Was haben Blade Runner, Aliens – Die Rückkehr und Elysium gemeinsam? Abgesehen davon, dass sie alle in einer Zukunft angesiedelt sind, die für die Menschheit mehr als düster aussah und alle Hauptfiguren ums Überleben kämpfen mussten, so leben sie doch in Welten, die allesamt einen Schöpfer hatten: Designer und Zukunftsvisionär Syd Mead. Er entwickelte Städte, die neue Formen der Mobilität eröffnen und ein Ergebnis der Gemeinschaft als solches darstellen. Seit jeher war Mead fasziniert von der Zukunft. Und obwohl viele seiner ausgestellten Werke mehrere Jahrzehnte alt sind, beeinflussen diese bis heute Architekten als auch Städteplaner. Die Skyline von Los Angeles etwa, welche Mitte der Achtziger Jahre von ihm entworfen worden ist, erinnert auch an das Pariser Stadtviertel La Defense. Wolkenkratzer schmiegen sich erhaben in das alte Stadtbild und wirken keineswegs wie ein Fremdkörper. Sie ziehen den Blick auf sich, ohne dabei störend oder zu dominant zu wirken. Meads städtische Zukunftsvorstellungen sind von positiver Natur, die für ihre Bewohner auch immer mit Funktionalität bedacht sind.

Und genau das spiegeln seine Bilder mit der markanten Farbgebung wieder. Gelb, Orange und blau Töne dominieren oftmals und laden zum Verweilen ein. Die Vorstellung einmal so leben zu können, wirkt mit seinen Designs weniger abwegig.

Im O&O Baukunst nahe des Berliner Savignyplatzes hat die Ausstellung ein temporäres zu Hause gefunden. Dort kann man noch bis ins neue Jahr hinein etwa 30 Originale von dem Designer ansehen, die aufgrund ihres Detailreichtum stellenweise fast wie Fotografien wirken.

Neben zukunftsweisenden Stadtentwürfen ziehen natürlich die Werke zum Kultklassiker Blade Runner von Ridley Scott aus dem Jahr 1982 die Aufmerksamkeit auf sich. Da wurde sich auch in der Galerie gestalterisch Gedanken gemacht, denn alle Werke die zu dem Film ausgestellt werden, hängen vor einem grauen Hintergrund. Und auch wenn die Farben fast ähnlich der anderen Bilder von Mead sind, strahlen sie vor anderem Hintergrund eine komplett andere Atmosphäre aus. Die Dystopie, die mit Blade Runner geschaffen worden ist, ist auf den wenigen Quadratmeter förmlich greifbar. Man wird sich also nicht nur an den Film erinnert fühlen, sondern auch an dessen bedrückender, melancholischer und bedrohlicher Stimmung die in dem mittlerweile „Realität“ gewordenen LA herrschte.

Viele kleine Details in anderen Bildern, werden ebenfalls Filme ins Gedächtnis zurückrufen und lassen einen auch irgendwie in Erinnerungen schwelgen, mit welcher Begeisterung und Staunen man Ripley und Newt auf ihrer Flucht vor den Aliens in den Fahrzeugen der Kolonie auf dem Mond LV-426 bedacht hat.

Die kleine Ausstellung weckt Erinnerungen und Begeisterung für eine Zukunft, die Mead in seiner Vorstellung sieht und zum Teil schon fassbare Realität geworden ist.

SYD MEAD – FUTURE CITIES
14. November 2019 bis 16.
Januar 2020
Öffnungszeiten: Mo – Fr 15 – 19 Uhr und nach Vereinbarung
O&O Depot
Leibnizstr. 60, 10629 Berlin-Charlottenburg



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Ausstellung zu Syd Mead in Berlin [News]
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