(„Hotel Transylvania 2“ directed by Genndy Tartakovsky, 2015)

Hotel Transsilvanien 2

„Hotel Transsilvanien 2“ läuft ab 15. Oktober im Kino

Dass sein ursprünglich nur für Monster gedachtes Hotel nun auch für Menschen offensteht, damit hat sich Dracula ja noch abfinden können. Und auch damit, dass seine Tochter Mavis den Sterblichen Johnny geheiratet hat. Als deren gemeinsamer Sohn Dennis aber auch nach einigen Jahren noch so gar keine Anzeichen des Vampirismus zeigt, das geht dem Blutsauger dann doch zu weit. Eine Lösung muss her, und das schnell: Wenn sein Enkel nicht bis zum fünften Geburtstag ein Vampir wird, ist dieser verdammt, ein Mensch zu bleiben. Und das muss verhindert werden. Also fasst Dracula den Beschluss, zusammen mit Dennis und einigen Freunden auf eine Reise zu gehen, um seinem Nachkommen den Weg in ein anständiges Monsterdasein zu weisen.

Den Septemberrekord für das erfolgreichste Startwochenende zu brechen, das ist bei einem Animationfilm ohne wirklichen Franchisehintergrund schon eine stolze Leistung. Hotel Transsilvanien gelang 2012 das Kunststück, spielte daheim zum Start über 42 Millionen ein, am Schluss waren es weltweit über 350 Millionen. Dass hier dann irgendwann ein Nachfolger anstehen würde, war klar, drei Jahre später ist es nun so weit.

Am Erfolgsrezept wurde wie zu erwarten war, möglichst wenig geändert: Noch immer treffen relativ langweilige Menschen auf kuriose Monster, die bekannte Horrorvorbilder persiflieren. Glücklicherweise wurde die Rolle des Johnnys stark reduziert, welcher der größte Schwachpunkt des Erstlings war. Dafür bekommen Draculas unheimliche Sidekicks mehr Zeit im Rampenlicht, vor allem der glibberige Blobbi darf dieses Mal mehr sein als eine giftig-grüne Dekoration. Sehr schön auch ist die neu hinzugekommene Figur von Vlad, Draculas noch altmodischerem Vater, der jedoch erst sehr spät mit ins Spiel kommt.

Dadurch hat Hotel Transsilvanien 2 im Vergleich zu seinem Vorgänger minimal die Nase vorn, wenngleich das Szenario bei der zweiten Wiederholung sehr viel weniger originell ist. Vor allem das erneute Pochen auf Toleranz und Akzeptanz anderer Lebensentwürfe (und Lebensformen) ist sicher gut gemeint, darf der jüngeren Zielgruppe auch gern mitgegeben werden, nach drei Jahren Wartezeit hätte man sich aber durchaus noch ein bisschen mehr einfallen lassen dürfen. Und das gilt auch für den Humor, der oft ins Alberne abdriftet und manchen Witz gleich mehrfach erzählt, in der Annahme, das würde schon niemand merken.

Somit bleibt auch der zweite Auftritt von Dracula und seinen monströsen Kumpanen letztendlich hinter seinem Potenzial zurück, nutzt seine wundervollen Figuren nie so gut, wie sie es verdient hätten. Dafür ist das Tempo hoch, ein Gag jagt den nächsten, und die optische Umsetzung bewegt sich erneut auf einem sehr guten Niveau: Die Figuren sind witzig gestaltet, es gibt viele Details zu bestaunen, Effekte und Animationen überzeugen ebenfalls. Und so durfte Hotel Transsilvanien 2 an seinem Startwochenende in den USA den Rekord des Vorgängers noch einmal übertreffen, die Wahrscheinlichkeit sich in drei Jahren noch einmal zu sehen, ist damit hoch. Wenn es jedoch zu dem eigentlich unvermeidlichen dritten Teil kommen sollte, darf es aber gern mehr sein als wieder nur nette Unterhaltung.

Hotel Transsilvanien 2
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Hotel Transsilvanien 2
Wie der Vorgänger überzeugt auch „Hotel Transsilvanien 2“ mit einer makellosen Optik und wundervollen Figuren. Letztere dürfen diesmal sogar noch ein bisschen mehr von sich zeigen, Inhalt und Humor glänzen dafür nicht unbedingt mit Einfallsreichtum – es bleibt bei einer „nur“ netten Unterhaltung.
6von 10

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