Die Verfilmung des Kult-Comics von Alan Moore, bietet in ca. 130 Minuten Laufzeit recht gute Unterhaltung, auch wenn der Film die Tiefe und Klasse des Comics bei weitem verfehlt. Wer das Comicbook kennt, wird es toll finden, V in Fleisch und Blut zu sehen oder er wird es hassen, da Moores Figur nicht unbedingt gut auf die Leinwand gebracht wurde. An der Location selbst wurde jedoch nichts geändert, und es handelt es sich immer noch um ein totalitäres London in naher Zukunft, das von einem Diktator beherrscht wird. Ein als Guy Fawkes maskierter Terrorist namens V (Hugo Weaving) bereitet dem Regime jedoch mehr als Kopfschmerzen. Am 5.November sprengt er das englische Regierungsgebäude, später schleust er sich in den Notstands-Kanal ein und verkündet an ganz England, dass er in genau einem Jahr das Parlament sprengen wird, wie es seinerzeit Guy Fawkes vorhatte. Die Partei des Kanzlers (John Hurt) versucht dies natürlich mit allen Mitteln zu verhindern. V hat inzwischen Evey Hammond (Natalie Portman), ein junges (noch) naives Mädchen, vor dem Regime gerettet und macht diese zu einer wertvollen Verbündeten seines Vorhabens.
Ich persönlich hatte meinem Spaß an den Film, doch verstehe ich nur zu gut die negativen Kritiken, die behaupten der Film verfremde den Charakter von V. Ich selbst kenne den Comic und schätzte die Arbeit von Alan Moore sehr und finde es auch bei weitem besser und tiefgehender als die Verfilmung. Ich betrachte jedoch den Streifen von James McTeigue als ein Tribut an das großartige Meisterwerk von Moore und hoffe, dass viele Zuschauer des Films das Comicheft lesen und sogar vielleicht die Kritik und Aussage Moores verstehen.

V wie Vendetta
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9 Responses

  1. Candide

    Hab ihn nun nochmals als BD gesehen.
    Das Fazit ist eigentlich immer noch dasselbe: Bis auf das Ende eine nette Verfilmung. Ein Moore-Comic in seiner Gänze zu erfassen scheint mir aber immer noch unmöglich, allein schon die stilistischen Mittel können nicht auf die Leinwand transportiert werden.

    Was ich nicht so toll fand waren die recht langweiligen Extras, in denen ganz nebenbei bemerkt kein Wort verloren wird warum Moore nicht einmal das Einverständnis gab bei der Werbung oder den Credits namentlich genannt zu werden. Lloyd nimmt dann im Interview ganz schön den Mund voll und hintergeht quasi seinen Kollegen…

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  2. Ronja

    Hey Leute,
    ich werde meine Theoriefachprüfung Comic und Film widmen.
    Dabei geht es in erster Linie darum, wie in den beiden Medien mit der Zeit umgegangen wird. Der Comic spielt 1997, beim Film wird nur „in einem zukünftigen London“ o.ä. erwähnt. Wer kann mir da helfen und wer weiß, wo ich den Comic herbekomme, der vor dem Film entstanden ist.
    Ich find im Netz und Comicladen nur den „Kultcomic nach dem Film“…
    Über eure Mithilfe würde ich mich sehr freuen!

    LG
    *Ronja

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  3. Candide

    Na, da ist nicht allzu schwer würde ich sagen. Es gibt zig Versionen davon, zuletzt die für Sammler neu veröffentlichte Absolute-Edition
    Jeder gute Comicladen hat von diesem Meisterwerk zumindest eine Version auf Lager ansonsten würde ich ihn nicht als solchen bezeichnen 😉

    Was Du wohl gefunden hast sind die neuesten deutschen Versionen die den Hype des Films nutzen und mit dem Titel „Der Kultcomic zum Film“ eine neue Zielgruppe erreichen möchten. Auch bei diesen Editionen ist aber immer noch die originale Story von Alan Moore und David Lloyd enthalten, keine Sorge.

    P.S.: Ich selbst bin im Besitz der italienischen Absolute Edtion die jetzt aber schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und vermutlich nicht mit der neuen Version in Sachen Grafik und Extras mithalten kann.

    P.P.S. Viel Glück mit deiner Arbeit

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  4. Marco Behringer

    Wie du schreibst, kommt die Filmadaption nicht an die Komplexität und Tiefe der Comicvorlage heran. Ansonsten kann man dem Film nicht viel vorwerfen. Das Design ist leider modernisiert worden. Lloyd hatte sich ja an die 50er Jahre orientiert, was stilistisch und atmosphärisch natürlich Unterschiede macht.

    Ich hatte – wie die vielen negativen Kritiker – auch das Gefühl, dass der Charakter V verfremdet wurde. Der Film ersetzt nicht die Lektüre des Originals, noch ergänzt er diese sinnvoll, weshalb man sich die Adaption sparen kann. Man kann nur hoffen – wie du ja sagst -, dass dadurch viele Zuschauer auf das Original stoßen.

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