(„The Others“ directed by Alejandro Amenábar, 2001)

Nachdem dieses Jahr Alejandro Amenábar seinen Monumentalfilm Agora – Die Säulen des Himmels in die Kinos brachte, wollte man wohl zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und so erscheint am 01. Oktober sein Überraschungserfolg The Others aus 2001 erstmals (in Deutschland) als Blu Ray Disc. Für mich persönlich war es der erste Film des Spaniers umso mehr war ich überrascht wie gut der Mann sein Handwerk versteht.

In knappen 90 Minuten hetzt er seine Protagonistin Nicole Kidman durch ein riesiges Anwesen irgendwo in der britischen Einöde. Allein die nebeligen Außenaufnahmen dieses Herrenhauses sorgen für eine gruselige Atmosphäre die sich anschließend konstant durch den gesamten Streifen zieht. Grace Stewart (Kidman) lebt dort alleine mit ihren beiden Kindern Anne (Alakina Mann) und Nicholas (James Bentley), ihr Mann der gegen die Nazis kämpfte, ist im Krieg gefallen. Geplagt von ihrer Sonnenallergie verbringen die Sprösslinge den ganzen Tag im mit dicken Vorhängen abgedunkelten Haus, die Türen der Räume in denen sie sich befinden werden von ihrer Mutter zur Sicherheit zusätzlich abgeschlossen.

Aus nicht näher bekannten Gründen haben die Bediensteten vor kurzem ihre Arbeit quittiert weshalb Grace eine Zeitungsannonce aufgegeben hat. Es dauert nicht lange und schon stehen drei skurrile Gestalten (darunter Fionnula Flanagan und Christopher Eccleston) vor ihrer Haustür. Sofort ist klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Spätestens als Anne aber von einem kleinen Jungen erzählt mit den sie manchmal spät in der Nacht spricht, sieht man hinter jedem Vorhang einen Geist…

Der über den Plot stehende Zuschauer betrachtet das rätselhafte Treiben der Figuren stets suspekt, doch der Autor, Regisseur und sogar Komponist ist nicht bereit uns irgendwelche schockierenden Enthüllungen preiszugeben, zumindest nicht sofort und erst recht nicht bildlich. Was zu Beginn also womöglich offensichtlich erscheint trügt beim fahlem Kerzenschein nicht ungern. Diese Ungewissheit führt letztendlich dazu, dass der Spannungsfaktor enorm hoch bleibt. Nicht zuletzt Amenábars gelungener Soundtrack steigert dies bis ins Unerträgliche und lässt Erinnerungen an stark an leicht datierte Horrorfilme aufkommen.

Auch der restliche Film ist mit einer ähnlichen „Retro-Tendenz“ abgefilmt worden, das wie uns der Spanier in einem Interview das den Extras der Blu Ray beiliegt verrät, auch durchaus seine Intention war. Weiters enthalten sind übrigens noch ein paar kurze Befragungen mit den Schauspielern, ein langweiliges Hinter die Kulissen und die obligatorische Trailershow. Die technische Seite der Scheibe gefällt da schon eher. Klarer DTS HD-Ton und ein gutes Bild sorgen für beste Unterhaltung im heimischen Kino. Erwähnens- und lobenswert wie immer auch das vorhandene Wendecover.

Schauspielerisch wissen eigentliche alle Akutere zu überzeugen, Kidman mimt wie oft eine im Grunde genommen starke Frau die gleichzeitig aber auch äußerst fragil ist. Am schwersten war aber mit Sicherheit das Casten der beiden Kinder, das glücklicherweise dann auch ausgezeichnet gelungen ist.

Warum der Streifen für mich schlussendlich aber doch nicht der Überflieger ist wie ich es mancherorts im Vorfeld lesen musste, liegt ganz einfach darin begründet, dass die Story zu wenig hergibt. The Others lebt alleine von seiner Spannung was eine Zweitsichtung sozusagen uninteressant macht, auch wenn hin und wieder Anzeichen dafür gemacht werden, dass man recht philosophisch auf Glaubensfragen eingehen wollte. Da hierfür allerdings keine Zeit bleibt, wirken solche Momente wenig bedeutend und höchstens schwammig.

Wenn also The Others bei mir etwas erreicht hat, dann war es meine Neugier an Amenábars andere Werke zu wecken, denn wie schon zu Beginn der Besprechung erwähnt, versteht der Mann etwas von Inszenierung.

The Others erscheint am 01. Oktober auf Blu Ray und DVD

The Others
3.86 (77.14%) 7 Artikel bewerten

2 Responses

  1. bullion

    Einer meiner wohl liebsten Gruselfilme. Herrlich altmodisch inszeniert, stets spannend, oft sogar richtig unheimlich und – besonders beim ersten Mal – natürlich wirklich überraschend. Doch auch in der Zweitsichtung auf jeden Fall empfehlenswert.

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