(OT: „Rubik“, Regie: Xenia Smirnov, Deutschland, 2016)

Was treibt X eigentlich, während ich gerade nicht hinschaue? Das ist oft ein lohnenswerter Gedanke, gerade auch bei Animationsfilmen. Egal ob nun Tiere (Pets) oder Spielzeuge (Toy Story), der Reiz liegt darin, weniger ernst genommenen Zeitgenossen ein geheimes Leben anzudichten. In Rubik gibt sich Xenia Smirnov ebenfalls einem solchen was-wäre-wenn-Gedanken hin. Einem ziemlich originellen. Es dürfte zumindest wenig Leute geben, die sich mit dem Innenleben eines Rubik-Würfels auseinandersetzen.

Komisch, surreal, ansprechend
Dass es sich um einen solchen handelt, wird allenfalls anhand des Titels klar. Bis der Kurzfilm seine Pointe verrät, muss man schon ziemlich bis zum Ende warten – was bei nicht einmal vier Minuten aber keine besonders schwere Aufgabe darstellt. Zudem ist es sehr nett anzusehen, was hier vorher so alles passiert. Gezeigt werden mehrere Leute, die sich in einer Wohnung aufhalten, die regelmäßig durcheinandergewirbelt wird. So als hätte es ein Erdbeben gegeben. Daraufhin ist niemand mehr dort, wo er war, die vorherige Aktivität wird durch den veränderten Raum ad absurdum geführt. Eine Lampe bügeln zu wollen, das gestaltet sich dann doch etwas schwierig.

Es ist aber nicht nur die originelle Idee mit den komisch bis surrealen Folgen, die Rubik auszeichnen. Smirnov hat bei dem Beitrag vom Filmfest Braunschweig 2017 zudem eine sehr ansprechende Optik aus dem Würfelkästchen gepackt. Vergleichbar zu The Old Man and the Sea von Alexander Petrow – wenn auch nicht auf dessen Niveau – greift sie hier auf Ölfarben auf Glas zurück, welche sie mittels Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt. Das passt ganz gut zu der entrückten Stimmung des unterhaltsamen Kurzfilms, der auch die optimale Länge findet: Lang genug, um mehrere dieser kuriosen Situationen einzubauen, kurz genug, um sich nicht groß zu wiederholen.

Rubik
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Rubik
„Rubik“ ist ein unterhaltsamer Kurzfilm, der mithilfe von Öl-auf-Glas-Animation das Innenleben eines Rubikwürfels zeigt. Das gefällt der Bilder wegen, aber auch für die komisch-surrealen Szenen, die sich regelmäßig dem Auge bieten.
7von 10

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