(„We Are Your Friends“ directed by Max Joseph, 2015)

We Are Your Friends DVD

„We Are Your Friends“ ist ab 24. Dezember auf DVD und Blu-ray erhältlich

Ein Track, der dein Leben verändert. Cole Carter (Zac Efron) ist ein junger DJ, der auf der Suche nach genau diesem einen Track ist. Bei Tag räkelt er sich auf der Couch eines Kumpels, der selber noch bei den Eltern wohnt. Bei Nacht genießt er das Partyleben, legt in Clubs auf und sucht den Durchbruch in der hart umkämpften Musikindustrie. Mit von der Partie, seine drei Jugendfreunde Mason (Jonny Weston), Ollie (Shiloh Fernandez) und Squirrel (Alex Shaffer). Eines Tages trifft er James Reed (Wes Bentley), der genau das gefunden hat, wonach Cole so verzweifelt sucht: Ruhm und Geld. James nimmt ihn unter seine Fittiche und zeigt ihm eine Welt, von der er zuvor nur zu träumen wagte. Auf dem Weg an die Spitze begegnet er unter anderem der schönen Sophie (Emily Ratajkowski), James‘ Freundin, die ihm sogleich den Kopf verdreht. Zwischen Liebesdrama und Musikindustrie wird Cole gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die den Rest seines Lebens verändern werden.

In einer Zeit, in der sich jeder Teller drehende Möchtegern als Disc Jockey bezeichnet, musste es ja dazu kommen: Jemand dreht einen Film darüber. Dabei birgt das ganze Phänomen „DJ“ einiges an Potential. Ein Track kann dein ganzes Leben verändern. DJ Guetta, Calvin Harris, Deadmau5, Avicii & Co. haben es vorgemacht, dass sich damit eine Menge Geld verdienen lässt. Daher stellt sich die Frage: Wer ist für den Film verantwortlich? Kann er die Musikszene, das Drama, sowie den Aufstieg und den Fall vieler, die sich daran versuchen, auf Film festhalten? Die Antwort: Max Joseph. Überwiegend bekannt durch seine Anstellung als Host und Kameramann bei der amerikanischen Show Catfish. Darüber hinaus war er an einigen Dokumentationen sowie Kurzfilmen beteiligt. We Are Your Friends ist somit sein Debüt und Einstand in die große Welt von Hollywood.

Leider merkt man dem Film diese Unerfahrenheit sehr stark an und so bröckelt es an vielen Enden. Zac Efron (Bad Neighbors), der inzwischen auch keine 20 mehr ist, nimmt man den College-Verweigerer nur noch schwer ab. Auch der Rest der Cast kann dem Drehbuch entsprechend nur bedingt überzeugen. Alleine bei der bildhübschen Emily Ratajkowski (Gone Girl) verspürt man einen Hauch Authentizität.

Die Geschichte dreht sich überwiegend um das Liebesdreieck der Hauptprotagonisten und eckt dabei nur selten an das eigentliche Thema Musik an. Treffen sich Geschichte und Musik doch einmal, kratzt man nur sporadisch an der Oberfläche und wendet sich sogleich wieder anderen Dingen zu. Wie z.B. den Jugendfreunden von Cole: Mason der Hitzkopf, Ollie der Schönling und Squirrel das Nesthäkchen der Clique. Jeder einzelne reagiert anders auf Coles veränderten Lifestyle. Denn je mehr Zeit er mit James verbringt, desto weniger ist er mit ihnen unterwegs. Stress vorprogrammiert. Es hinkt und quietscht an allen Enden und wer auf die kreative Auflösung des ganzen Filmknoten hofft, der wird enttäuscht.

We Are Your Friends ist der erste Leinwand Versuch von Max Joseph und daraus kann er eine Menge lernen. Niemand möchte ihm seine Vision des Films streitig machen. Bei der Umsetzung darf der Zuschauer dann aber doch ein paar Worten zum Besten geben. Der Film bietet ein solides Liebesdrama, das man schon im Dutzend besser gesehen hat. Musikenthusiasten und detailverliebte Musiker sollten lieber auf gut recherchierte Dokumentation zurückgreifen. Wer sich von all dem noch nicht hat beeinflussen lassen, der bekommt mit Emily Ratajkowski wenigstens ein wenig Zucker für die müden Augen. Es bleibt abzuwarten, welche filmischen Pfeile Herr Joseph noch in seinem Köcher hat. Bis dahin ziehe ich den Stecker und höre alte ABBA-Songs.



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We Are Your Friends
Dem Hollywood Debüt von Max Joseph mangelt es an Kreativität und Fokus. Zwischen Liebesdreieck, Freundschaft und dem großen Durchbruch in der Musik Industrie, gehen dem Film nicht nur die kreativen Fäden, sondern auch die Zuschauer verloren.
4von 10

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