(„Criminal Activities“ directed by Jackie Earle Haley, 2015)

Criminal Activities

„Criminal Activities“ läuft ab 31. März im Kino

Es war aber auch zu schön, um wahr zu sein! Als die vier früheren Freunde Zach (Michael Pitt), Bryce (Rob Brown), Noah (Dan Stevens) und Warren (Christopher Abbott) sich nach langer Zeit auf einer Beerdigung wiedersehen und Bryce einen heißen Insider-Börsentipp hat, klang das nach einer todsicheren Sache, um an eine Menge Geld zu kommen. Sicher ist danach aber nur, dass sie in mächtigen Schwierigkeiten stecken. Das nötige Startkapital stammte nämlich von Gangsterboss Eddie (John Travolta). Und der will sein Investment nun wieder zurück, mit Zinsen, was angesichts des plötzlichen Wertverfalls der Aktie kaum möglich ist. Aber es gibt einen Ausweg: Das Quartett soll dafür Marquis (Edi Gathegi) entführen, den Neffen einer verfeindeten Gang.

Ein Film im Gangstermilieu, in dem eine Reihe von Nobodys sich mit den Falschen anlegen, noch dazu mit John Travolta besetzt – da braucht es nicht viel Einfallsreichtum, um an Pulp Fiction und die zahllosen daran anschließenden Imitate zu denken, welche das Kino, vor allem das Heimkino in den 90ern und 00ern überschwemmten. Eine Besprechung von Criminal Activities, ohne dabei auf die Vorbilder zu verweisen? Danach wird lange suchen müssen, wer sich über den Film informieren will. Die Gemeinsamkeiten sind auch kaum zu übersehen, von den harten Jungs über die coolen Sprüche bis zum Humor. Aber es gibt auch ein paar feine Unterschiede.

Zunächst einmal spielt Gewalt in Criminal Activities keine Rolle. Oder besser: Sie spielt woanders. Der Versuch des Quartetts, den widerspenstigen und herablassenden Marquis unter Kontrolle zu bekommen, geht zwar mit reichlich unflätiger Sprache einher, zu Waffe und Fäusten wird hier aber nicht gegriffen. Blutige Momente gibt es dafür in diversen anders besetzten Nebenhandlungen zu sehen, welche von der ausschließlich in einem Raum stattfindenden Entführungsgeschichte völlig unabhängig sind. Oder zumindest so tun als ob. Dass hier manches nicht so ist, wie es scheint, dürfte niemanden überraschen, der zuvor schon vergleichbare schwarzhumorige Thriller gesehen hat. Nett sind die diversen Wendungen, welche die Geschichte zum Ende hin auf andere Bahnen bringen, aber schon.

Und nett trifft als Zusammenfassung dann auch auf den Film als solchen zu. Das Genre wird hier sicherlich nicht revolutioniert, nicht einmal wirkliche Impulse sollte man erwarten. Für solide Unterhaltung reicht es jedoch, auch dank einiger witziger Einfälle. Die betreffen vor allem die Szenen mit dem widerspenstigen Entführungsopfer, der schnell erkennt, welche Idioten ihm da gegenüberstehen und die man doch vielleicht gegeneinander ausspielen könnte. Und auch eine etwas unerwartete, eigentlich sogar unnötige Flashbackszene endet mit einem amüsanten Knalleffekt. Da zudem die Darstellungen, allen voran jene von Gathegi und Stevens trotz aller Stereotype sympathisch sind, lassen sich auch die gelegentlichen Längen im Mittelteil ignorieren, wenn in Criminal Activities einfach zu wenig passiert.

Criminal Activities
4.11 (82.22%) 9 Artikel bewerten

Criminal Activities
Die Geschichte vierer Freunde, die ungewollt in kriminelle Machenschaften verwickelt werden, ist sicher nicht neu, arbeitet auch viel mit Stereotypen. Nette Unterhaltung wird aufgrund einiger witziger Einfälle und sympathischer Darstellungen aber dennoch geboten.
5von 10

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