(„Astérix et Cléopâtre“ directed by René Goscinny and Albert Uderzo, 1968)

Die grosse Asterix Edition

„Asterix und Klepoatra“ ist als Teil von „Die große Asterix Edition“ seit 19. März auf DVD und Blu-ray erhältlich

Die Ägypter sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren? Für Königin Kleopatra ist diese Aussage Caesars eine inakzeptable Beleidigung. Und so schließt sie mit dem römischen Herrscher eine Wette ab: Wenn es ihr Volk in nur drei Monaten schafft, einen prächtigen Palast zu errichten, so will er alles zurücknehmen und ihre Baumeister ehren. Drei Monate, das grenzt an Zauberei. Glücklicherweise kennt der beauftragte Architekt Numerobis jemanden, der sich tatsächlich in derselben auskennt: sein alter Freund, der Druide Miraculix. Der lässt sich auch nicht zweimal bitten, sondern tritt mit Asterix und Obelix die weite Reise ins Land der Pyramiden und Pharaonen an, um die Sklaven dort mit seinem Zaubertrank unter die Arme zu greifen.

Gerade mal ein Jahr war vergangen seit Asterix der Gallier, dem umstrittenen ersten Zeichentrickabenteuer der beliebten Comicfiguren. Deren Schöpfer, der Texter René Goscinny und der Zeichner Albert Uderzo, waren von dem Filmdebüt so wenig angetan, dass sie beschlossen, beim Nachfolger gleich selbst Regie zu führen. Und der Wechsel ist spürbar: Wenn schon bei der Einleitung die häufige Unart von Animationsfilmen, dass die Mundbewegungen der Figuren und deren Texte nicht übereinstimmen, durch den Kakao gezogen wird, wird klar, wie sehr man sich vom etwas dumpfen Auftakt unterscheiden wollte.

Tatsächlich ist der Humor dieses Mal dann auch deutlich abwechslungsreicher, zum bekannten Klamauk kommen die im ersten Teil schmerzlich vermissten satirischen Elemente hinzu, ein paar Culture-Clash-Gags und diverse Anspielungen. Dass einige Running Gags wie die Piraten, deren Schiff bei jedem Aufeinandertreffen mit den Galliern absäuft, das Geschehen zusätzlich auflockern, kommt dem Unterhaltungswert genauso zugute.

Visuell gibt es ebenfalls deutlich sichtbare Fortschritte zu Asterix und der Gallier, was sich vor allem in den flüssigeren Animationen ausdrückt. Allzu hohe Ansprüche sollte man dennoch nicht erheben, denn Asterix und Kleopatra ist trotz allem ein Kind der späten 60er: simple Hintergründe, die nicht immer mit den bewegten Objekten harmonieren, mitunter schlampig angefertigte Perspektiven, unförmige Gliedmaßen der Protagonisten – wirklich genau hinschauen sollte man bei dem franko-belgischen Film nicht, im Vergleich zu den zeitgleich erschienenen Disney-Filmen schneidet das Regiedebüt von Goscinny und Uderzo eindeutig schlechter ab. Dafür aber punkten die beiden nun mal mit den witzigen Figuren und den ausdrucksstarken Designs, was über so manchen technischen Mangel hinwegtäuscht.

Inhaltlich ist die Verfilmung des im Original sechsten Bandes – in Deutschland erhielt der Comic „Asterix und Kleopatra“ die Bandnummer zwei – eine etwas zweischneidige Angelegenheit. Während die Geschichte und der Humor eindeutig interessanter sind, gibt es dieses Mal Probleme beim Tempo. So mancher Witz wird ein bisschen sehr in die Länge gezogen, trotz der recht kurzen Laufzeit von etwa 70 Minuten wurde hier oft mit Füllmaterial gearbeitet. Vor allem bei den zahlreichen und eher weniger melodischen Liedern, die wohl inspiriert von Disney eingebaut wurden und den Film zeitweise zu einem Quasi-Musical machen, nimmt sich die Handlung eine gemütliche Auszeit.

Perfekt ist der Ausflug ins alte Ägypten also auch (noch) nicht, immerhin aber ein vergnüglicher Zwischenstopp auf dem Weg zu den noch folgenden und besten Asterix-Zeichentrickfilmen. Fans des pfiffigen Galliers mussten seinerzeit jedoch recht lange darauf warten, bis es weiterging, satte acht Jahre pausierte die Reihe, bis 1976 mit Asterix erobert Rom der dritte Film erschien.

Asterix und Kleopatra
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Asterix und Kleopatra
Nach dem eher drögen „Asterix der Gallier“ ist der zweite Zeichentrickfilm rund um den pfiffigen Barbaren und seine Freunde ein Schritt in die richtige Richtung. Der Humor ist abwechslungsreicher, die Geschichte interessanter, die Optik verbessert. In die Jahre gekommen ist aber auch „Asterix und Kleopatra“, neben diversen Schönheitsfehlern schmälern auch gelegentliche Längen das Vergnügen.
7von 10

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