(„Ice Road Truckers Season 1“, TV-Serie, 2007)

Jedes Jahr findet für zwei Monate eine Gruppe außergewöhnlicher Männer ihren Weg in die kanadische Tundra, um einen der gefährlichsten Jobs der Welt anzutreten. Die mitten in der Eiswüste gelegenen, millionenschweren Diamantenminen müssen mit Ersatzteilen, Nahrung und vor allem Diesel versorgt werden damit die Förderarbeiten nicht einbrechen. Da die großen Ladungen von bis zu 60 Tonnen nicht per Flugzeug transportiert werden können, ruht die letzte Hoffnung auf den Ice Road Truckern. Die Straßen auf denen sie die vielen hundert Kilometer zurücklegen müssen, bestehen zu einem Großteil aus purem Eis, welches stellenweise nur 70 cm dick ist! Die gefrorenen Seen sind für die Schwergewichte allerdings nur etwa 60 Tage lang befahrbar, bevor die Schmelze beginnt. Schaffen es die rund 700 Trucker die 10.000 Ladungen in der gebotenen Zeit zu transportieren und das Überleben der Minen und ihren Bergleuten zu sichern?

Diese Männer verdienen ihr Geld buchstäblich auf dünnem Eis

Als die ersten Folgen der Ice Road Truckers im Free TV anliefen war ich sehr angetan von dieser neuen Art von Reality-Doku. Gezielt eingeschaltet habe ich zwar nie um mir die Sendung anzusehen, aber immer wenn ich zufällig darüber gezappt hatte, wurde ich sofort in den Bann der Ice Road gezogen. Mit dieser ersten Staffel konnte ich nun in den vollen Genuss jeder einzelnen Folge kommen und logischerweise dabei selbst bestimmen, wann und ob ich eine weitere anschauen möchte.

Die Dokumentation berichtet in erster Linie über 6 Hauptcharaktere verschiedenster Art, um die Beweggründe der Trucker zu beleuchten, erhält der Zuschauer immer wieder kleine Einblicke in die private Welt der Männer. Hugh „The Polar Bear“ Rowland hat ein kleines Unternehmen mit insgesamt vier Zugmaschinen, Rick Yemm ist schlicht vom Ehrgeiz gepackt, seinen alten Kumpel und Boss Hugh zu schlagen, in dem er mehr Ladungen ans Ziel bringt und Alex Debogorski hat eine Großfamilie zu ernähren.

Unter den Top-Fahrern entfacht jedes Jahr eine wahre Ice-Road-Challenge. Derjenige, welcher die meisten, schwersten und teuersten Fahrten abfertigt, ist der Sieger und hat nebenbei in nur acht Wochen ein Jahresgehalt verdient. Die raubeinigen Männer schenken sich nichts, sind aber dennoch besorgt umeinander, denn niemandem ist es gegönnt, bei minus vierzig Grad Außentemperatur in das Eis einzubrechen und in sekundenschnelle zu erfrieren. Neben den miesen Wetterbedingungen, haben die Jungs mit Müdigkeit und maschinellem Versagen zu kämpfen. Während der eine mehr als siebzehn Touren ohne Heizung erledigen muss, hat der andere jede Stunde auszusteigen, um eine undichte Luftleitung zu stopfen.

Somit boomt auch das Geschäft der Reparaturwerkstätten. Das geringe Übel daran, jeder Tag, den ein Truck nicht fahren kann, kostet den Besitzer etwa eintausend Dollar. Neben dem Verlangen, zu sehen wie die Kerle ihr Ziel erreichen und wer letztendlich der Sieger wird, bekommt der Zuschauer einmalige Bilder zu Gesicht. Die Landschaftsaufnahmen bestätigen das ungute Gefühl, welches einem die Trucker vermitteln, das knackende Eis wirkt dabei nur noch wie das Tüpfelchen auf dem „i“.

Der Betrachter kann im, Ice-Road würdig gestalteten Hauptmenü, zwischen Originalton und einer deutschen Synchronisation wählen. Die Stimme des Erzählers ist sehr angenehm und glücklicherweise unaufdringlich. Auch ist es in diesem Menü möglich, alle Folgen hintereinander abspielen zu lassen, oder die Episoden einzeln anzuwählen. Wenn man sich allerdings dafür entschließt, alle Episoden hintereinander, oder mit wenig Unterbrechungspause zu schauen, ist man recht schnell von dem ewig gleichen Intro genervt und hat das Gefühl, nach der dritten Folge mitsprechen zu können. Der Vorteil hier von ist allerdings wieder, dass ein Quereinstieg jeder Zeit möglich wäre, da auch in jeder Folge zu passender Zeit die wichtigsten Vorkommnisse wiederholt werden, hier wiederum sehr abwechslungsreich.

Auf der Bonus Disc befinden sich 3, sehr interessante Extra-Episoden. Die erste beschäftigt sich mit der Ice Road heute und mit den Anfangstagen der selbigen, die zweite und dritte zeigen die Hauptcharaktere in einer gemütlichen Runde, bei der sie einige Szenen der Serie reflektieren, sowie Zuschauerfragen beantworten und sich ein wenig gegenseitig auf die Schippe nehmen.

Des Weiteren beinhaltet diese Disc, vier History TV Trailer und hinter dem Punkt „Extras“ verstecken sich zusätzliche DVD Empfehlungen und Bonusmaterial im O-Ton, mit den Unterpunkten „Meet the Truckers“, in dem noch einmal die Meinungen und Hintergründe jedes einzelnen Fahrers beleuchtet werden; „Overcoming the Challenges“, mit einer Art „Making of“ mit weiteren Hintergrundinformationen zur Ice Road und „Perils of the Ice Road“, mit den möglichen Gefahren und Maschinenausfällen, mit denen die Fahrer zu kämpfen haben.

Fazit: Obwohl es länger her ist, dass ich die Ice Road das letzte Mal betrachtet habe, wurde ich nun schon wieder ebenso in ihren Bann gezogen, wie einst. In jeder Folge passiert etwas Neues, die Trucks werden schwerer und das Eis wird dünner. Auch das Bonusmaterial ist spannend und informativ zusammengetragen worden, also jede Minute wert. Den einzigen Minuspunkt bekommt die Sammlung für die ständig gleiche Einleitung, denn wenn ich mir eine Staffel kaufe, möchte ich wenigstens nach dem ersten Mal ansehen, nicht wieder hören, dass es einen einzigartigen Außenposten gibt und worin die Herausforderung besteht usw., vor allem nicht bei jeder einzelnen Folge.

Ansonsten möchte ich jedem, der auf Reality-Dokus steht, die Ice Road Truckers wärmstens empfehlen, in der Hoffnung, dass alle anderen ebenso gebannt wie ich, auf einen guten Ausgang der Ice Road Challenge hoffen und von dem Mut der Trucker, den schweren Lasten und den mächtigen Trucks beeindruckt sind. Ganz ehrlich, ich freue mich bereits auf die zweite Staffel und darauf, wie es mit Hugh, Alex, Jay und den anderen Jungs weitergeht!

Ice Road Truckers – Staffel 1
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2 Responses

  1. Parker

    Gutes Review! Klingt spannend, hab auch mal eine Doku darüber gesehn, allerings ist das so lange her, dass ich mich kaum noch erinnern kann. Ich mag Dokus über „Helden der Arbeit“ 😉

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