(„The Visit – Eine außerirdische Begegnung“ directed by Michael Madsen, 2015)

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„The Visit – Eine außerirdische Begegnung“ läuft ab 22. September im Kino

Seit die Menschen gen Himmel blickten, waren sie von den blinkenden Punkten am Firmament fasziniert. Was bedeuteten diese? Was war dort zu finden? Die erste Frage wurde zumindest zu Teilen beantwortet, da hat die Wissenschaft in den letzten Jahrtausenden das eine oder andere herausfinden können. Die Beantwortung der zweiten ist aber auch 2016 noch Träumern, Visionären und Verschwörungstheoretikern überlassen. Und natürlich Filmemachern. Ob die fremden Lebensformen nun freundlicher Absicht waren (E.T.) oder feindlicher (Independence Day), der Fantasie der cineastischen Abenteuer waren dabei keine Grenzen gesetzt – je fantastischer, umso besser.

Der dänische Regisseur Michael Madsen – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen amerikanischen Schauspieler – wollte es genauer wissen und widmet sich in seinem neuesten Dokumentarfilm der möglichen Begegnung mit Außerirdischen. Die Idee überrascht sicher, wird den einen oder anderen vielleicht an den Schweizer Autor Erich von Däniken erinnern, der mit seinen kuriosen Theorien zu außerirdischen Besuchern auf der Erde große Erfolge feierte. Spekuliert wird auch bei Madsen kräftig, wie sollte es bei einem Film über ein hypothetisches Ereignis auch anders sein? Im Gegensatz zu seinem Autoren-Kollegen ist er jedoch durchaus an Fakten und einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung interessiert.

Das zeigt sich gerade auch bei der Wahl der Interviewpartner, welche hier vor die Kamera gezerrt wurden. Forscher sind es, die hier zu Wort kommen, aber auch Vertreter aus Militär und Politik. Denn so sehr viele sich nach einem Leben außerhalb der Erde sehnen, keiner könnte sagen, wie dieses aussieht. Muss ein Leben denn eine DNA enthalten, wie wir es gewohnt sind oder gibt es Alternativen? Und wie würden wir damit umgehen, einem solchen Leben zu begegnen? Drei Möglichkeiten sind es, welche Außerirdische zu uns führen könnte, so fasst es in The Visit jemand zusammen: 1. Eine Notlandung 2. Eine Forschungsreise 3. Ein feindlicher Angriff. Auszuschließen ist nichts, entsprechend nervös stimmt einen der Gedanke auch, dass tatsächlich mal jemand vorbeikommen könnte. Denn wer es im Gegensatz zu uns schafft, die Weiten des Weltalls zu durchqueren, der hat sicher auch in anderer Hinsicht ganz andere Möglichkeiten.

Eine Antwort darauf können natürlich auch Madsen und seine illustren Gesprächspartner nicht liefern, je länger der Film andauert, umso spekulativer wird er, umso mehr wird eine Was-wäre-wenn-Überlegung daraus. Dessen war sich der Däne natürlich bewusst, weshalb er von Anfang an auch sehr mit filmischen Mitteln experimentiert und die Grenze zwischen dem Dokumentarischen und dem Fiktiven aufhob. Wie hier mit Zeitlupen oder anderen visuellen Spielereien gearbeitet wird, wohl auch um eine etwas andere, „außerirdische“ Sicht auf die Erde zu kreieren, das macht The Visit selbst für Menschen interessant, die sich sonst aufgrund der eintönigen Interviewbilder nicht unbedingt für Dokumentarfilme erwärmen können. Zwischenzeitlich beschleicht einen zwar das Gefühl, dass es hier mehr um den Spaß am Experimentieren ging, die Bilder nicht mehr wirklich etwas mit dem Inhalt zu tun haben. Insgesamt ist dieser etwas andere Zugang zu dem Thema aber durchaus sehenswert. Und zumindest ansatzweise lässt Madsen seine Zuschauer auch über sich selbst nachdenken. Darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein, und welche Verantwortung damit einhergeht.

The Visit – Eine außerirdische Begegnung
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The Visit – Eine außerirdische Begegnung
Gibt es außerirdisches Leben? Und wenn ja, wie könnte das aussehen? Eine wirkliche Antwort liefert auch „The Visit“ nicht, nähert sich dem Thema aber auf vielfältige Weisen an: wissenschaftlich, politisch, philosophisch. Interessant ist der spekulative Dokumentarfilm aber auch aufgrund der visuellen Experimente, welche die Überlegungen zwar nicht befriedigender, dafür aber unterhaltsam machen.
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