Woyzeck

Woyzeck

Kritik

Woyzeck
„Woyzeck“ // Deutschland-Start: 25. Mai 1979 (Kino)

Der Streifen von Werner Herzog ist eine Verfilmung des gleichnamigen Dramas von Georg Büchner. Die Geschichte handelt im 18. Jahrhundert von einem Mann namens Franz Woyzeck (Klaus Kinski) und dessen Versuch, für seine Frau Marie (Eva Mattes) und sein uneheliches Kind zu sorgen. Woyzeck ist ein einfacher Soldat und wird von seinem Vorgesetzten, dem namenlosen Hauptmann (Wolfgang Reichmann) und dem ebenso namenlosen Doktor (Willy Semmelrogge), schamlos und auf perverse Weise ausgenutzt. Der Doktor macht mit ihm Experimente und für den Hauptmann ist er ein praktisches „Mädchen für alles“. Woyzeck scheint jedoch ohne jegliche Bedenken alles auszuführen was man ihm befiehlt.

Der Film dauert lediglich 80 Minuten, doch Werner Herzog schafft es auf eindrucksvolle Weise, einen tiefgehenden Film zu schaffen. Klaus Kinski scheint für diese Rolle geboren zu sein und beweist einmal mehr sein grandioses Talent (vor allem seine Mimik ist wunderbar). Die Geschichte Woyzecks bietet eine breite Fläche an Interpretationsmöglichkeiten und der Zuschauer wird automatisch zum Nachdenken angeregt. Auf dem ersten Blick erscheint die Eifersucht das Hauptmotiv des Mordes, doch spielen meiner Meinung nach noch viele andere Faktoren eine Rolle, warum Franz Woyzeck schlussendlich „explodiert“. Er bricht aus den vorgegebenen Gesellschaftsstrukturen aus und befreit sich auf eine gewisse Art und Weise von all dem mit den Mord an seiner Frau. Anzumerken ist noch die extrem kurze Drehzeit von 17 Tagen und eine Schnittzeit von lediglich 5 Tagen. Nicht einmal einen Monat brauchte Werner Herzog, um diese im Grunde doch sehr komplexe Geschichte auf die Leinwand zu zaubern.

Credits

OT: „Woyzeck“
Land: Deutschland
Jahr: 1979
Regie: Werner Herzog
Drehbuch: Werner Herzog
Vorlage: Georg Büchner
Musik: Fiedelquartett Telč, Antonio Vivaldi, Alessandro Marcello
Kamera: Jörg Schmidt-Reitwein
Besetzung: Klaus Kinski, Eva Mattes, Wolfgang Reichmann, Willy Semmelrogge

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