(„Beat the Devil“ directed by John Huston, 1953)

Schach dem TeufelNach Filmen wie Die Spur des Falken und Gangster in Key Largo eine weitere Zusammenarbeit des erfolgreichen Teams Humphrey Bogart und John Huston. In Schach dem Teufel adaptiert Huston die Erzählung Beat the Devil des Schriftstellers Truman Capote, der gemeinsam mit dem Filmemacher auch das Drehbuch schrieb.

Das abenteuerlustige amerikanische Ehepaar Danreuther – Billy (Humphrey Bogart) und Maria (Gina Lollobrigida) – trifft in einem italienischen Hafen auf das großbürgerliche britische Ehepaar Chelm – Harry (Edward Underdown) und Gwendolen (Jennifer Jones) –, das sich auf der Durchreise nach Afrika befindet. Dort wollen die Chelms auf ihre Kaffeplantage. Billy wiederum will ebenfalls nach Afrika, weil er zusammen mit einer Gruppe von zwielichtigen Gestalten um Peterson (Robert Morley) und den Deutschen Julius O’Hara (Peter Lorre) Uran beschaffen will. Gwendolen fühlt sich von Billy angezogen und zieht so ihren Ehemann mit in den Sog aus Intrigen, Verbrechen und Affären hinein. Denn auf der Überfahrt verüben die Ganoven einen Mordanschlag auf den ehrenwerten Harry, der ihr Vorhaben zu vereiteln droht. Nachdem die übrigen Reisenden deswegen von der Schiffscrew auf ein Rettungsboot von Bord ausgesetzt werden, landen sie schließlich an einem Strand der nordafrikanischen Küste, wo sie prompt von arabischen Reitern festgenommen werden.

Hustons Film lebt von dem temporeichen Erzähltempo und den inhaltlich amüsanten Verstrickungen der Ehepaare und der Kriminellen. Doch hier liegt auch der Schwachpunkt: Denn das damalige Kinopublikum erwartete einen Gangsterfilm mit einer Paraderolle für Bogart und keine Satire auf das Genre. So war Schach dem Teufel ein kommerziell vollständiger Misserfolg. Irgendwie wirkt Bogart tatsächlich – obwohl er seine Rolle als Halbgauner souverän mimt – ein bisschen wie im falschen Film. Die Figur des britischen Gentlemans, der bis zuletzt seine tugendhafte Ehre hochhält, wirkt durch Edward Underdown außerdem ein wenig überzeichnet und das Hin und Her zwischen den beiden Ehepaaren nicht ganz glaubwürdig. Jennifer Jones kann als intrigante Femme Fatale dagegen überzeugen. Ihre Gegenspielerin Gina Lollobrigida fällt im Gegensatz zu ihr kaum auf. Wie immer kann auch Peter Lorre (M –Eine Stadt sucht einen Mörder, Casablanca) in seiner Nebenrolle als Kleinganove glänzen.

Insgesamt ist es Huston bei Schach dem Teufel trotz (oder wegen) der Unterstützung Capotes nicht gelungen einen überdurchschnittlichen Film zu drehen. Die 80 Minuten Spielfilmlänge halten den Schaden zwar in Grenzen, jedoch ist die Gangsterparodie nur eingefleischten Fans zu empfehlen. Übrigens hatte Bogart selbst viel Geld in die Produktion gesteckt und mit dem ausbleibenden Erfolg auch finanziell verloren.



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Schach dem Teufel
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