(„Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ directed by Stanley Kubrick, 1964)

Diese wunderbare Satire über Atomwaffen von Stanley Kubrick konnte mich in den gesamten 90 Minuten Laufzeit fesseln und teilweise sehr zum lachen oder zumindest schmunzeln bringen.
Angesiedelt in den 60er Jahren, in denen der Kalte Krieg seinen Höhepunkt durch die Kubakrise erreichte, erzählt der Film von einem paranoiden, antikommunistischen, amerikanischen Militär-General namens Jack D. Ripper (Sterling Hayden). Er gibt den Befehl den „Angriffsplan R“ durchzuführen, der vorsieht dass die UdSSR durch Atomb-Bomber zerstört wird. Als der friedlich gesinnte US-Präsident Merkin Muffley (Peter Sellers) davon erfährt berät er sich mit dem höchsten General seiner Armee Gen. Buck Turgidson (George C. Scott). Lezterer ist über den Angriff jedoch vollauf begeistert und sieht darin die Möglichkeit die Russen endgültig zu besiegen. Der Präsident setzt sich mit letzter Hoffnung mit dem russischen Premier in Verbindung um ihn das Missverständnis zu erklären. Zu seiner Überraschung wird er aber von seinem besoffenen, russischen Gegenspieler lediglich darauf aufmerksam gemacht dass durch einem Angriff automatisch die „Weltvernichtungsmaschine“ aktiviert und dadurch die gesamte Menschheit ausgelöscht würde.
Unterdessen kommen die US-Bomber ihrem Ziel näher und näher. Die russische Luftabwehr ist logischerweise bemüht dies zu verhindern doch ein Bomber schafft es in ihren Luftraum einzudringen. Da es nun nicht gelingt Kontakt zu diesen letzten US-Bomber herzustellen, wird kurzerhand die US-Basis von General Ripper angegriffen und überrannt. Doch auch dies bringt nichts, denn die erhoffte Kommunikation klappt auch von dort aus nicht: Der Empfänger des letzten Piloten (Slim Pickens) wurde im Gefecht beschädigt und ist kaputt. Angetrieben durch den Willen seinen Befehl zu Ende zu bringen, dirigiert er sein Flugzeug ans Ziel und wirft schlussendlich die Atombombe über Russland ab. Daraufhin folgt ein Cut, das Geschehen wechselt in den amerikanischen „War Room“ wo nun Dr.Seltsam (Peter Sellers) seinen Auftritt feiert.
Der Ex-Nazi-Wissenschaftler erklärt wie man den nun unaufhaltsamen radioaktiven Tode doch noch entkommen könnte: eine ausgewählte Elite solle sich in einen tiefen Bunker zurückzuziehen und dort eine Herrenrasse heranzüchten Nach ca. 100 Jahren wäre die Radioaktivität verschwunden und man könne sich wieder an die Oberfläche wagen. Dr. Seltsam ist der Ansich durch diese Lösung habe die westliche Welt habe also im Endeffekt doch gewonnen…
Ein brillanter, kritischer Film, der die Angst dieser Zeit auf eine sehr ungewohnte Art wiederspiegelt. Kubrick schafft es mit viel Witz und Humor den Zuschauer davor zu warnen was passiert wenn man Politikern, Militär und Wissenschaftlern freie Hand überläßt. Der Film scheint nicht zwingend eine Warnung vor der Atombombe zu sein sondern vielmehr ein Apell an die Menschheit, gerichtet an jeden Einzelnen. Erwähnenswert ist außerdem Peter Sellers geniale schauspielerische Leistung als Dr.Seltsam, US-Präsident und als englischer Adjutant (Lionel Mandrake) von General D. Ripper.

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
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