteller auszugleichen. Als kleines Extra gibt es noch einen Cameo-Auftritt des früheren Robin Hood Darstellers Sean Connery, diesmal als König Richard Löwenherz.

Credits

OT: Robin Hood: Prince of Thieves
Land: USA
Jahr: 1991
Regie: Kevin Reynolds
Drehbuch: Pen Densham, John Watson
Kamera: Douglas Milsome
Musik: Michael Kamen
Besetzung: Kevin Costner, Morgan Freeman, Alan Rickman, Mary Elizabeth Mastrantonio, Christian Slater, Geraldine McEwan, Michael Wincott, Nick Brimble

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Robin Hood – König der Diebe
„Robin Hood – König der Diebe“ ist ein zeitloses Abenteuer, welches immer wieder einen hohen Unterhaltungswert in die heimischen Wohnzimmer transportieren kann. Der Film lebt vor allem von einer tollen Atmosphäre. Der Look wiederum schwankt zwischen simpel und opulent und ist damit nicht immer ansprechend.
7von 10

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