(OT: „Tsubasa Chronicle: Torikago no Kuni no Himegimi“, Regie: Itsurō Kawasaki, Japan, 2005)

Tsubasa Chronicle Der FilmSchon seit Längerem sind Shaolan, Kurogane, Fai D. Flowright, Mokona Modoki und Sakura unterwegs, um in den verschiedensten Welten Federn einzusammeln. Nicht irgendwelche Federn, versteht sich. Vielmehr handelt es sich um ganz besondere Exemplare, die dabei helfen sollen, das verlorene Gedächtnis von Sakura wiederzufinden. Nun hat es sie in ein sehr ausgefallenes Königreich verschlagen, in dem jedem Menschen ein spezieller Vogel zugeteilt ist. Es ist ein schönes Land oder könnte es zumindest sein. Doch der König führt nichts Gutes im Schilde. So hat er beispielsweise der Prinzessin ihren Vogel gestohlen. Und das ist nur ein Teil seines finsteren Plans.

Zwei zum Preis von einem war wohl 2005 die Devise, als zu den Serien xxxHolic und Tsubasa Chronicle je ein Film gedreht wurde, die zusammen im Kino gezeigt wurden und auch gemeinsam auf DVD erschienen. Das war irgendwo naheliegend, schließlich stammen die beiden zugrundeliegenden Mangas jeweils vom Künstlerkollektiv Clamp und enthielten auch als Animeserie Verweise aufeinander. An einer Stelle laufen beide Filme auch zusammen, ohne aber dass man beide gesehen haben müsste. Die eigentliche Handlung ist unabhängig voneinander.

Weniger ist manchmal zu wenig
xxxHolic – Der Film ist dabei jedoch eindeutig der stärkere von den beiden. Grund dafür ist die Laufzeit: Während dort eine ganze Stunde zur Verfügung stand, um eine Geschichte zu erzählen, ist es hier nur knapp die Hälfte. Und das reicht hinten und vorne nicht, um für einen befriedigenden Inhalt zu sorgen. Interessante Ansätze gibt es dabei. Die Idee mit den persönlichen Vögeln ist originell, auch bei den Gegnern sind ungewöhnliche Wesen dabei. Grundsätzlich hat man den Eindruck, dass man sich bei dem Abenteuer in dem Vogelkönigreich einiges gedacht hat.

Es sieht zudem auch sehr hübsch aus. Production I.G (The Weathering Continent, Maria the Virgin Witch), welches beide Filme produzierte, schuf hier eine klassische Fantasywelt, wie man sie sich auch bei Studio Ghibli vorstellen könnte – wenn auch nicht auf derselben technischen Brillanz. Und auch die Figurendesigns aus dem Hause Clamp können es nicht mit den Animegranden aufnehmen. Nett anzusehen ist es dennoch. Es bleibt nur ohne die nötige Substanz, sowohl was Geschichte wie auch Figuren angeht. Der böse King ist einfach nur böse, ohne dass man ihm eine Persönlichkeit zugestehen würde. Und auch die anderen Charaktere bleiben – zumindest ohne Vorkenntnisse der Serie – ziemlich nichtssagend. Als Einzelfolge im Fernsehen hätte das vermutlich gereicht. Als eigenständiger Film bietet Tsubasa Chronicle an der Stelle jedoch zu wenig, ist nicht mehr als ein netter, etwas langweiliger Snack für zwischendurch, den man im Anschluss gleich wieder vergessen hat.



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Tsubasa Chronicle – Der Film
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Tsubasa Chronicle – Der Film
Die Filmvariante des Mangas „Tsubasa Chronicle“ ist nett anzusehen und hat zumindest im Ansatz originelle Ideen für eine Fantasywelt. Aufgrund der kurzen Laufzeit werden aber sowohl Letztere wie auch die Figuren kaum ausgearbeitet, für ein richtiges Abenteuer ist das inhaltlich einfach zu dünn.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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