„Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ // Deutschland-Start: 10. April 1964 (Kino)

Diese wunderbare Satire über Atomwaffen von Stanley Kubrick konnte mich in den gesamten 90 Minuten Laufzeit fesseln und teilweise sehr zum lachen oder zumindest schmunzeln bringen.
Angesiedelt in den 60er Jahren, in denen der Kalte Krieg seinen Höhepunkt durch die Kubakrise erreichte, erzählt der Film von einem paranoiden, antikommunistischen, amerikanischen Militär-General namens Jack D. Ripper (Sterling Hayden). Er gibt den Befehl, den Angriffsplan R durchzuführen, der vorsieht, dass die UdSSR durch Atom-Bomber zerstört wird. Als der friedlich gesinnte US-Präsident Merkin Muffley (Peter Sellers) davon erfährt, berät er sich mit dem höchsten General seiner Armee Gen. Buck Turgidson (George C. Scott). Letzterer ist über den Angriff jedoch vollauf begeistert und sieht darin die Möglichkeit, die Russen endgültig zu besiegen.
Ein brillanter, kritischer Film, der die Angst dieser Zeit auf eine sehr ungewohnte Art widerspiegelt. Kubrick schafft es mit viel Witz und Humor, den Zuschauer davor zu warnen, was passiert wenn man Politikern, Militär und Wissenschaftlern freie Hand überlässt. Der Film scheint nicht zwingend eine Warnung vor der Atombombe zu sein, sondern vielmehr ein Appell an die Menschheit, gerichtet an jeden Einzelnen. Erwähnenswert ist außerdem Peter Sellers geniale schauspielerische Leistung als Dr. Seltsam, US-Präsident und als englischer Adjutant (Lionel Mandrake) von General D. Ripper.

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
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