(OT: „Tadeo Jones 2: El secreto del rey Midas“, Regie: Enrique Gato/David Alonso, Spanien, 2017)

Tad Stones und das Geheimnis von König Midas

„Tad Stones und das Geheimnis von König Midas“ läuft ab 11. Januar 2018 im Kino

Eine ganze Weile ist vergangen seit ihrem gemeinsamen Abenteuer um das Inka-Gold. Während Saras Karriere als Archäologin anschließend steil bergauf ging, arbeitet Tad Stones wieder auf dem Bau und träumt von der vergangenen Zeit. Und von ihr natürlich. Da ergibt sich für ihn die Gelegenheit, seinen großen Schwarm wiederzusehen und ihr auch seine Gefühle zu gestehen: Sara ist dem legendären Schatz von König Midas auf der Spur und will der Weltöffentlichkeit ihre bisherigen Funde präsentieren. Doch das zieht auch den skrupellosen Millionär Jack Rackham an, der es ebenfalls auf den Schatz abgesehen hat. Als dieser bei der Veranstaltung Sara entführt, um sie zur Mitarbeit zu zwingen, liegt es nun an Tad, der tollpatschigen Mumie und Assistentin Tiffany, den Unhold aufzuhalten.

Dass filmische Trends wie alle anderen auch einem ständigen Wandel unterworfen sind, das liegt in der Natur der Sache. Was heute populär ist, kann morgen schon niemanden interessieren, stilistische Mittel und ganze Genres kommen und gehen. Ein Genre, das heute fast gar nicht mehr bedient wird, ist das des Abenteuerfilms. Der Grund liegt auf der Hand: Unerforschte Flecken auf der Weltkarte gibt es nicht mehr wirklich, auch durch soziale Netzwerke und fleißiges Fototauschen werden Orte und Erfahrungen in Sekundenschnelle geteilt. Die Vorstellung von geheimen Stätten und vergrabenen Schätzen, die passt irgendwie nicht mehr in den Zeitgeist. Die Folge: Wenn sich in Filmen noch Leute auf große Expedition begeben, dann entweder in historischen Settings (Kong: Skull Island) oder auf fremden Planeten.

Abenteuer mit offensichtlichen Vorbildern
Allein deshalb schon darf man ganz dankbar sein, wenn mit Tad Stones und das Geheimnis von König Midas mal wieder ein klassischer Vertreter in die deutschen Kinos. Zumindest fast klassisch. Wer den Vorgänger Der verlorene Jäger des Schatzes! kennt, der weiß natürlich, dass der Film nur bedingt mit bekannten Abenteuern zu vergleichen ist. Nicht nur, dass es sich bei der spanischen Produktion um einen Animationsfilm handelt. Er setzt zudem auf viel Humor, der in erster Linie für die etwas jüngeren Zuschauer gedacht ist. Aber auch das erwachsene Publikum darf hier einmal vorbeischauen und sich an glorreiche Indiana Jones Zeiten erinnern. Denn das der hier Pate stand, ist schon am Hut von Tad erkennbar, und auch an seinem Nachnamen: Im Original lautet der ebenfalls Jones.

Die Geschichte selbst verläuft dann auch in relativ bekannten Bahnen. Eine alte Schatzkarte, seltsame Schriftzeichen, mehrere Tempel mit Fragmenten des Schatzes, zwei konkurrierende Parteien, ein großer Endkampf, bei dem es um sehr viel mehr geht als nur Reichtum – das Drehbuchteam hielt sich schon recht eng an das, was das Genre definiert hat. Was Tad Stones an echten Überraschungen fehlt, das gleicht er durch umso mehr Witz aus. Und der führt meistens über die Figuren. Tad selbst ist ein ziemlicher Tollpatsch, der mehr aus Glück ans Ziel stolpert. Auch die Mumie hat ein echtes Händchen dafür, die Truppe ins Chaos zu stürzen und dabei besagtes Händchen zu verlieren. Und dann wären da noch die diversen tierischen Begleiter, die schon im ersten Teil zu den Höhepunkten gehörten und dieses Mal ein neues, überaus würdiges Mitglied in ihrer Mitte begrüßen.

Simpel, aber sympathisch und schön anzusehen
Anspruchsvoll ist das natürlich nicht. Gelegentliche Wortspiele lockern das Geschehen auf, ansonsten ist vor allem Slapstick angesagt. Das ist auf Dauer etwas eintönig, aber auch nicht schlechter als der der großen Konkurrenz. Visuell schlägt sich das neue Projekt von Lightbox Animation Studios (Einmal Mond und zurück) ebenfalls mehr als achtbar. Vor allem die Stadtszenen sehen für einen Film dieser Budgetklasse sehr gut aus. Aber auch bei den Effekten und manchen Designs wird man nicht meckern können. Zur absoluten Spitze fehlt dann zwar doch noch ein bisschen, dafür hätte bei der Geschichte ein bisschen mehr passieren müssen. Sympathisch ist der wohltuend altmodische Auftritt des Möchtegern-Archäologen jedoch unbedingt, weshalb es bis zu einem eventuellen dritten Teil hoffentlich nicht wieder fünf Jahre dauern wird. Vorkenntnisse aus dem Vorgänger sind übrigens nicht Vorschrift, aber doch zu empfehlen, da gerade am Anfang sehr viel auf ihn verwiesen wird.

Tad Stones und das Geheimnis von König Midas
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Tad Stones und das Geheimnis von König Midas
Tad Stones meldet sich zurück im Archäologie-Dienst und ist so tollpatschig wie eh und je! Wie schon beim Debüt orientiert sich der Animationsfilm an klassischen Abenteuerfilmen, fügt aber noch jede Menge Humor hinzu. Der ist teilweise sehr auf Kinder ausgerichtet, die kuriosen Figuren machen aber auch als Erwachsener Spaß. Gleiches gilt für die sehr angenehme Optik, welche die für sich genommen überraschungsarme Geschichte aufwertet.
6von 10

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