Braven

„Braven“ // Deutschland-Start: 7. Dezember 2018 (DVD/Blu-ray)

Holzarbeiter Joe Braven (Jason Momoa) lebt mit seiner Frau Stephanie (Jill Wagner), Tochter Charlotte (Sasha Rossof) und Vater Linden (Stephen Lang) im verschneiten Neufundland. Linden leidet an Demenz, was immer mehr zum Vorschein tritt. Als Joe mitten in der Nacht zu einer Bar gerufen wird, in der Linden einen Streit angezettelt hat, weil er dachte, seine längst verstorbene Frau würde mit fremden Männern flirten, macht sich Joes Familie ernsthafte Gedanken, wie es mit Linden weitergehen soll. Er beschließt, zusammen mit seinem Vater zur Blockhütte in den Blue Mountains zu fahren, um dort in Ruhe mit ihm reden zu können. Dort angekommen finden die beiden einen großen Beutel voller Heroin, den einer von Joes Arbeitskollegen nach einem LKW-Unfall in der Hütte zwischengelagert hat. Drogenboss Kassen (Garret Dillahunt) will seine Drogen selbstverständlich zurück haben und ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

Vielversprechender Start
Unendlich weit sieht die verschneite Landschaft Neufundlands auf den Panoramaaufnahmen aus. Meterhohe Schneeschichten, Holzarbeiter, Schneeballschlachten, Kaminfeuer – da kommt direkt Stimmung auf. Eine gemütlich natürliche, doch unheilvolle, eiskalte Atmosphäre ist geschaffen. Joe Braven ist ein hart arbeitender liebevoller Familienvater, sehr besorgt um seinen geliebten Vater. Der Vorfall in der Bar zeigt, dass Joe alles für seine Familie tun würde, denn er verteidigt seinen verwirrten Vater bis aufs Blut. Die innere Zerrissenheit bezüglich des Vaters bringt Momoa überzeugend auf die Leinwand. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die beiden die Blockhütte erreichen, ist der Film einnehmend und interessant.

Von da an gewinnt der Film an Schnelligkeit und Action, verliert aber leider an Persönlichkeit und Tiefe. Von Vater Lindens Krankheit ist keine Rede mehr, Landschaftsaufnahmen gab’s anscheinend nur am Anfang, und Joe fungiert nur noch als kampferprobte Mordwaffe. Das kommt einfach alles zu schnell, haben wir doch gerade erst angefangen, Joe und Linden kennenzulernen. Doch über ihre Vergangenheit wissen wir rein gar nichts – anscheinend war Joe mal ein Martial-Arts-Kämpfer oder sogar heimlicher Serienkiller – darauf lassen die brutalen Kampfszenen jedenfalls schließen. Doch leider müssen wir uns für den kompletten Rest des Filmes mit Axt, Pfeil und Bogen und Schusswaffen begnügen, denn für mehr Story ist leider kein Platz mehr.

Checkliste für erfolgreiche Action-Thriller
Die wichtigsten Klischeepunkte wären: 1. Finde einen übermännlichen, gerade angesagten, super sexy Hauptdarsteller – Jason Momoa als Superheld, check. 2. Kreiere eine geheimnisvolle Atmosphäre ohne Handyempfang – Verschneite Blue Mountains, check. 3. Bring irgendwie Drogen ins Spiel – check. 4. Erschaffe einen knallharten aber etwas dämlichen Drogenboss – Garret Dillahunt mit Null-Bock-Einstellung, check. So könnte man die Liste noch ewig weiter laufen lassen. Abgesehen von ungewöhnlichen Waffen und Kampftechniken warten hier keine großen Überraschungen.

Leichte Enttäuschung macht sich am Ende des Films breit, der doch so gut begonnen hat. Etwas unglaubwürdig schreiten manche Szenen voran. Gerne hätte man noch mehr von der Braven-Familie erfahren und dafür etwas von der rohen Gewalt abgegeben. Dennoch ein unterhaltsamer Film, gut gefilmt, gut geschnitten und gut gemeint.

Braven
4.15 (82.96%) 27 Artikel bewerten

Braven
"Braven" ist das Resultat eines typischen Rezeptes für Action-Thriller. Die wichtigen Punkte wie 'männlichster Hauptdarsteller aller Zeiten', 'brutale Kampfszenen' und 'ein bisschen Liebe und Leid' sind vorhanden, mehr aber auch nicht. "Braven" kämpft etwas mit Unglaubwürdigkeit, ist aber dennoch ein unterhaltsamer Film für zwischendurch.
7von 10

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