(„The Elephant Man“ directed by David Lynch, 1980)

Der Film von David Lynch basiert auf einer wahren Begebenheit. Schauplatz ist dabei das London des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit befindet sich ein Mann Namens John Merrick (John Hurt) im britischen Königreich. Durch unzählige Tumore ist sein Körper total entstellt und auch geistig scheint der deformierte Mann nicht auf der Höhe zu sein. Ausgesetzt von seiner Mutter arbeitet er für einen brutalen Säufer im Zirkus. Genauer gesagt ist er der Besitz von Bytes (Freddie Jones) und wird den Leuten in einer „Freakshow“ vorgeführt. Bald spricht sich die neue Jahrmarkt-Attraktion in der verregneten Hauptstadt umher und ein junger und ambitionierter Arzt, Dr. Frederick Treves (Anthony Hopkins), will den „Elefantenmensch“ selbst besichtigen. Der Arzt sieht in John Merrick sofort ein einzigartiges Forschungsobjekt und nimmt ihn alsbald im Hospiz auf. Nach einiger Zeit entdeckt der idealistische Doktor jedoch, dass John Merrick sprechen und auch seine geistigen Fähigkeiten nutzen kann. Der Elefantenmensch, wie er weiterhin genannt wird, erlangt plötzlich ungemeine Beliebtheit und selbst die Adeligen und Theaterstars wollen Bekanntschaft mit ihm machen. Merricks ehemaliger „Besitzer“ Bytes will hingegen auf alle Fälle seine Attraktion wieder zurückhaben, denn seit der Elefantenmensch weg ist laufen die Geschäft am Jahrmarkt mies. Auch der Sicherheitsmann im Hospital scheint eigenen Profit aus der heiß begehrten Sehenswürdigkeit schlagen zu wollen und lädt eine Meute Besoffener zu einem Rundgang in die Anstalt ein, natürlich gegen Bezahlung.
Hin und her gerissen zwischen Menschen die ihn helfen und mögen und solchen die ihn nur anstarren und auslachen wollen, flieht Merrick terrorisiert aus dem Spital und versucht dem Wahnsinn zu entkommen…
Der Streifen wurde komplett in Schwarz-Weiß abgefilmt und das verleiht ihm eine besondere Note. Eigentlich typisch für David Lynch die Atmosphäre die er schafft. Mit einem wunderbaren Anthony Hopkins und einen, wenn man das Produktionsjahr berücksichtigt, beachtlich aussehenden Elefantenmenschen scheint der Film etwas Besonderes zu sein. Im Prinzip sieht man in ca. 125 Minuten Laufzeit nichts anderes als „Menschen und dessen Verhalten in bestimmen Momenten“. Lynch versteht es wie kein anderer Situationen einzufangen und festzuhalten, Charakteren Tiefe zu verleihen und das ungefilterte, pure, menschliche Dasein auf die Leinwand zu bringen.

Der Elefantenmensch
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